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Letzte aktualiesierung 06.04.2021



Virus mutiert weiter - Neue Corona-Varianten in Tansania und Brasilien entdeckt
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 01.04.2021
Eine neue Corona-Mutante überrascht Afrika bei der Vorbereitung auf die dritte Welle. Die Variante aus Tansania hat bis zu 40 Mutationen. Und auch in Brasilien wurde eine weitere Virusvariante gefunden. In Afrika ist laut der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC eine neue Corona-Variante registriert worden. Sie sei bei Reisenden aus Tansania in Angola entdeckt worden, teilte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. Die neue Variante weise bis zu 40 Mutationen auf. «Das ist sicherlich eine Variante, die Anlass zur Sorge gibt», sagte er. Das ostafrikanische Tansania hat seit Mitte vergangenen Jahres keine Daten über Covid herausgegeben. Auch aktuell gebe es keine Informationen zur genauen Anzahl der Fälle dort, erklärt die CDC. Der vor kurzem verstorbene tansanische Präsident John Magufuli hatte vergleichsweise lockere Corona-Einschränkungen spät eingeführt. «Wir wissen leider nicht, wie diese Variante auf Impfstoffe reagiert», erklärte Nkengasong. Es gebe nun ein Überwachungssystem in Tansanias Nachbarländern, während die  tansanische Mutante in Südafrika untersucht werde. Auf dem Kontinent wurden in 18 Ländern laut CDC mittlerweile die hoch ansteckende, zuerst in Großbritannien entdeckte Variante B.1.1.7 nachgewiesen, in 18 weiteren die «südafrikanische» Variante B.1.3.5.1.

Immunität gegen SARS-CoV-2-Varianten - Die T-Zellen reißen es raus
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 01.04.2021
Beruhigende Nachrichten zur Immunität gegen die zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten kommen aus den USA: Einer Studie der dortigen Gesundheitsbehörde NIAID zufolge werden sie von zytotoxischen T-Zellen Genesener erkannt. Die Autoren gehen davon aus, dass das auch für die durch Impfungen induzierte Immunität gilt. An der Immunantwort auf Infektionen mit Viren wie etwa dem Coronavirus sind mehrere Komponenten des Immunsystems beteiligt. Eine wichtige Rolle spielen neutralisierende Antikörper, die von B-Zellen infolge einer Infektion oder auch Impfung gebildet werden. Sie erkennen den Erreger anhand spezifischer Oberflächenmerkmale, docken an ihn an und verhindern so, dass er in menschliche Zellen eindringen kann. Daneben können zytotoxische T-Zellen (CD8-Zellen) Körperzellen, die von dem Virus befallen sind, erkennen und direkt eliminieren.

Verschwörungstheorien - Warum es keine Morgellons auf Teststäbchen gibt
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.03.2021
Scheinbar zappeln wurmartige Gebilde über Corona-Teststäbchen unter dem Mikroskop. Die Verschwörungsgemeinde ist sich sicher: Das sind Morgellons, die sich unter der Haut einnisten können. Doch es ist natürlich ganz anders. Als wichtige Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gelten medizinische Masken und Antigen-Schnelltests. Wer sie nutzt, fühlt sich in der Regel besser geschützt gegen die unsichtbaren Erreger. Doch jetzt sorgt ein neuer Mythos für Wirbel: Sind Masken und Tests etwa verunreinigt oder gar verseucht? Unter Verschwörungsgläubigen erlebt gerade ein ungewöhnlicher Begriff seinen Höhenflug: Morgellons. Behauptet wird, über Corona-Teststäbchen und Atemmasken gelangten parasitäre Morgellons in die Haut. Das ist jedoch falsch. Was sind Morgellons überhaupt? Es juckt und kribbelt bei den Betroffenen, die über Morgellons oder Morgellonen klagen. Dabei soll es sich angeblich um kleine Lebewesen handeln, die sich unter der Haut einnisten. Medizinisch gilt die Selbstdiagnose als eine spezielle Wahnvorstellung – eine Variante des sogenannten Dermatozoen-Wahns, bei dem sich die Patienten einbilden, ihre Haut sei von Parasiten befallen. Begünstigt wird der Irrglaube beispielsweise durch Kokain- und Amphetamin-Missbrauch, aber auch durch Hirnverletzungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Europäische Studie - Strenge Kontaktverbote reduzieren R-Wert deutlich
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.03.2021
Intensivmediziner und Virologen fordern den nächsten harten Lockdown. Neue Studienergebnisse aus Deutschland und anderen europäischen Ländern untermauern die Wirksamkeit strenger Kontaktbeschränkungen.  Strenge Kontaktbeschränkungen gehören einer aktuellen Studie zufolge zu den wirksamsten Corona-Maßnahmen. Das geht aus einer Auswertung von Forschern der Universität Oxford und anderen europäischen Wissenschaftlern hervor, die noch nicht von Fachleuten begutachtet und in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde. Die Studie untersucht, wie stark verschiedene sogenannte nicht-pharmazeutische Interventionen den R-Wert beeinflussen – also inwiefern sie die Verbreitung des Virus bremsen. Strenge Kontaktverbote, etwa die Begrenzung aller Treffen auf maximal zwei Personen, hat demnach einen sehr großen Effekt und reduziert den R-Wert um geschätzt rund 26 Prozent. Bei weniger strengen Kontaktbeschränkungen, etwa erlaubten Treffen von zwei Haushalten mit mehreren Angehörigen, reduzierte sich die Wirkung der Maßnahme deutlich. Nächtliche Ausgangsbeschränkungen sind den Forschern zufolge auch eine wirksame Maßnahme, ihr Beitrag zur Reduktion des R-Werts wird auf rund 13 Prozent geschätzt. Die Schließung der Gastronomie liegt mit zwölf Prozent Reduktion in einem ähnlichen Bereich.

Neuer Name - Astra-Zeneca-Impfstoff heißt jetzt Vaxzevria
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.03.2021
Die »Covid-19 Vaccine AstraZeneca« hat seit dieser Woche einen Markennamen: Vaxzevria. Die Änderung erfolgte bereits am 25. März, wurde aber nicht offiziell bekanntgegeben. Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen sei üblich und seit vielen Monaten geplant gewesen, sagte Astra-Zeneca gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat den neuen Namen wohl bereits am 25. März genehmigt, wie aus den Aktualisierungen auf der EMA-Website hervorgeht. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet.

Astra-Zeneca-Impfstoff - EMA sieht vorerst keinen Anlass für Altersbeschränkung
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.03.2021
Nachdem Deutschland gestern eine Altersuntergrenze von 60 Jahren für die Verimpfung des Covid-19-Impfstoffs von Astra-Zeneca eingeführt hat, gibt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) heute bekannt, sie sehe derzeit keinen Grund für eine solche Einschränkung. Nach der Impfung mit dem Covid-19-ImpfstoffVaxzevria (ChAdOx1, AZD1222) von Astra-Zeneca wurden in Deutschland gehäuft, aber immer noch sehr selten Sinusvenenthrombosen gemeldet. Betroffen von der gefährlichen und potenziell lebensbedrohlichen Komplikation waren insbesondere jüngere Menschen, vor allem Frauen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfahl daher gestern, ab sofort bevorzugt Menschen über 60 Jahren mit der Vakzine zu immunisieren, eine Empfehlung, die die Bundesregierung umgehend umsetzte.

Biontech/Pfizer-Impfstoff - Hohe Wirksamkeit bei Jugendlichen
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.03.2021
Die mRNA-Vakzine von Biontech/Pfizer gegen das SARS-Coronavirus-2 ist auch bei Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren sicher und sehr wirksam. Der Schutz liegt nach vorläufigen Ergebnissen bei 100 Prozent. Entsprechende Daten präsentierten heute die beiden Unternehmen. Kein Covid-19-Impfstoff hat bislang eine Zulassung für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren. Einige Hersteller haben Studien initiiert, in denen sie den Einsatz ihrer Impfstoffe in dieser Altersgruppe testen. Erste Daten stellten heute Biontech und Pfizer in einer Pressemitteilung vor. Bei Teilnehmern im Alter von 12 bis 15 Jahren rief der Impfstoff Tozinameran (Comirnaty®, BNT162b2) demnach sehr hohe Antikörperantworten hervor, die sogar die robusten Antikörperantworten von geimpften 16- bis 25-Jährigen übertrafen und gut verträglich waren. Die Impfstoffwirksamkeit gibt das Unternehmen mit 100 Prozent an.

STIKO empfiehlt Astrazeneca-­Impfstoff nur noch für Personen im Alter ab 60 Jahren

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 30.03.2021

 

Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen wird der COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca nur noch für Personen im Alter ab 60 Jahren empfohlen. Dies teilte heute die Ständige Impfkommission (STIKO) mit. Nach mehreren Beratungen habe man, auch unter Hinzuziehung externer Experten, mehrheitlich entschieden, diese Empfehlung auszusprechen, da diese Nebenwirkung 4 bis 16 Tage nach der Impfung, ganz überwiegend bei Personen im Alter <60 Jahren auftraten, so die STIKO.



Impf-Nebenwirkung aufgeklärt – und jetzt?

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 30.03.2021

Nach wie vor sind viele verunsichert und besorgt, was seltene, aber schwere thrombotische Nebenwirkungen einer Covid-19-Impfung mit der Astra-Zeneca-Vakzine betrifft. Während neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ursache und wie man sie behandelt frisch publiziert wurden, stellt sich die Frage, wie es nun mit den Impfungen weitergehen soll. Die gute Nachricht: Es gibt eine Therapiemöglichkeit, kommt es zur sogenannten VIPIT.  In einem lesenswerten Beitrag schildern die beiden deutschen Korrespondenten für das Wissenschaftsjournal »Science«, Kai Kupferschmidt und Gretchen Vogel, wie derzeit mit dem Problem der Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit der Astra-Zeneca-Vakzine umgegangen wird. Noch ist längst nicht abschließend geklärt, was dieses sehr seltene Ereignis in Form einer Thrombose assoziiert mit einer Thrombozytopenie tatsächlich verursacht. Denn es geht nicht um irgendeinen Typ von Thrombosen. Vielmehr handelt es sich um einen äußerst seltenen Subtyp, bei dem ein Gefäßverschluss mit einer Verarmung an Blutplättchen einhergeht. Untypischer Weise kommt es bei diesem Ereignis eines Gefäßverschlusses auch zu Blutungen, die dann beispielsweise in Form kleiner roter oder blauer Punkte unter der Haut beobachtet werden. Dieses viel diskutierte Syndrom wird jetzt auch Impfstoff-induzierte prothrombotische Immunthrombozytopenie (VIPIT) genannt.


Corona-Infektionsrisiko nach mRNA-Impfung gering

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 30.03.2021

Eine neue Studie aus den USA bekräftigt eine gute Wirksamkeit von einigen Covid-19-Impfstoffen auch gegen Infektionen ohne Symptome. Und auch aus Schweden kommen gute Nachrichten. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte die mRNA-Vakzinen von Pfizer/Biontech und Moderna unter die Lupe genommen: Knapp 4000 Menschen im medizinischen Bereich wurden dabei in sechs US-Staaten im Zeitraum zwischen Dezember und März wöchentlich getestet. «Die Ergebnisse zeigten, dass nach der zweiten Impfstoffdosis das Infektionsrisiko zwei oder mehr Wochen nach der Impfung um 90 Prozent verringert wurde», teilte die CDC am Montag mit. Dabei wurden auch Infektionen ohne Symptome erfasst, die einen «kleinen Anteil» von etwa 10 Prozent an allen positiven Tests ausmachten. Die Ergebnisse bestätigten dabei vorherige Studien, die ebenfalls darauf hinweisen, dass eine asymptomatische Weitergabe des Coronavirus bei Geimpften eher unwahrscheinlich ist und Infektionsketten so unterbrochen werden können.


Dritter Corona-Antikörper darf eingesetzt werden

 

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 29.03.2021

Es ist noch keine Zulassungsempfehlung, gleichwohl kommt die Europäische Arzneimittelagentur zu dem Schluss, dass der monoklonale Antikörper Regdanvimab bei leichtem Covid-19 eingesetzt werden kann, wenn ein schwerer Verlauf droht. Regdanvimab (CT-P59) von Celltrion ist ein synthetisch hergestellter monoklonaler Antikörper, der sich gegen das Spike-Protein des Coronavirus SARS-CoV-2 richtet, der sich derzeit bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA im Rolling-Review-Verfahren befindet – genau wie die beiden Antikörperkombinationen Bamlanivimab und Etesevimab von Eli Lilly sowie Casirivimab und Imdevimab (REGN-COV2) von Regeneron und Roche. Für die beiden letzteren Präparate, von denen das Bundesgesundheitsministerium im Januar schon insgesamt 200 Millionen Dosen gekauft hatte, hatte die EMA bereits eine erste Einschätzung abgegeben. Alle drei Präparate sind noch nicht offiziell zugelassen.  Für Regdanvimab hat der Pharmakovigilanzausschuss (PRAC) der EMA nun ein erstes Review abgeschlossen. Gemeinsam ist allen dreien, dass sie nur bei Patienten mit leichten bis mittleren Covid-19-Symptomen, die noch keine externe Sauerstoffzufuhr brauchen, zum Einsatz kommen, wenn diese Patienten ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben, zum Beispiel bei Diabetikern und stark Übergewichtigen. Der erste Teil der Studie deutet laut EMA darauf hin, dass die einmalige Infusion des Antikörpers, die ambulant erfolgen soll, die Hospitalisierungsrate senkt. Die meisten Nebenwirkungen seien mild oder moderat. Infusionsreaktionen könnten allerdings nicht ausgeschlossen werden, daher müssen die Patienten während und nach der Applikation beobachtet werden.


Nasenspray mit NO soll gegen Covid-19 helfen

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 29.03.2021

Die Zeitung »Die Welt« berichtet heute über ein antivirales Nasenspray, das in Israel bereits die Zulassung als Medizinprodukt erhalten haben soll: Enovid der Firma Sanotize. Viele Fragen zu dem Produkt sind aber noch offen. Wirksamer Inhaltsstoff des Anti-Covid-19-Nasensprays ist offenbar Stickstoffmonoxid (NO). Die »Welt« verweist in ihrem Artikel auf eine Pressemitteilung des Herstellers Sanotize, der zufolge eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-II-Studie mit 79 Teilnehmern in Großbritannien einen deutlichen Abfall der Viruslast nach Anwendung des Sprays gezeigt habe. Innerhalb von 24 Stunden sei die Menge der Viren um mehr als 95 Prozent, innerhalb von 72 Stunden sogar um mehr als 99 Prozent gesunken. Weder in dieser Studie noch in vorherigen klinischen Tests, bei denen das Präparat in Kanada von mehr als 7000 Personen angewendet worden sei, habe es Nebenwirkungen gegeben, vermeldet Sanotize.


Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten in deutschen Unikliniken im Jahresverlauf 2020 gesunken

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 25.03.2021

 

Medizininformatik-Initiative und CODEX-Projekt des Netzwerks Universitätsmedizin ermöglichen klinikübergreifende Datenanalyse. Die Sterberate bei COVID-19-infizierten Patientinnen und Patienten in Deutschland ist rückläufig, wie eine vom Universitätsklinikum Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg geleitete Forschungsgruppe berichtet. In ihrer kürzlich veröffentlichten Studie wurden Krankenhausaufenthalte von 1.318 COVID-19-Patienten aus 14 deutschen Universitätskliniken von Januar bis September 2020 untersucht. Die Analyse zeigt einen Rückgang der durchschnittlichen Sterberate bei COVID-19-Patienten von anfangs 20,7 Prozent (Januar bis April) auf 12,7 Prozent (Mai bis September). Das kann aus Sicht der Forschenden ein Beleg für eine kontinuierliche Optimierung der COVID-19-Behandlung, bessere Therapieempfehlungen und zunehmende Erfahrung der Behandlungsteams mit der Erkrankung sein. Die klinikübergreifenden Datenauswertungen wurden durch die Vorarbeiten der Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und deren Ausbau im Rahmen des CODEX-Projekts ermöglicht.

 


DGTI: Transfusionsmediziner finden Ursache für Hirnvenenthrombosen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 25.03.2021

Ulm, 25. März 2021 – Bei einer Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus kommt es zu Reaktionen des Immunsystems. In sehr seltenen Fällen können dabei Komplikationen entstehen, wie beispielsweise Thrombosen. Experten der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie e.V. (DGTI) haben jetzt jedoch herausgefunden, warum es zu solchen Reaktionen kommt und wie diese behandelt werden können. Die Fachgesellschaft bewertet diese Ergebnisse als einen Meilenstein für die Bewältigung der Corona-Pandemie. Die Transfusionsmediziner um Professor Greinacher haben jetzt das Blut von sieben Betroffenen untersucht, um die Entstehung der Thrombosen nachzuvollziehen. Außerdem haben die Forscher ein Testverfahren entwickelt, das hilft, die nach der Impfung auftretenden Antikörper zu erkennen. „Dieses Verfahren testet, ob die speziellen Abwehrstoffe im Blut vorhanden sind. Die Forscher haben auch eine Behandlungsmethode gefunden. Durch ein intravenöses Immunglobulin (ivIgG) können die Blutplättchen blockiert werden, sodass der Mechanismus gehemmt wird. Die Blutgerinnsel können dann durch gerinnungshemmende Medikamente aufgelöst werden. Die Diagnosestellung erfolgt durch den behandelnden Arzt vor Ort, die Therapie sollte in jedem mittelgroßen Krankenhaus verfügbar sein.


SARS-CoV-2: Immunsuppression verhindert Impfstoffwirkung bei Organempfängern

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 25.03.2021

Die medikamentöse Immunsuppression, die nach allen Organtransplantationen lebenslang erforderlich ist, kann die Wirksamkeit einer Impfung gegen SARS-CoV-2 deutlich abschwäch­en. In einer US-Kohortenstudie im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2021; DOI: 10.1001/jama.2021.4385) kam es bei weniger als 1/5 der Patienten zur Bildung von Antikörpern. Bei Patienten mit chronischen entzündlichen Erkrankungen, die mit Biologika oder anderen Basisthera­peutika behandelt werden, gibt es nach den Erfahrungen eines deutschen Exzellenzclusters in BMJ Annals of the Rheumatic Diseases (2021; DOI: 10.1093/bjs/znab101) offenbar keine Probleme. Zur Wirksamkeit von Impfungen bei Organtransplantierten gibt es nur wenige sichere Daten, da diese Patienten von der Teilnahme an klinischen Studien ausgeschlossen werden. Da die Organtransplan­tierten jedoch wegen der Immunsuppression bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 ein hohes Risiko auf einen schweren Verlauf von COVID-19 haben, werden sie bevorzugt geimpft.


Antikörper-Kombis wirksam – aber bislang kaum nutzbar

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 24.03.2021

Monoklonale Antikörper zur Behandlung einer leichten bis moderaten Covid-19-Erkrankung dürfen eingesetzt werden, um schwere Verläufe zu verhindern. Sie reduzieren das Risiko für schweres Covid-19 oder den Tod um 70 Prozent, wie neue Daten von Roche belegen. Ihr Einsatz scheitert bislang allerdings an der Logistik.  Drei Präparate mit monoklonalen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 durchlaufen derzeit bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA ein Rolling-Review-Verfahren: 1. REGN-COV2 von Roche und Regeneron, das Casirivimab und Imdevimab enthält; 2. Bamlanivimab/Etesevimab von Eli Lilly und 3. das Monopräparat Regdanvimab von Celltrion. Zwar steht die offizielle Zulassung noch aus, doch hat die EMA die Anwendung von Casivirimab/Imdevimab und Bamlanivimab/Etesevimab bereits empfohlen. Das gilt für Patienten ab zwölf Jahre mit leichtem bis moderatem Covid-19, die nicht auf eine Sauerstoffzufuhr angewiesen sind, aber ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.


Rote-Hand-Brief für Astra-Zeneca-Impfstoff

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 24.03.2021

Soeben hat Astra-Zeneca einen Rote-Hand-Brief zu seinem Covid-19-Impfstoff verschickt. Neue Erkenntnisse gegenüber vergangener Woche bringt er nicht, aber noch einmal eine Aufzählung, bei welchen Symptomen Geimpfte sofort zum Arzt sollen.  Zunächst einmal betont der Hersteller noch einmal wie zuvor bereits die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), dass der Nutzen seines Covid-19-Impfstoffs die Risiken überwiege, »trotz eines möglichen Zusammenhangs mit sehr seltenen Thrombosen in Kombination mit einer Thrombozytopenie« (Blutplättchenmangel). Die genauen Fallzahlen nennt Astra-Zeneca in dem Rote-Hand-Brief nicht. Zum Hintergrund heißt es: »Eine Kombination von Thrombose und Thrombozytopenie, in einigen Fällen einhergehend mit Blutungen, wurde sehr selten nach einer Impfung mit Covid-19 Vaccine Astra-Zeneca beobachtet. Dies schließt schwere Fälle ein, die sich als venöse Thrombose präsentierten, einschließlich des Auftretens in ungewöhnlichen Bereichen, wie zum Beispiel zerebrale Sinusvenenthrombose, Mesenterialvenenthrombose sowie arterielle Thrombose, bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. Die meisten dieser Fälle traten innerhalb der ersten sieben bis vierzehn Tage nach der Impfung und bei Frauen unter 55 Jahren auf, was möglicherweise auf die verstärkte Anwendung des Impfstoffs in dieser Bevölkerungsgruppe zurückzuführen ist. Einige Fälle hatten einen tödlichen Ausgang.«


Wo stecken wir uns mit Corona an?

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 24.03.2021

 

Die SARS-CoV-2-Infektionszahlen steigen deutlich an, trotz Lockdown. Das Robert-Koch-Institut prognostiziert eine höhere Inzidenz als je zuvor. Woran liegt das und wo häufen sich die Ausbrüche?  Die dritte Welle läuft: Die Covid-19-Fallzahlen steigen seit Mitte Februar wieder deutlich an. Seit etwa dem 10. März hat sich der Anstieg der Fallzahlen noch einmal beschleunigt und auch die Intensivstationen deutscher Krankenhäuser werden wieder voller. Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht das Risiko für eine weitere starke Zunahme deutlich erhöht. Wo kommt es zu den vielen Ansteckungen? Laut dem RKI sind die hohen Fallzahlen momentan vor allem auf Ausbrüche in privaten Haushalten, zunehmend auch in Kitas, Schulen und im beruflichen Umfeld zurückzuführen. Der Anteil an Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen nehme kontinuierlich und deutlich ab, auch in Krankenhäusern sei die Tendenz rückläufig. Ging man sonst von einer eher untergeordneten Rolle von Kindern und Jugendlichen für den Verlauf der Coronavirus-Pandemie aus, rücken diese nun mehr in den Fokus: Die Melde-Inzidenzen steigen bei Kindern und Jugendlichen in allen Altersgruppen an, so das Institut. Eine ähnliche Entwicklung deute sich auch für die Schulen an. Hier spiele vor allem die Ausbreitung leichter übertragbarer Varianten, besonders B.1.1.7, eine wesentliche Rolle.


Neuer Ansatz gegen Covid-19

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 24.03.2021

 

Wissenschaftler der Universität Würzburg arbeiten mit einem Pharmaunternehmen an einem neuartigen Ansatz zur oralen Impfung gegen das Coronavirus. Wenn es nach Professor Thomas Rudel und dem biopharmazeutischen Unternehmen Aeterna Zentaris GmbH geht, könnte es in Zukunft möglicherweise signifikante Verstärkung im Kampf gegen die weltweite Corona-Pandemie geben: eine Impfung, die nicht mit der Spritze verabreicht wird, sondern in Form einer Kapsel, die einfach geschluckt werden kann. Die präklinische Entwicklung, die den Weg zu ersten klinischen Studien an Menschen ebnen soll, hat bereits angefangen. Thomas Rudel ist Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Vor gut einem Jahr hatte er die Idee für die orale Schutzimpfung. Sein Ansatz: „Wir verwenden einen Ansatz, der schon seit vielen Jahren, millionenfach als Schutz vor einer Typhus-Infektion im Einsatz ist“. Der orale Typhus-Impfstoff basiert auf einem speziellen Bakterienstamm, Salmonella Typhi Ty21a.

 


Astra-Zeneca-Impfstoff - Zweifel an Studiendaten in den USA
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 23.03.2021
Nach der gestrigen Veröffentlichung von guten Wirksamkeitsdaten zum Astra-Zeneca-Impfstoff aus einer klinischen Studie in den USA meldet jetzt die US-Behörde NIAID Zweifel daran an. Sie fordert den Impfstoffhersteller zu einer verstärkten Kooperation auf. Wieder einmal produziert der Astra-Zeneca-Impfstoff ChAdOx1 Schlagzeilen. Am frühen Dienstagmorgen berichtete die »New York Times« von einem außergewöhnlichen Vorgang im Rahmen des Zulassungsprozesses des Impfstoffs in den USA. In einer öffentlichen Verlautbarung des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) heißt es, dass man über die von Astra-Zeneca veröffentlichten Informationen zu den neue Daten einer Phase-III-Studie zu dem Covid-19-Impfstoff besorgt sei.  Das im Rahmen einer Arzneimittelzulassung in den USA wichtige Data and Safety Monitoring Board (DSMB) habe sowohl der Biomedical Advanced Research and Development Behörde (BARDA) als auch dem Unternehmen Astra-Zeneca mitgeteilt, dass es Zweifel an den von Astra-Zeneca veröffentlichten Informationen zu Daten aus einer aktuellen klinischen Studie mit dem ChAdOx1-Impfstoff habe. Das DSMB sei besorgt, dass Astra-Zeneca möglicherweise veraltete Informationen aus dieser Studie in die Auswertung mit einbezogen habe, sodass ein unvollständiges und nicht korrektes Bild zur Wirksamkeit des Impfstoffs resultieren könnte.