Willkommen in der Universitätsstadt Homburg!


Willkommen in der Universitätsstadt Homburg steht auf dem Ortsschild, an dem ich gerade mit meinem Vater vorbeigefahren bin. Es ist eine Primäre, dass Vater und Sohn gemeinschaftlich stationär im Klinikum sind. In den vergangenen 40 Jahren war es mein Monopol, klinisch behandelt zu werden. Nach drei Jahren stabiler Gesundheit ist es aktuell notwendig, einige Dinge klinisch abzuklären.

 

Nachstehende Probleme liegen derzeitig an:

Im  November 2018 begegnete mir der Pressebericht, " Propionat: Neue Hoffnung für Dialyse-Patienten?" Hierin war die Aussage beschrieben, dass kurzkettige Fettsäuren eine wichtige Rolle spielen könnten, um die Lebensqualität von Dialyse-Patienten zu verbessern. Bei den Betroffenen könnten so Entzündungen im Körper wahrscheinlich gelindert werden.  Ebenso können Prozesse, bei denen eigene Körperzellen das Herz-Kreislauf-System angreifen, verlangsamt werden.  Zwei besonders gefährliche im Darm gebildete Urämie-Gifte (Indoxylsulfat und p-Cresolsulfat) gingen bei der Therapie signifikant um bis zu 50 Prozent zurück. Diese spielen für die systemische Entzündung eine wichtige Rolle und wird für die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems mitverantwortlich gemacht. Beim oxidativen Stress fanden die Forscher zudem positive Ergebnisse.

 

Seit dem  Jahre 2014 predige ich eindringlich, dass alle meine Unverträglichkeiten samt Herzsituation über die Achse des Darms erzeugt werden. Hierzu habe ich um diese Situation zu verdeutlichen,  deutschlandweit mein Fall mit Titel: Vorhofflimmern/Vorhofflattern beim Dialysepatienten in Verbindung mit Histaminintoleranz", an allen Universitäten mit Nephrologie sowie zuständigen Fachgesellschaften, publiziert. Eine zentrale Aussage darin war, dass die Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz usw., durch eine gestörte Darmbarriere, über die Endotoxine  ins Blut gelangen, verursacht werden. Mein Dogma war, eine Darmsanierung, bei der die Darmbarriere wieder hergestellt wird, könnte die Situation  der Unverträglichkeiten verbessern. Die Ärzte verneinten zwar meine Argumentation nicht, ließen mir bei einer Therapiefindung jedoch keinerlei Unterstützung zukommen. Es fehlt auch an der Erfahrung der Ärzte mit Dialysepatienten mit 40 Jahren Krankheitsverlauf.

 

Meine Hoffnung, als ich mit der Therapie der Propionate im November 2018 eigenständig begonnen habe war, dass sich die Darmflora wieder aufbaut, sich so die Darmbarriere schließt, und in der Folge weniger Endotoxine ins Blut gelangen. In der Nachfolge sollte sich meine Herzsituation wieder verbessern.

 

Im Mai 2014 konnte man bei mir letztmalig ein normales EKG dokumentieren. Seither lautet meine Diagnose "chronisches Vorhofflattern"!  Im Februar 2019, drei Monate nach Therapiebeginn, bemerkte ich eine körperliche Veränderung, die ich nicht zuordnen konnte. Als ich meinen Blutdruck kontrollierte, zeigte das Gerät einen normalen Puls von 72 an. Erstmalig nach fünf Jahren! In den Jahren zuvor lag die Herzfrequenz beständig um die 100. Seit Februar wechselt, für mich sehr belastend, mein Herzrhythmus  täglich vom normalen Sinusrhythmus zu Vorhofflimmern bzw. Vorhofflattern mit einer Frequenz zwischen 68 und 145 Schlägen.

 

Zufall oder Therapieerfolg ...?

Ich gehe davon aus, dass es meine Ärzte alle samt als Zufall werten! Meiner Therapie haben sie als Reaktion bisher nur ein Lächeln geschenkt. Ihre abschlägige Aussage war, "die Industrie muss auch leben". Die jetzt vorherrschende Herzsituation war von mir bei Therapiebeginn erwartet worden. Jedoch nicht in der belastenden Form. Hier steht aktuell meine Selbstständigkeit mit auf dem Spiel!

 

Den normalen Herzrhythmus bin ich nicht mehr gewöhnt und die hohe Herzfrequenz belastet  mich überdies. Ich bin nicht mehr belastbar und sofort außer Atem. In meinem heimischen Dialysezentrum wollte  ich daher zur Abklärung der Atemlosigkeit, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens vornehmen lassen. Die wurde mir, jedoch aus Zeitgründen und mit der Erklärung "unnötig", zweimalig verweigert. Mein Bestreben durch die Untersuchung war, die Problematik die Luftnot im Sinusrhythmus zu erkunden. Ebenso ob eventuell ein Thrombus, der sich beim Vorhofflimmern im Herzohr festsetzen kann, und Schlaganfälle verursacht, zu erkennen ist. Jedoch wurde mir die Untersuchung wie erwähnt verwehrt!

 

Klinische Abklärung:

Die Herzsituation verunsichert mich und ich habe große Angst, dass meine selbstständige Versorgung verloren geht. Das muss an einer Stelle, wo man die Situation ernst nimmt, abgeklärt werden. Beiläufig ist auch mein Blutbild (HB) auf 6,1 abgerutscht. Nun benötige ich entweder eine Bluttransfusion oder eine Therapie mit Eisen und Erypo. Eisen und Erypo tolerierte ich  schon vor 20 Jahren vom Herzen her nicht. Eine alternative Therapie kenne ich nicht und hat man mir auch nicht angeboten. Meine Frage war, ob es möglich sei, unter klinischer Kontrolle die Therapie mit Erypo und Eisen zu erproben? Dem stimmte mein behandelnder Professor zu.

 

Nun bin ich heute am 10.03.2018 in der Uniklinik Homburg angereist und harre der Dinge, die nun auf mich zukommen.

 

Fazit:

Ich muss nun vieles gesundheitlich Eskalieren lassen. Nur wenn alles eskaliert, wird man meinen Darstellungen aus der Erfahrung der letzten Jahrzehnten,  eventuell ärztlich glauben schenken. Bisher urteilte man nur ich hätte ein Verhinderungsverhalten. Es ist für mich sehr schwer, diesen Schritt zu gehen, bei dem ich mir selbst Schaden zufügen muss, um glaubhaft zu wirken. Vor der Situation habe ich großen Respekt! 

 

Wie sich die Situation hier entwickelt, werde ich, als kleine tägliche Zusammenfassung darstellen!


Meine Altbekannten Problemfelder in meinem Krankheitsverlauf!

Mit einem Klick auf die Bilder zur größeren Darstellung

Die vorgezeichneten Grafiken sind alles Abläufe und Situationen, mit denen ich mich als Patient für das eigene Wohlergehen beschäftige. Leider erhalte ich hier von ärztlicher Seite an keiner Stelle, in der Analyse die Unterstützung, die meinem persönlichen Einsatz gerecht wird. Hier bin ich wie im Hamsterrad aufgezeigt, Einzelkämpfer!

 


Der erste Tag - Umzug 11.03.2019


Nach dem meine Ankunft etwas holprig war und ich in einer Notlösung untergebracht wurde, habe ich am Morgen ein sehr schönes Einzelzimmer bezogen. In solchen Räumlichkeiten kann man entspannt gesunden.

 

Ein großer Punkt meines bedenken war die Ernährung. Jedoch lernte ich hier telefonisch ein exzellentes Team kennen, das sehr bemüht darum ist, dass ich etwas Essbares bekomme. Schon am Abend erhielt ich die korrekte Ernährung. Hier ist kulinarisch eine große Verbesserung gegenüber den Jahren zuvor eingetreten.

 

Am Mittag stand die erste Dialyse im Klinikum an. Hier traf ich auf altbekanntes Pflegepersonal. Die Dialyse und die herzliche und freundliche Behandlung des Personals schaffen es, dass man die Heimatdialyse kaum vermisst. Obwohl während der Behandlung eine Standleitung über Whatsapp zu meinen heimischen Mitpatienten bestand. So vergingen die fünf Stunden wie im Flug.

 

Die geplante Magenspieglung haben wir zurückgestellt. Die Anfangstherapie besteht in der Verabreichung von Eisen und Erypo. Erhöht sich hierdurch im Laufe der Zeit mein Blutbild, ist ersichtlich, dass keine ernsten Blutungen bestehen. Aktuell ist das Blutbild in meinem Rahmen wieder stabil und leicht angestiegen.

 

Ein wichtiger Punkt ist, dass ich kardiologisch noch einmal vorgestellt werde. Denn mein ständig unbeständiger Herzrhythmus von Sinusrhythmus (normal) über Vorhofflimmern und Vorhofflattern (Rhythmusstörung), mit einer Frequenzbreite von 68 bis 145 belastet mich physisch wie psychisch sehr.

 

Ich bin mir jedoch sicher, dass das nette medizinische Team, wo der Professor auch mal nur eben so im Vorbeigehen an die Tür klopft und kurz hallo sagt, sein bestes gibt, um mich zu stabilisieren.

 

Dass ich mich, durch meinen langen Krankheitsverlauf auf einem Pulverfass befinde, ist jedem bewusst! Hauptaufgabe aller Seiten besteht darin, immer wieder Wege zu finden, die Lunte verlangsamt klimmen zu lassen. Es geht lange nicht mehr um Heilung, sondern um eine bestmögliche Lebensqualität. Der gilt mein Hauptaugenmerk, daher gehe ich nicht mehr bei jeder Therapie mit oder ziehe Entscheidungen auch mal kurzfristig zurück. Ich therapiere mich im übertragenen Sinn seit Jahren, selbstständig. Keiner kennt die Abläufe und Reaktionen meines Körpers nach 40 Jahren so gut wie ich. Standardbehandlungen, Standardgespräche sowie Diskussionen gehe ich lange nicht mehr mit. Leider ist so eine zielführende Kommunikation mit der ärztlichen Seite kaum noch gegeben. Ärzte, die begreifen, dass ich sie als Berater benötige und nicht als Behandler, sind die hilfreichsten Stützsteine meines Krankheitsweges.

 

Ich hoffe ich werde hier mehr, als den einen mir bekannten antreffen!

 

Fazit:

Ich bin in Homburg angekommen und habe das große Glück, bis jetzt auf ein überaus engagiertes medizinisches Team, getroffen zu sein. Ob mir dies auch in anderen Fachabteilungen so begegnet bleibt abzuwarten. Ebenso wie ich die Behandlungen körperlich toleriere.

 


Ein Dominostein fällt - Hamsterrad der Probleme bekommt Zuwachs - 15.03.2019

In diesem Monat dialysiere ich seit 40 Jahren. Dank intensiver Schulung zu Beginn und über die Jahre kenne ich die Abläufe meiner Krankheit minutiös. So ist es mir in Eigentherapie in einer Zeit gelungen, mich zu stabilisieren, als die Ärzte wiederholt sagten, zu Ihrer Langzeitsituation fehlen uns Erfahrungswerte! Um so vorteilhafter ist es für meine Situation, dass mein behandelnder Professor hier, bei mir experimentelle Therapien in homöopathischen Dosen beginnt. So erkennt man Nebenwirkungen in einem nicht so belastenden Rahmen und kann kurzfristig reagieren. Fast wie in Kindheitstagen, als der Arzt bei neuen Therapien an meinem Bett saß, Therapienebenwirkungen sofort zu erkennen.

 

Nun haben wir mit einer lapidaren Eisentherapie begonnen. Wo ich früher das gleiche Medikament am Ende der Dialyse im Schnellverfahren erhalten habe, läuft es heute bedächtig über Perfusor. Alles was ich einst gut verstoffwechselt habe, muss jetzt vorsichtig in den Körper eingeschlichen werden. Warum ich heute so reagiere, ist schwer nachzuvollziehen. Eine mögliche Erklärung könnte darin begründet sein, dass sich mein Immunsystem durch alle Therapien der letzten 40 Jahre so verändert hat, dass es fast alles ablehnt und mit Unverträglichkeiten reagiert.

 

Jetzt mit Beginn der Therapien mit Eisen und Erypo habe ich ein Dominostein umgestoßen. Ebenso ist unabhängig ein neues Problem in mein Hamsterrad eingezogen.

 

Der nun ständig springende Herzrhythmus von Normalrhythmus zu vielen Herzrhythmusstörungen erschwert zunehmend meine freie Lebensführung und Selbstversorgung. Das Wissen die Freiheit zu verlieren, hemmt zunehmend den Mut in neue Therapien einzuwilligen. Man möchte zwar Stabilität, aber im Inneren hat die Sorge nicht mehr selbstständig, anhand von Nebenwirkungen leben zu können, die größte Aufmerksamkeit.  

 

Ein weiteres pressantes Thema, dass ich deutlich im klinischen erkenne, ist, das Personal, sowie Ärzte, die mich nicht kennen,  nach Standard behandelt wollen. Diese Erkenntnis befeuert beiläufig meine Bedenken zur bevorstehenden Zahnsanierung. Denn nach der Operation kann ich vieles in der Abfolge nicht eigenständig steuern. Ich treffe auf Personal und Ärzte, die mich nicht kennen. Hier habe ich große Bedenken.

 

Aber um auf die aktuelle Situation zurückzukommen, vertrage ich heute die Eisentherapie an der Dialyse, werde ich am Wochenende, noch Erypo erhalten. Dann stehen noch ein paar Untersuchungen an, bevor man mich wohl nächste Woche wieder nach Hause entlässt.

 

Fazit:

Das Laufen im Hamsterrad meiner Probleme wird immer schwieriger. Es fehlt ein Weg, der herausführt. Nach 40 Jahren Dialyse wird es auch immer schwieriger sich zu Dingen in der Behandlung zu motivieren, die die Lebensqualität zunehmend einschränken. Auch wenn man die Behandlung möchte, besitzt eine ruhige Lebensführung sowie bestmögliche Lebensqualität ohne Behandlung größere Priorität in inneren. Man sagt sich man muss nicht mehr alles behandeln lassen. 40 Jahre sind eine lange Zeit, da darf man auch langsam zum Ende kommen. Doch da der Lebensmut bzw. Lebensfreude noch sehr präsent ist, sucht man immer noch einen Weg auf schonende Art, Beständigkeit zu bekommen. Das Ende des langen Weges gliedert sich in der Ausformung einsam. Den Ärzten fehlt nicht nur das Wissen zu solch langen Krankheitsverläufen und ihrer zahlreichen bizarren Symptomen, sondern auch die Zeit, sich eingehend darum zu bekümmern. Demgemäß wird das Laufen im Hamsterrad durch fehlende Zielführung gegenwärtig zunehmend beschwerlicher.  

 

Wie geht es hier weiter ...?


Hat der Finalweg begonnen? - 16.03.2019

Wie man in den vorherigen Abhandlungen erfahren konnte, läuft derzeit der Versuch meine Eisenspeicher zu füllen. Im Anschluss erhofft man, wenn der Trägerstoff wieder vorhanden ist, mein Blutbild stabil zu halten.

 

 

Trotz der Kenntnis aus früherer Zeit, Eisen nicht mehr zu tolerieren, wagte ich durch die Motivation und Unterstützung meines Professors, erneute Versuche. So erhielt ich im übertragenen Sinn eine homöopathische Versuchsdosis. Meiner Meinung habe ich es auch jetzt nicht vertragen. Der Professor befürwortete weitere Versuche. Infolge, dass ich ihm vertraue und mir meiner psychischen Beeinflussung nicht traue wagte ich weitere Experimente. Nun auch in Verbindung mit der Dialyse.

 

Offensichtlich tolerierte ich die Eisengabe. Andererseits begann sich schon während der Dialyse, mein Darm auffällig zu verhalten. Nach der Dialyse zeigte sich auch mein Magen mit Problemen und mein Herz pochte noch heftiger als zuvor.

 

 

So wechselte mein Herz den Takt im fröhlichen stell dich ein zwischen:

 

 

·         Sinusrhythmus (das Herz schlägt normal zwischen 65 und 80 Schlägen die Minute)

 

·         Vorhofflimmern (das Herz schlägt schnell und unregelmäßig bis 140 Schlägen die Minute)

 

·         Vorhofflattern (das Herz schlägt schnell bis 110 Schlägen die Minute)

 

·         Extrasystolie (zusätzliche Herzschläge)

 

 

Die aufgeführten Herzrhythmusstörungen kann ich nach all den Jahren an der Empfindung in der Brust charakterisieren. Hinzu kamen noch heftige Magen - Darm - Probleme sowie Kreislaufunstimmigkeiten mit Kopfschmerzen und leichtem Schwindel.

 

 

In 40 Jahren Dialyse habe ich viele Kämpfe gefochten. Dabei stand ich kurz vor zwei Niederlagen und erhielt die Letzte Ölung. Ich habe somit unbestritten Kampferfahrung. Warum bin ich dann jetzt nicht mehr bereit, so wie früher zu kämpfen? Ich möchte meine Ruhe und noch die verbliebene Lebensqualität genießen.  Jedoch erwische ich mich im Zwiespalt und spüre den Wunsch, noch einmal so wie früher,  für mehr Stabilität zu kämpfen. Aber stehe ich unmittelbar vor dem Kampf, verlässt mich der Mut. Die Angst vor der Einbuße meiner  Lebensqualität und meiner selbstständigen Lebensführung ist unüberwindbar. Das kann glaube ich nur verstehen, wer in dieser Situation steckt.

 

 

Wäre ich in der komfortablen Lage einer  heimische Versorgung, die mich über die Zeit trägt, wäre das Problem sicher nicht so groß. In früheren Kämpfen hatte ich immer meine Eltern an meiner Seite. Sie versorgten mich im Notfall. Jedoch ist dies lange vorbei!  So liegen mein Vater und ich erstmalig zur gleichen Zeit in der Klinik. Wir bekommen uns so derzeit kaum selbst geregelt. Eine Therapie die mich, wie jetzt aus der Bahn wirft, befeuert meine Angst, dass es zu Hause so alleine nicht mehr geht! So blüht die Horror Diskussion auf, ob ein Seniorenheim nicht die bessere Lösung ist.

 

 

Nach dem Misserfolg mit dem Eisen denke ich aktuell nicht an die Erypo-Therapie. Warum auch, wenn das Eisen als Trägerstoff fehlt, zeigt Erypo keine  Wirkung. Die Angst vor erneuten Nebenwirkungen herrscht ebenso in mir.  Ist es meine Angst die eine erfolgreiche Therapie verhindert oder muss ich akzeptieren, dass ich auf dem Finalweg bin?! Mein Körper dabei nicht mehr so mitspielt wie in allen Jahren zuvor. Ich glaube ich muss auch eingestehen, dass die Mediziner wirklich am Ende Ihrer Weisheit bei mir angelangt sind. So können sie wohl auch bei einer Therapie wie jetzt, kein Symptommanagement erstellen. Sie können nur Versuche starten und wie zu Anfangszeiten, verfolgen, wie ich reagiere. Jedoch nur, wenn ich mitspiele.

 

 

Ich fühle mich derzeit völlig ausgepowert und müde. Ich möchte meine Ruhe aber komme wegen zahlreicher Anforderungen nicht dazu.

 

 

Fazit:

 

Ich habe mit Beginn der klinischen Behandlung ein Dominostein umgestoßen, der in der Kettenreaktion viel aufgezeigt hat. Ich habe statt Kampfgeist eine riesige Angst entwickelt. Die besteht vor allem darin, dass mich die Folgen einer Therapie so aus der Bahn werfen, dass meine Selbstständigkeit infrage steht. Kopf, Geist und Körper bilden überdies keine Einheit mehr. Wie ich hier, Harmonie herstellen kann, bildet ein großes Fragezeichen in mir.  Zu Hause fehlt die Unterstützung in Form von Partner oder Familie. Wohl dem der die Unterstützung hat! Meine Alternative währe ein Umzug ins Seniorenheim. So etwas wünscht man seinem ärgsten Feind nicht. Zwar werde ich hier noch in der Rhythmologie vorgestellt, aber ich habe wenig Hoffnung, dass hier noch etwas positiv zu bewirken ist. Wahrscheinlich werde ich auf einen Arzt treffen, der zeitgedrängt in seinen Gedanken ist. Er  so kaum große Initiative entwickelt sich in meinen Fall so einzudenken, um in meinem Anforderungsprofil, ein Therapievorschlag zu entwickeln. Ich muss mich wohl nun mit der Frage befassen ob mein Finalweg, den ich schon geplant habe, begonnen hat?!

 


Ein Weg in die Ungewissheit verändert mich ... - 17.03.2019

Das Misslingen der geplanten Therapien sowie sich bewusst werden, dass mein Körper geplante Wege nicht mehr verträglich annimmt, ist für mich schwer zu akzeptieren. Ebenso das viele Ärzte, Überlegungen zur Hilfreichen Therapien bei mir eingestellt haben oder dies in Kürze tun werden.

 

 

Der gegenwärtige Klinikaufenthalt sollte noch einmal ein Versuch sein,  eine Verbesserung meiner instabilen Situation medizinisch  herbeizuführen. Jedoch ist dies wie bei vorherigen Versuchen an anderen Orten erneut misslungen.

 

 

Statt eines kleinen motivierenden Erfolgserlebnis verlasse ich die Klinik mit der Gewissheit, dass sich in ein paar Tagen hier, alles verändert hat. Ich stehe am Klinikfenster und blicke  auf mein Auto, das draußen im Dunkeln steht. Dabei taucht die Überlegung auf, dass hinter meinem PKW wie mir, viele Kilometer mit Erinnerungen liegen.

 

 

Lebensmomente auf meiner Wegstrecke:

 

 

  1. Das Aufwachsen in der Behütung meiner Eltern und Familie im Elternhaus.
  2. Der Beginn meiner Krankheit und der gemeinsame Weg bis heute zusammen mit Eltern, Familie, Freunden.
  3. Verlust lieber Familienmitgliedern.
  4. Meine Schulzeit mit allen Höhen und Tiefen.
  5. Das erleiden der Trennung und Scheidung meiner Eltern. Der damit verbundene Verlust meiner Heimat und Elternhauses.
  6. Das Erlangen der Fahrerlaubnis sowie der Beginn meiner Selbstständigkeit mit eigner Wohnung.
  7. Der Beginn und das Ende meiner Berufszeit.
  8. Der Aufbau und das Scheidern meiner langjährigen Beziehung.
  9. Das Kennenlernen und der Verlust vieler Menschen, sowie deren mir zugefügten Verletzungen und Enttäuschungen.
  10. Mein Einsatz zum Aufbau vieler sozialer Projekte sowie Ehrung dafür. Ebenso das Erleben und vergessen nach den Lobeshymnen, die man selbst nie wollte.
  11. Das Miterleben des langsamen Verlustes und Abbau der Eltern an das Alter.
  12. Der Beginn und Verschlimmerung der Erkrankung und der verzweifelnde Kampf um Besserung.

 

All diese kurz gefassten Lebenserinnerungen sind mir hier, aufgrund des Scheiterns der Therapie durch den Kopf gegangen. Dabei unterscheidet sich meine Biografie unwesentlich im Kern von anderen Menschen. Beiläufig erkannte ich, dass ich nun wieder abreisen kann. Was soll ich ein Bett blockiere, mit dem man einem anderen Patienten helfen könnte?

 

 

Ich habe zurückblickend so viele Gespräche geführt, meine Probleme aufgemalt und so verbal um Hilfe gebettelt. Bin aber gescheitert. Dabei empfand ich die Ignoranz mancher Ärzte für meine besondere Krankheitssituation als schmerzlich. Aber ich erkannte dabei, dass sich hinter einem lächelnden Arztkittel, viel menschliche Inkompetenz verbergen lässt. Lichtblicke waren hingegen die Ärzte meiner Vergangenheit sowie aktuell mein behandelnder Professor. Er versuchte mich in vielen Lebens/-und Krankheitssituationen zu unterstützen und brachte mir so immer ehrliche Sympathie entgegen. Was zu einem wirklichen Vertrauensverhältnis führte. Bei keinem anderen hätte ich wie jetzt, eine Therapie wiederholt versucht, wenn ich sie zuvor nicht vertragen hätte. Am Ende sind wir gemeinsam an meinem Körper gescheitert. Trotz allem bin ich ihm für all seinen Einsatz über die Jahre für mich in Homburg, von Herzen dankbar!

 

 

Ich kehre nun mit einer ganz anderen Lebensperspektive nach Hause zurück. Es beginnt nun der Weg mit der Einsicht, dass nichts mehr an meiner Situation zu verbessern ist. Alle Verschlechterungen werde ich dabei ohne ärztliche Unterstützung annehmen müssen. Zwar stehen die Ärzte gerade an der Dialyse regelmäßig an meinem Bett, jedoch würde von der Situationsanforderung der Ratlosigkeit, zukünftig auch ein Schimpanse für die Kassenleistung mit seiner Schweigsamkeit, genügen. Der hätte ebenso viel zu meiner Situation zu sagen wie die Ärzte. Die Lunde meines Pulverfasses klimmt nun ungehindert!

 

Mein Leben werde ich solange als möglich im gewohnten Ablauf weiterführen. Der Typ, der den Kopf in den Sand steckt, bin ich nicht.

 

 

Fazit:

 

Homburg hat zwar nicht die erhoffte gesundheitliche Verbesserung erbracht, jedoch die Einsicht, dass ich mit der medizinischen Behandlung an einer körperlichen Grenze angelangt bin. In die Klinik werde ich so wohl geplant nicht wieder zurückkehren. Eine Zahnsanierung hat sich so auch erledigt. Hier werde ich wohl wieder ein Verhinderungsverhalten und Feigheit von manchen Ärzten in Gedanken unterstellt bekommen. Damit kann ich in Anbetracht, dass deren Aufgabe zukünftig auch ein Affe übernehmen könnte, gut leben. ;-) Mein Weg hatte privat wie medizinisch viele Stationen mit erfreulichen wie harten Momenten. Ich habe allen Grund vielen Ärzten und vor allem meinen Eltern, Familien sowie Freunden dankbar zu sein. Ich werde jetzt mit einem mulmigen Gefühl in Homburg abreisen. Denn ich verlasse die Klinik auf einem Weg in die Ungewissheit. Es wird zukünftig nichts mehr so sein, wie es war, und das hat mich glaube ich sehr verändert.

 

 

Der Blog endet an dieser Stelle  ...