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Letzte aktualiesierung 21.06.2021



Tofacitinib senkt Sterblichkeit bei Covid-19

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung,  18.06.2021

 

Hospitalisierte Covid-19-Patienten haben einer Phase-II-Studie zufolge bessere Überlebenschancen, wenn sie mit dem JAK-Inhibitor Tofacitinib behandelt werden. Das Sicherheitsprofil ist gut. Neben Barcitinib (Olumiant®) als Hemmer der Januskinase (JAK) 1 und 2 befindet sich mit Tofacitinib (Xeljanz®) ein weiterer JAK-Inhibitor in der klinischen Prüfung bei Covid-19. Die antiinflammatorische Wirkung der Substanz soll die überschießende Immunreaktion abmildern, die bei einem Teil der mit SARS-CoV-2 Infizierten auftritt. Während im Fall von Barcitinib bereits Daten aus großen Studien vorliegen und die Europäische Arzneimittelagentur eine entsprechende Zulassungserweiterung prüft, sind für Tofacitinib bislang wenig Daten verfügbar. Nun stellt ein Team um Dr. Patrícia O. Guimarães vom Hospital Israelita Albert Einstein in Sao Paolo erste Ergebnisse einer Phase-II-Studie in Brasilien im »New England Journal of Medicine« vor.

 


Wie eine Corona-Infektion Blutzellen langfristig verändert

Quelle: Informtionsdienst Wissenschaft, 18.06.2021

 

Mithilfe der Echtzeit-Verformungszytometrie konnten Forscher*innen des Max-Planck-Zentrums für Physik und Medizin in Erlangen erstmals zeigen: Durch eine Covid-19-Erkrankung verändern sich Größe und Steifigkeit roter und weißer Blutkörperchen deutlich – zum Teil über Monate hinweg. Diese Ergebnisse können dabei helfen, zu erklären, warum manche Betroffene noch lange nach einer Infektion über Beschwerden klagen (Long Covid). Atemnot, Müdigkeit und Kopfschmerzen: Manche Patient*innen kämpfen noch ein halbes Jahr und länger mit Langzeitfolgen einer schweren Infektion durch das Coronavirus SARS-CoV-2. Dieses Post-Covid-19-Syndrom, kurz Long Covid, ist noch immer nicht richtig verstanden. Klar ist, dass im Zuge einer Erkrankung oft die Blutzirkulation beeinträchtigt ist, es zu gefährlichen Gefäßverschlüssen kommen kann und der Sauerstofftransport im Blut nur eingeschränkt funktioniert. Alles Phänomene, bei denen die Blutzellen und ihre physikalischen Eigenschaften eine Schlüsselrolle spielen.

 


Schlafstörungen - eine Langzeitfolge nach Covid-19-Infektion

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 18.06.2021

 

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die seelische Gesundheit und die Entwicklung psychischer Veränderungen und Erkrankungen sind ein wichtiger Gesichtspunkt, der insbesondere in der Planung der Betreuung der betroffenen Menschen Berücksichtigung finden muss. Neben den Folgen durch die soziale Isolation und psychische Belastung in der Pandemie gibt es auch direkte Folgeerkrankungen bei Patienten, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben. Man wusste bereits aus Untersuchungen an Genesenen anderer Virusinfekte, wie etwa bei SARS und MERS, dass psychische Erkrankungen und Insomnien gehäuft vorkommen. Inzwischen liegen auch Studien - durchgeführt an einer großen Anzahl von Menschen nach Covid-19-Infektion - vor, die die psychischen Spätfolgen der Erkrankung durchleuchten, auch wenn derzeit aufgrund des zeitlichen Verlaufes nur mittelfristige Langzeitfolgen überblickt werden können.

 


Curevac-Impfstoff enttäuscht in Studie

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 17.06.2021

Was sich im Hintergrund bereits andeutete, ist jetzt gewiss: Mit einer Pflichtmitteilung meldete das Tübinger Unternehmen Curevac gestern, dass sein mRNA-Impfstoff-Kandidat CVnCoV laut einer Zwischenauswertung nur zu 47 Prozent wirksam ist. Es war sicherlich ein schwarzer Tag für das Tübinger Unternehmen Curevac: Am gestrigen Mittwoch musste das Unternehmen mitteilen, dass die zweite Zwischenanalyse der international durchgeführten zulassungsrelevanten Phase-IIb/III-Studie HERALD mit rund 40.000 Probanden für den Covid-19-Impfstoffkandidaten der ersten Generation, CVnCoV, enttäuschende Resultate gezeigt hat.


Studie zu angeborener Immunität: Langanhaltende und tiefgreifende Umprogrammierung von Abwehrzellen nach COVID-19

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft 16.06.2021

 

Die Infektion mit SARS-CoV-2 führt bei einigen Menschen zu schwersten Entzündungen der Lunge und anderer lebenswichtiger Organe. Warum manche infizierte mit einer überschießenden Immunantwort auf das Virus reagieren, ist weiterhin nicht gut verstanden. Forscher der Uniklinik Köln fokussieren in einer neuen Studie auf ein Oberflächeneiweiß von SARS-CoV-2, dem sogenannten Spikeprotein. Das Spikeprotein ist vor allem als wichtiges stimulierendes Eiweiß für die sogenannte erworbene Immunität und den Schutz durch Antikörperbildung bekannt und Grundbaustein für alle Impfungen. Die Arbeit der Kölner Forscher untersucht nun erstmals die Wirkung des Spikeproteins auf das angeborene Immunsystem, dessen Aktivität auch mit schweren Krankheitsverläufen assoziiert ist. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Wissenschaftsjournal „EMBO Molecular Medicine“ veröffentlicht.

 


Neue Corona-Variante breitet sich in Lateinamerika aus

Quelle: IPharmarzeutische Zeitung, 16.06.2021

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Corona-Variante Lambda (C.37) in ihre Liste der »Variants of Interest« aufgenommen. Damit steht der erstmals im August in Peru beschriebenen Virustyp unter besonderer Beobachtung. Eine bisher vor allem in Lateinamerika auftretende Corona-Variante steht nun unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virusversion mit dem Namen Lambda (C.37) möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, berichtete die Genfer UN-Behörde in der Nacht auf Mittwoch. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch noch nicht vor.


Impfung verhindert Klinikaufenthalt bei Delta-Variante

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 16.06.2021

Ein vollständiger Impfschutz mit zwei Dosen der Vakzinen Comirnaty® von Biontech/Pfizer oder Vaxzevria® von Astra-Zeneca verhindert einer britischen Datenanalyse zufolge sehr gut schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante des Coronavirus. Die Effektivität sei in etwa so hoch wie bei der zuvor dominierenden Alpha-Variante, teilte die Behörde Public Health England (PHE) mit. Das Risiko für eine Krankenhauseinweisung wurde bei den vollständig Geimpften jeweils um mehr als 90 Prozent verglichen mit dem von Ungeimpften verringert, heißt es in der Vorveröffentlichung.


Mäßiges Infektionsgeschehen im Sommer erwartet

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 16.06.2021

Für die kommenden Monate ist eine entspanntere Corona-Lage zu erwarten. Forscher gehen davon aus, dass wir dann in eine chronische Phase eintreten. Wichtig sei eine schnelle Durchimpfung und die dauerhafte Überwachung der Viren.  «Für den aktuellen Sommer rechnen wir nach den aktuellen Daten ähnlich wie im letzten Jahr mit einem mäßigen Infektionsgeschehen», erklärte Dr. Jan Fuhrmann vom Forschungszentrum Jülich, der mögliche Pandemieverläufe berechnet, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. «Einerseits sind die mittlerweile vorherrschenden Virusvarianten ansteckender als im vergangenen Sommer, andererseits ist ein zunehmender Anteil potenziell infizierbarer Personen durch Impfung geschützt.»


Replikase-Hemmer als mögliches Covid-19-Medikament

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 16.06.2021

US-Forscher wollen ein Nitroxid als Replikase-Hemmer gegen Coronaviren einsetzen. Der neue Wirkmechanismus und die orale Bioverfügbarkeit machen die Substanz zu einem interessanten Kandidaten, allerdings ist der Weg zum Medikament noch lang. TEMPOL heißt das Molekül, dass Corona und bestimmte andere Viren an der Vermehrung hindern könnte. Hinter dem Akronym verbirgt sich ein stabiles Nitroxid mit der chemischen Bezeichnung 4-Hydroxy-2,2,6,6-tetramethylpiperidin-N-oxyl. Es wirkt als Antioxidans und kann eine katalytische Untereinheit der RNA-abhängigen RNA-Polymerase (RNA-Replikase) hemmen. Dieses Enzym benötigt SARS-CoV-2 für seine Vermehrung. Die fragliche Untereinheit nsp12 besitzt zwei Eisen-Schwefel-Cluster als Kofaktoren. TEMPOL oxidiert dieses Cluster und die Replikation wird unterbrochen.


Andere Symptome bei Delta-Variante

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 15.06.2021

Die zunächst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta kann bei Patienten anscheinend etwas andere Symptome verursachen als frühere Coronatypen. Das zeigt eine Auswertung britischer Daten.
In einer britischen App zur Überwachung von Coronasymptomen wurden zuletzt am häufigsten Kopfschmerzen, eine laufende Nase und eine raue Kehle gemeldet, wie die BBC am Montag berichtete. In Großbritannien macht die als sehr ansteckend geltende Delta-Variante bereits mehr als 90 Prozent aller Fälle aus. Professor Dr. Tim Spector vom King’s College London, der die Zoe Covid Symptoms-Studie leitet und die gemeldeten Symptome auswertet, sagte dem Sender: »Seit Anfang Mai haben wir uns die häufigsten Symptome der App-Nutzer angeschaut – und sie sind nicht mehr dieselben wie zuvor.« Zwar gehöre Fieber noch immer dazu, aber der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, der bislang als typisches Coronasymptom galt, sei weniger gängig. Zeitlich passe dies mit der Verbreitung der Delta-Variante zusammen. Für einige jüngere Menschen könne sich Covid-19 somit stärker wie eine einfache Erkältung anfühlen, sagte Spector und rief Betroffene auf, sich in jedem Fall testen zu lassen.


Zuverlässiger Schutz auch vor Varianten

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 14.06.2021

Mit NVX-CoV2373 könnte schon bald ein sehr gut wirksamer proteinbasierter Covid-19-Impfstoff zur Verfügung stehen. Das Rolling-Review-Verfahren läuft bereits und heute veröffentlichte Novavax die entscheidenden Phase-III-Daten. Die US-Firma hofft auf die Zulassung im dritten Quartal. Wie Novavax heute mitteilte, schützt sein Impfstoff NVX-CoV2373 zu 100 Prozent vor mittelschwerem bis schwerem Covid-19. Alle Fälle von Hospitalisierung  traten demnach in der Phase-III-Studie in der Placebogruppe auf. An der Studie mit dem Namen PREVENT-19 nehmen 29.960 Probanden in den USA und Mexiko teil. Zwei Drittel erhielten zwei Dosen des proteinbasierten Impfstoffs im Abstand von drei Wochen, ein Drittel erhielt Placebo.


Stabiler Schutz auch nach einem Jahr – besonders nach Impfung

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 14.06.2021

 

Die Frage, wie lange man mit einem Schutz durch neutralisierende Antikörper gegen SARS-CoV-2 nach einer Genesung von Covid-19 rechnen kann, wird seit langem diskutiert. Offensichtlich ist der Pool an neutralisierenden Antikörpern gegen das Virus deutlich stabiler als dies zunächst geargwöhnt wurde. Zudem scheinen Rekonvaleszente nach einer Impfdosis auch gut gegen besorgniserregende Varianten (VOC) geschützt zu sein.  Mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Infektionsgeschehen längst nicht unter Kontrolle. Zwar steigt die Zahl der Menschen, die entweder durch Covid-19 oder durch Immunisierung mit einem der verfügbaren Impfstoffe eine Grundimmunität etabliert haben, kontinuierlich an. Allerdings ist immer noch nicht bekannt, wie stabil ein solcher Immunschutz ist. Antworten zu dieser wichtigen Frage liefert nun eine Publikation, die eben in »Nature« publiziert wurde.

 


Remdesivir lässt das Herz langsamer schlagen

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 14.06.2021

Unter Therapie mit dem Covid-19-Medikament Remdesivir (Veklury®) kann es zu einer Verlangsamung des Herzschlags, einer Bradykardie, kommen. Diese Nebenwirkung wird nun in die Produktinformationen aufgenommen. Der Pharmakovigilanzausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat empfohlen, die Bradykardie als Nebenwirkung unbekannter Häufigkeit in die Fach- und Gebrauchsinformationen von Remdesivir aufzunehmen. Verdachtsmeldungen und Hinweise auf diese Nebenwirkung hatte es bereits in den klinischen Studien gegeben. Ein kausaler Zusammenhang sei zumindest denkbar, teilt die EMA nun mit und nimmt einen entsprechenden Warnhinweis auf, um Angehörige der Gesundheitsberufe für dieses unerwünschte Ereignis zu sensibilisieren. Laut EMA sei die Bradykardie beim Großteil der Fälle jedoch einige Tage nach Beendigung der Therapie mit Remdesivir wieder verschwunden.


Klinische Studie zu Blutdrucksenkern bei COVID-19: Pausieren beschleunigt möglicherweise die Genesung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.06.2021

 

Das zeitweise Absetzen von ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern beeinflusst zwar nicht die Schwere einer COVID-19-Erkrankung, könnte sich aber günstig auf die Erholungsphase auswirken. Das Pausieren könnte vor allem bei älteren Herz-Kreislauf-PatientInnen sinnvoll sein, schlussfolgern die verantwortlichen Autoren einer gemeinsamen Studie der Medizinischen Universität Innsbruck und des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Therapieentscheidung muss aber individuell getroffen werden. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten Fachjournal The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht. Innsbruck/München, am 11.06.2021: Zu Beginn der Pandemie waren KardiologInnen und Herz-Kreislauf-PatientInnen verunsichert: Könnten Medikamente aus der Gruppe der ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker schuld daran sein, dass so viele Herz-Kreislauf-PatientInnen einen schweren COVID-19-Verlauf erlitten? Die Medikamente greifen in das Renin-Angiotensin-System ein und regulieren den ACE2-Rezeptor hoch, welcher dem Coronavirus als Eintrittspforte dient - mehr Rezeptor, mehr Virus war die Hypothese. ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker gehören zu den weltweit am meisten verordneten Arzneimitteln und werden unter anderem zur Therapie des arteriellen Bluthochdrucks, der Herzschwäche und des Diabetes mellitus eingesetzt.

 


COVID-19 kann schwere Hirnentzündungen auslösen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 11.06.2021

 

Während, aber auch nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann es zu schweren neurologischen Symptomen kommen. Typisch ist beispielsweise der Verlust des Geschmacks- und Geruchssinnes. Neben einer direkten Schädigung durch das Virus wurde bereits eine Beteiligung einer überschießenden Entzündungsantwort vermutet. Ein Team von Forschenden des Universitätsklinikum Freiburg und des Exzellenzcluster CIBSS - Centre for Integrative Biological Signalling Studies der Universität Freiburg um Prof. Dr. Marco Prinz, Ärztlicher Direktor am Institut für Neuropathologie, und Prof. Dr. Dr. Bertram Bengsch, Sektionsleiter für Translationale Systemimmunologie in der Hepatogastroenterologie der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Freiburg konnte jetzt nachweisen, dass sich bei COVID-19 eine schwere Entzündungsreaktion durch unterschiedliche Immunzellen um das Gefäßsystem und im zentralen Hirngewebe entwickeln kann. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von Immunity veröffentlicht.

 


Bei diesen Symptomen besser zum Arzt

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 11.06.2021

Die Europäische Arzneimittelagentur hat ihre Bewertung von Myokarditis- und Perikarditis-Meldungen nach mRNA-basierter Covid-19-Impfung noch nicht abgeschlossen. Personen mit bestimmten Symptomen nach der Impfung rät sie zum Arztbesuch. Kurzatmigkeit, ein starker, manchmal auch unregelmäßiger Herzschlag und Brustschmerzen – wer diese Symptome in zeitlichem Zusammenhang mit einer Schutzimpfung mit Comirnaty® von Biontech und Pfizer oder der Covid-19-Vaccine Moderna verspürt, sollten sich an einen Arzt wenden, rät heute die Europäische Arzneimittelagentur EMA. Bereits seit April wertet ihr Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) die gemeldeten Verdachtsfälle zu Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und Perikarditis (Herzbeutelentzündung) in zeitlichem Zusammenhang aus. Ein Ergebnis verkündete der PRAC heute noch nicht. Damit hat die EMA noch nicht bewertet, ob es sich auch um einen kausalen Zusammenhang handelt, wie dies Daten aus Israel nahelegen. Dort waren vor allem Männer unter 30 Jahren und vor allem nach der zweiten Impfung mit Comirnaty betroffen. Die Entzündungen am Herzen waren in der Regel mild und waren nach einigen Tagen auskuriert. Die EMA arbeite bei ihrem Sicherheitsreview eng mit den israelischen Behörden zusammen.


Comirnaty schützt auch vor Delta-Variante

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 11.06.2021

 

Antikörper in Blutproben von 15 Personen, die mit Comirnaty® geimpft worden waren, konnten in einer Studie die Delta-Variante von SARS-CoV-2 neutralisieren. Das spricht dafür, dass mit der Impfung die Corona-Pandemie tatsächlich beendet werden kann. Derweil schätzen britische Behörden die Delta-Variante als nochmals deutlich ansteckender als die Alpha-Variante ein. Forscher von Biontech, Pfizer und der University of Texas haben neue In-vitro-Daten zur Wirkung des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty® gegen B.1.617 und andere neue Coronavirus-Varianten im Fachjournal »Nature« veröffentlicht. Sie hatten die neutralisierende Wirkung von Blutproben von 15 Probanden untersucht, die ihre Impfserie mit Comirnaty abgeschlossen hatten.


Weitere neue Kontraindikation für Vaxzevria

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 11.06.2021

 

Personen, die schon einmal ein Kapillarlecksyndrom erlitten haben, dürfen nicht mit dem Covid-19-Impfstoff von Astra-Zeneca geimpft werden. Zudem wird dieses seltene Syndrom auch als neue Nebenwirkung in die Produktinformationen aufgenommen. Ein Kapillarlecksyndrom gilt als seltenes, aber potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild. Es wird auch Clarkson-Syndrom genannt. Seit der Erstbeschreibung im Jahr 1960 wurden bislang weltweit nur wenige Dutzend Fälle beobachtet. Beim Kapillarlecksyndrom kommt es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Kapillargefäße und dadurch zu einem Austritt von Blutplasma und Plasmaproteinen in das Interstitium. In der Folge sammelt sich dort Wasser an und der Patient entwickelt einen Volumenmangelschock und ein generalisiertes Ödem. Der Blutdruck sinkt ab und das Blut dickt ein, zudem kommt es zu Hypoalbuminämie. Die Pathogenese ist noch unklar, aber bestimmte Zytokine scheinen beteiligt zu sein.


Niedrigere Biontech-Dosis für Kinder unter zwölf

Quelle:  Pharmarzeutische Zeitung, 11.06.2021

 

Pfizer und Biontech haben diese Woche die Untersuchung ihres Covid-19-Impfstoffs Comirnaty® bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren gestartet. Die Firmen hoffen, die Zulassung für diese Altersgruppe im September oder Oktober beantragen zu können. Biontech und Pfizer arbeiten sich in ihrer Phase-II/III-Studie zum Einsatz des mRNA-basierten Covid-19-Impfstoffs Comirnaty® bei speziellen Bevölkerungsgruppen langsam vor. Am 8. Juni startete der Teil der Studie mit Fünf- bis Elfjährigen. Aufgrund der Ergebnisse der vorangegangenen Dosisfindungsstudien sollen die Kinder zwei Dosen à 10 µg Antigen erhalten. Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene werden dagegen zweimal mit 30 µg geimpft. Es sollen noch zwei Gruppen folgen: Zwei- bis Fünfjährige sowie Babys und Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren. Ob der Impfstoff auch an Säuglingen im ersten Lebenshalbjahr getestet wird, soll von den Ergebnisse zum Sicherheitsprofil bei den älteren Kindern abhängen. Die unter Fünfjährigen sollen nur ein Zehntel der Erwachsenendosis erhalten, also 3 µg.

 


Delta-Variante bei 2,5 Prozent

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 10.06.2021

Zuwachs von Woche zu Woche: Solche Zahlen aus Großbritannien über die in Indien entdeckte Corona-Mutante Delta alarmieren. Wie entwickelt sich die Lage in Deutschland? Und wie geht es mit dem Impfen voran? Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, geht aus dem neuesten Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai. Die Entwicklung der Variante (B.1.617.2) der Wochen zuvor beschreibt das RKI in der Tendenz als ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten um zwei Prozent beziffert worden, nun gab es aber rückwirkend Änderungen, die etwa mit Nachmeldungen begründet werden.


Kein Risikosignal für Myokarditis nachCorona-Impfung

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 10.06.2021

 

Thrombosen, Myokarditis und Guillain-Barré: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat in seinem neuesten Sicherheitsbericht die Verdachtsmeldungen zu den vier zugelassenen Covid-19-Impfstoffen genau analysiert – und kein neues Sicherheitssignal gefunden. Vom sogenannten TTS seien aktuell Frauen und Männer aller Altersgruppen betroffen. Es könnte nach der Zweitimpfung deutlich schneller auftreten. Seit dem Start der Impfkampagne am 27. Dezember bis zum 31. Mai wurden dem PEI insgesamt 79.106 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet – auf insgesamt 50.541.084 Millionen verimpfter Dosen, heißt es im heute veröffentlichten Sicherheitsbericht der Aufsichtsbehörde. 34.735 Meldungen betreffen Comirnaty® von Biontech und Pfizer (36,7 Millionen Impfdosen). Astra-Zenecas Vaxzevria® kommt mit 34.870 auf etwa genauso viele Verdachtsfälle, allerdings bei 9,2 Millionen verimpften Dosen. 8319 Meldungen gingen zum Covid-19-Impfstoff Moderna ein (4,0 Millionen Dosen) sowie 733 Meldungen zum Covid-19-Impfstoff Janssen (472.941 verimpfte Dosen).


Covid-19 bekämpfen – und das Alter gleich mit

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 10.06.2021

Ältere Menschen haben bei Covid-19 bekanntlich eine deutlich höhere Sterblichkeit als jüngere. Wirkstoffe, die auf zellulärer Ebene das Alter bekämpfen, könnten hier Abhilfe schaffen. Das zeigt eine Tierstudie aus den USA. Ein biologisches Merkmal des Älterwerdens ist die sogenannte Immunseneszenz, also ein Nachlassen der Leistungsfähigkeit des Immunsystems. Hierbei spielen unter anderem seneszente Zellen eine Rolle, das sind Körperzellen, die sich infolge ihres Alters nicht mehr teilen. Sie hat ein Team von Forschern der US-amerikanischen Mayo Clinic und der University of Minnesota nun als Treiber der Hyperinflammation infolge einer SARS-CoV-2-Infektion identifiziert. Denn wie die Wissenschaftler im Fachmagazin »Science« ausführen, verändern seneszente Zellen als Reaktion auf den Kontakt mit Pathogenen wie SARS-CoV-2 ihre Eigenschaften und setzen unter anderem Botenstoffe frei, die dem Virus das Eindringen auch in nicht seneszente Zellen ihrer Umgebung erleichtern. Das beobachtete das Team um Professor Dr. Christina D. Camell zunächst in Zellkulturen.


Warum es in Pflegeheimen weiter zu SARS-CoV-2-Ausbrüchen kommt - Studie belegt verzögerte Impfantwort bei Älteren

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 09.06.2021

Deutschlandweit gibt es Berichte von SARS-CoV-2-Ausbrüchen in Pflegeheimen trotz vollständiger Impfung der Bewohner. Um dieses Phänomen besser zu verstehen, hat ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen solchen Ausbruch in einer Berliner Einrichtung virologisch analysiert und die Immunreaktion älterer Menschen auf die Impfung untersucht. Die im Fachblatt Emerging Infectious Diseases* veröffentlichten Ergebnisse belegen die Wirksamkeit der Impfung, deuten aber auch auf eine verzögerte und leicht reduzierte Immunantwort bei Älteren hin. Den Forschenden zufolge ist der Impfschutz der Kontaktpersonen wichtig, um diese besonders gefährdete Risikogruppe besser zu schützen.


Diese Kinder haben ein besonderes Covid-19-Risiko

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 09.06.2021

Manche chronischen Erkrankungen erhöhen bei Kindern das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Welche das sind, zeigt eine aktuelle Publikation aus den USA. Bei den meisten Kindern und Jugendlichen verlaufen Infektionen mit SARS-CoV-2 mild bis asymptomatisch. Doch einzelne Kinder können auch schwer erkranken. Ein Risiko für einen schweren Verlauf haben nach bisherigen Kenntnissen Kleinkinder unter einem Jahr und Kinder mit Vorerkrankungen. Welche chronischen Krankheiten hier eine Rolle spielen, haben Forschende von den US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) genauer untersucht. Das Team um Dr. Lyudmyla Kompaniyets analysierte hierfür Daten von 43.465 Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren, die zwischen März 2020 und Januar 2021 in einer von 800 US-Kliniken wegen Covid-19 vorstellig geworden waren. Die Forscher untersuchten, wie schwer die Kinder bei Vorstellung im Krankenhaus erkrankt waren und ob sie stationär aufgenommen werden mussten. Über das Ergebnis berichten sie im Fachjournal »JAMA«.

Curevac-Zulassung wohl nicht vor August

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 08.06.2021

Das Begutachtungsverfahren bei der EMA läuft bereits seit Mitte Februar, doch fehlen anscheinend immer noch Daten für eine Zulassung von Curevacs mRNA-basierten Covid-19-Impfstoff.  Die Zulassung des Corona-Impfstoffs CVnCoV der Tübinger Firma Curevac dauert länger als geplant. Der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) bestätigte am Dienstag in Stuttgart, dass sich das Verfahren weiter verzögern wird. Zuletzt hatte es geheißen, man rechne mit einer Zulassung im Juni.


COVID-19-Therapie: Cochrane Reviews zu Rekonvaleszenten-Plasma und Vitamin D

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft,  07.06.2021

 

Cochrane veröffentlicht aktuelle Reviews zu zwei viel diskutierten Therapieansätzen für COVID-19: Rekonvaleszenten-Plasma und Vitamin-D-Supplementierung. Leider zeigen die systematischen Übersichtsarbeiten für beide Therapien wenig bis keine Wirksamkeit. Zur Plasmatherapie gibt es inzwischen belastbare Evidenz, während die Studienlage für Vitamin D noch sehr unsicher ist. Seit Beginn der Pandemie suchen Forscher und Forscherinnen weltweit nach wirksamen Therapien für COVID-19-Patienten. Die Zahl von mehr oder minder plausiblen Ansätzen ist groß und schwer zu überschauen, die Ergebnisse aus mitunter wenig zuverlässigen Studien widersprechen sich oft. Hier setzt das Evidenz-Ökosystem CEOsys an, ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über das Netzwerk Universitätsmedizin fianzierter Forschungsverbund von 20 deutschen Unikliniken, an dem auch Cochrane beteiligt ist. Die Forschenden von CEOsys sichten und bewerten alle verfügbaren Ergebnisse von Humanstudien zu COVID-19 und erstellen engmaschig aktualisierte Evidenzsynthesen, die den aktuellen Stand der Forschung wiedergeben.

 


Stärkere Immunantwort bei kombinierter Corona-Impfung

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 07.06.2021

Wer die Erstimpfung mit Vaxzevria® von Astra-Zeneca und als Zweitdosis Comirnaty® von Biontech/Pfizer bekommen hat, kann sich über eine bessere Immunantwort freuen als nach homologer Immunisierung. Das zeigen Daten von 250 Personen, die am Uniklinikum des Saarlands in Homburg geimpft wurden. Es ist wohl eines der größten Real-World-Experimente der Corona-Pandemie in Deutschland: Mitte März wurde die Verimpfung des Astra-Zeneca Impfstoffs Vaxzevria® an Unter-60-Jährige abrupt gestoppt. Der allseits bekannte Grund sind die sehr seltenen, aber gefährlichen Thrombosen in Kombination mit Blutplättchenmangel (TTS). Bis dahin waren rund 1,6 Millionen Erstimpfungen, aber noch keine Zweitimpfungen durchgeführt worden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät seit dem 1. April dazu, die Grundimmunisierung bei den Unter-60-Jährigen mit einem mRNA-Impfstoff, also den Präparaten von Biontech/Pfizer oder Moderna, abzuschließen – obwohl dazu anfangs keine und auch bis heute nur wenige Daten vorliegen. Große kontrollierte Studien laufen derzeit weltweit.


Wohl höhere Pathogenität bei Delta-Variante

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 05.06.2021

Die Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2) ist vermutlich nicht nur deutlich ansteckender, sondern auch pathogener als andere Varianten und führt häufiger zu Hospitalisierungen. Das meldet die englische Gesundheitsbehörde. Offenbar kann die Variante auch Teilimmunisierte infizieren. Die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2) könnte laut vorläufigen Erkenntnissen der englischen Gesundheitsbehörde häufiger zu schwereren Covid-19-Erkrankungen führen. »Erste Erkenntnisse aus England und Schottland legen nahe, dass es ein erhöhtes Risiko für Krankenhauseinlieferungen geben könnte als bei der Alpha-Variante«, heißt es in einer aktuellen Risikoeinschätzung von Public Health England. Als Alpha-Variante wird die zunächst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 bezeichnet. Einige Regionen zeigten einen Anstieg von Krankenhauseinlieferungen, allerdings ließe sich der nationale Trend noch nicht abschätzen, so die Behörde.