Mit einem Klick auf "Lesen Sie hier weiter" verlassen Sie Spektrum Dialyse!


Die Nephro-Presseschau enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte Spektrum Dialyse keinen Einfluss hat. Deshalb kann für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernommen werden. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernen.

Letzte aktuallisierung des des Presseschau: 27.01.2020



Urologen starten erneut Journalistenwettbewerb

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 23.01.2020

 

DGU schreibt ihren Medienpreis zum siebten Mal aus . Seriöse und verständliche Informationen sind die Basis für erfolgreiche gesundheitliche Aufklärung – aus Broschüren in der Arztpraxis ebenso wie aus ungezählten Beiträgen in den Medien. „Auch zur Urologie setzen sich viele Journalisten verantwortungsbewusst mit den vielfältigen Erkrankungen auseinander, die unter unser Fach fallen. Zu Diagnose und Therapie, zu Früherkennung und Prävention, aber auch zu anderen Fragen rund um die Urologie geben sie in ihren Berichten gute Antworten in den Publikumsmedien. Diese Journalisten wollen wir mit unserem Medienpreis motivieren und ihre Arbeit würdigen“, sagt Prof. Dr. Christian Wülfing, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU). Der mit 2500 Euro dotierte Medienpreis Urologie wird bereits zum siebten Mal vergeben und beim 72. DGU-Kongress, der unter dem Motto „Urologie 2020 – es ist Zeit“ vom 23. bis 26. September 2020 in Leipzig stattfindet, überreicht.

 


Intensivmediziner wollen Änderungen am Gesetz zur Organ- und Gewebespende

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 22.01.2020

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat Nachbesserungen am in der vergangenen Woche beschlossene Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei einer Organ- und Gewebespende gefordert. Nach Ansicht der Vereinigung gibt es an einem ganz entscheidenden Punkt einen Fehler. Demnach müsse der Zeitpunkt der Einsichtnahme in das Register verändert werden. „Die Einsichtnahme in ein zukünftiges Register erst nach Feststellung eines irreversiblen Hirnfunktionsausfalls (IHA) ist nicht praktikabel und widerspricht der gelebten Praxis der Patientenautonomie“, sagte Klaus Hahnenkamp, Sprecher der Sektion Organspende und Organtransplantation der DIVI.


DKMS-Studie zum Erfolg von Stammzelltransplantationen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.01.2020

 

Den möglichen Einfluss von Killerzell-Immunoglobulin-ähnlichen Rezeptoren (KIR) auf den Erfolg von Stammzelltransplantationen hat jetzt ein interdisziplinäres Forscherteam der DKMS untersucht. Das Ergebnis: Bei 2222 Patient-Spender-Paaren mit bestimmten KIR-HLA-Kombinationen konnten die Wissenschaftler keine signifikanten Auswirkungen feststellen. Jetzt wollen die Forscher weitere KIR-HLA-Kombinationen in den Blick nehmen – denn dieser Forschungsansatz könnte künftig Leben retten. Die DKMS ist bekannt als Stammzellspenderdatei, die zum Ziel hat, Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen. Auch auf der medizinisch-wissenschaftlichen Ebene setzt sich die DKMS dafür ein, die Therapiemöglichkeiten für Menschen mit Blutkrebs zu verbessern. Das ist wichtig, denn in diesem medizinischen Nischenbereich sind noch viele Fragen offen. Zwar finden mittlerweile neun von zehn Patienten in Deutschland einen Stammzellspender, doch bei weitem nicht alle werden langfristig geheilt.


Lieferproblem Heparin: Festbetragsabsenkung ist kontraproduktiv

Quelle:gesundheit.adhoc, 21.01.2020

Mit Blick auf die aktuell bestehenden globalen Lieferengpässe beim Blutgerinnungshemmer Heparin aufgrund der afrikanischen Schweinepest sagt BPI-Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen: „Dass die Heparinproduktion insbesondere in China stockt, hat auch Auswirkungen auf die Situation in Deutschland und Europa. Die europäischen Quellen können den Engpass nur schwerlich abfedern. Und während die Rohstoffpreise steigen, bereitet der G-BA in Deutschland eine Absenkung der Festbeträge im Heparinsegment vor. Solche ordnungspolitischen Fehlregulierungen sind kontraproduktiv und müssen dringend unterbleiben. Sie vergrößern das Ausmaß der Lieferschwierigkeiten ohne Not und gefährden damit die Versorgung unzähliger Patientinnen und Patienten.

  • Lesen Sie hier weiter

Patientenbeauftragte will Widerspruchslösung erneut vorbringen

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 17.01.2021

Nach der Ablehnung der doppelten Widerspruchslösung bei der Organ­spen­de in Deutschland durch den Bundestag könnte der Vorschlag in der nächsten Wahlpe­ri­ode erneut auf der Tagesordnung stehen. Sie respektiere die Entscheidung des Parlaments, sei aber „sehr offen dafür, sie in der kommenden Wahlperiode erneut zu debattieren“, sagte die Patientenbeauftragte der Bundesregie­rung, Claudia Schmidtke (CDU) der Neuen Osnabrücker Zeitung.Schmidtke begründete ihren Vorstoß für eine Wiedervorlage damit, dass die jetzt vom Bundestag beschlossene Lösung keinen nennenswerten Effekt haben werde. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Organspende-Zahlen signifikant zunehmen.“ Deshalb müsse Deutschland schon allein wegen der Zugehörigkeit zum Organspendeverbund Euro­transplant wirkungsvollere Maßnahmen einführen.


Menschen müssen von Organspende überzeugt werden

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 17.01.2021

Nach der Bundestagsentscheidung zur Organspende setzt der Vorstandsvorsitzen­de des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, jetzt vor allem auf verbesserte Ab­läu­fe in der Transplantationsmedizin. Die im vergangenen Februar vom Bundestag beschlossenen Strukturreformen seien wichtiger als die Frage von Widerspruchslösung oder Zustimmungslösung, sagte der Ehrenvorsitzende der Bundes­ärzte­kammer heute im Deutschlandfunk. Allerdings hätte die Widerspruchslösung aus Sicht des Mediziners deutlich mehr gebracht als die jetzt beschlossene Zustimmungslösung.


Spahn dankt der Ärzteschaft für Unterstützung in Debatte um Organspende

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 17.01.2020

Unter dem Eindruck der Abstimmung über die Widerspruchs- oder Entschei­dungs­­regelung bei der Organspende gestern Vormittag im Bundestag hat Bundesge­sund­heitsminister Jens Spahn (CDU) der Ärzteschaft für ihre Unterstützung in der Dis­kus­sion gedankt. „Es geht dabei nicht um Sieg oder Niederlage. Uns eint das Ziel, Patienten in der Not zu helfen“, sagte Spahn gestern Abend beim Neujahrsempfang der deutschen Ärzteschaft in Berlin. Er bewertete es als positiv, dass seit eineinhalb Jahren nun intensiv über die Organspende diskutiert wurde. „Dafür bedanke ich mich auch bei der Ärzteschaft für die intensive Begleitung.“Auch wenn er sich mit seiner Initiative für eine Widerspruchsregelung nicht durchsetzen konnte, habe die Debatte einen Wert für sich gehabt. „Sie hat eine Hoffnung und ein Sig­nal an die Patienten auf der Warteliste gesendet, dass wir sie nicht vergessen haben.“ Als Minister werde er nun alles daran setzen, dass die Bereitschaft zur Organspende erhöht werde.


DGU bedauert Entscheidung des Bundestages zur Organspende

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 16.01.2020

Der Bundestag hat heute mit einer Änderung des Transplantationsgesetzes die Weichen für die Zukunft der Organspende in Deutschland gestellt: Der Gesetzentwurf zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende wurde mehrheitlich angenommen. In der dritten Lesung stimmten 432 Abgeordnete dafür, 200 dagegen, 37 enthielten sich. Zuvor hatten die Abgeordneten mehrheitlich gegen den konkurrierenden Gesetzentwurf zur Regelung einer doppelten Widerspruchslösung gestimmt. Dieser hatte in der ersten Abstimmungsrunde 292 Zustimmungen erhalten, bei 379 Gegenstimmen. „Wir sind tief enttäuscht, dass der von uns geforderte Paradigmenwechsel zur Organspende ausgeblieben ist. Der nun beschlossene Gesetzentwurf stellt lediglich eine gewisse Modifizierung der bisherigen Entscheidungslösung dar, die wenig bewirkt hat. Das ist keine gute Nachricht für unsere schwerkranken Patienten, die dringend ein Spenderorgan benötigen, aber wegen des Mangels an Organen durchweg viel zu lange darauf warten müssen. EU-Länder, in denen die Widerspruchslösung gilt, haben überwiegend wesentlich höhere postmortale Spendenquoten pro eine Million Einwohner als Deutschland“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), Prof. Dr. Maurice Stephan Michel. In Deutschland gilt seit 2012 eine Entscheidungslösung, nach der eine Organentnahme nur nach aktiv bekundeter Bereitschaft zu Lebzeiten zulässig ist. Angesichts der prekären Organspende-Situation im Land war seit Anfang 2018 von der DGU und kurze Zeit später auch von anderen Fachgesellschaften und der Bundesärztekammer ein Systemwechsel gefordert worden.


„Ein neues Kapitel im Kampf gegen den Organmangel“

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 16.01.2020

 

MHH nach Verabschiedung der Entscheidungslösung im Bundestag: Hoffnung und Skepsis zu Wirksamkeit der Maßnahmen. Der Bundestag hat am 16. Januar 2020 mehrheitlich dafür gestimmt, beim Thema Organspende die erweiterte Entscheidungslösung in Deutschland einzuführen. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und ihr Transplantationszentrum hoffen, dass durch ein Register sowie eine verstärkte Information und Ansprache der Bevölkerung die Zahl der Organspenden in Deutschland steigen wird. „Mit der Verabschiedung der erweiterten Entscheidungslösung ist ein neues Kapitel im Kampf gegen den Organmangel in Deutschland aufgeschlagen worden. Wir hoffen sehr, dass die Umsetzung des Gesetzes die Organspende stärken wird“, sagte Professor Dr. Michael Manns, Präsident der MHH.

 


Organspende: Bundestag beschließt Zustimmungslö­sung

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 16.01.2020

Der Bundestag hat sich in namentlicher Abstimmung für die Zustimmungslö­sung in der Organspende ausgesprochen. In der Schlussabstimmung gab es 669 abgegebene Stimmen. 432 Parlamentarier waren für die Reform, 200 stimmten dagegen und 37 Abge­ordnete enthielten sich. Die Zustimmungslö­sung von Grünen-Chefin Annalena Baer­bock und Linken-Chefin Katja Kipping fordert eine ausdrückliche Zustimmung des Spenders und sieht zugleich eine bessere Information der Bürger vor. Wer nach seinem Tod Organe spenden möchte, muss dem im Vorfeld also wie bisher auch weiterhin aktiv zustimmen. „Damit bleibt es aber nicht beim Status quo“, betonte Baerbock. Künftig sollen nun alle Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema Organ­spen­de beim Abholen oder Verlängern eines Personalausweises oder Passes angespro­chen werden. Auf den Bürger­ämtern oder auch später zu Hause soll man dann freiwillig seine Einstellung zur Organ­spende in ein neu zu schaffendes Online-Register eintragen können.


Deutsche Bischofskonferenz begrüßt Entscheidung des Deutschen Bundestages zur Organspende

Quelle: Presseportal, 16.01.2020

 

Anlässlich der heutigen (16. Januar 2020) Debatte und Entscheidung im Deutschen Bundestag zum Thema Organspende erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx: "Der Deutsche Bundestag hat heute mit einer deutlichen Mehrheit ein Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende beschlossen. Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt nachdrücklich das mit dem Gesetz verfolgte Anliegen, in Deutschland die Zahl der Organspenden wirksam zu erhöhen.


SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert Entscheidung des Bundestags zur Organspende

Quelle: Presseportal, 16.01.2020

 

Nach der Entscheidung des Bundestags zur Neuregelung von Organspenden zeigt sich der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach enttäuscht. "Das ist eine verlorene Möglichkeit", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete am Donnerstag im ARD-Mittagsmagazin. "Ich setze mich seit zehn Jahren für die Widerspruchslösung ein, so knapp wie jetzt haben wir noch nie verloren", so Lauterbach weiter. Lauterbach hatte die sogenannte Widerspruchslösung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) unterstützt, bei der grundsätzlich jeder Bürger ab 16 Jahren Organspender gewesen wäre. Der Bundestag hat diesen Gesetzentwurf mit 379 Nein-Stimmen bei 292-Ja-Stimmen abgelehnt. "Das ist eine Enttäuschung für diejenigen, die in Zukunft ein Organ brauchen werden", sagt Lauterbach.

 


Organspendereform: Ausgang der Abstimmung völlig offen

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 15.01.2020

Vor der morgigen, entscheidenden Debatte und Abstimmung über eine Wider­spruchsrege­lung bei der Organspende sind offenbar ein Viertel der Abgeordneten des Deutschen Bundestages noch unentschlossen. Während einige Fraktionen wie die FDP sich bereits auf einen der drei Anträge festgelegt haben, gibt es unter Mitgliedern von anderen Fraktionen noch Diskussionsbedarf, hieß es heute bei den Befürwortern einer Entscheidungsregelung. Zu ihnen gehören beispiels­weise die Grünen-Chefin Annalena Baerbock, Karen Maag (CDU), Hilde Mattheis (SPD), Otto Fricke (FDP) und Kirsten Kappert-Gonthter (Grüne) sowie Kathrin Vogler (Die Linke).  Auch die Befürworter einer Widerspruchsregelung wollten „bis in die letzten Abendstun­den hinein“ unter den Fraktionskollegen werben, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Sabine Dittmar, vor Journalisten in Berlin. Sie selbst zählt zu den Unterstützern des Antrages zu einer Widerspruchsregelung bei der Organspende, der auch von CDU-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, sowie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, Georg Nüsslein (CDU) und Petra Sitte (Linke) erarbeitet wurde. Auch Bärbel Bas, in der SPD-Fraktionsführung für Gesundheitspolitik zuständig, spricht sich klar für eine Widerspruchsregelung aus. „Es ist zumutbar für die Menschen, eine Entscheidung zu treffen. Dies schützt später auch die Angehörigen.“


Organspende: Herzstiftung setzt sich für Widerspruchslösung ein

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 14.01.2020

 

Abstimmung im Bundestag über Gesetzesentwürfe: Deutsche Herzstiftung unterstützt die Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland Am 16. Januar 2020 will der Bundestag über mögliche Gesetzesänderungen bei der Entscheidung über die Organspende abstimmen. Potenzial für eine positive Entwicklung der Organspende sieht die Deutsche Herzstiftung (www.herzstiftung.de) vor allem in der Einführung einer doppelten Widerspruchslösung. Eines der Ziele der doppelten Widerspruchslösung ist, dass mehr Patientinnen und Patienten eine Organ- oder Gewebespende erhalten.  „Die Kluft zwischen schwerkranken Herzpatienten, die auf ein Spenderherz warten, und den verfügbaren Spenderorganen, ist weiterhin alarmierend“, warnt der Herzchirurg und Transplantationsmediziner Prof. Dr. med. Jan Gummert, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Bad Oeynhausen. Nur leicht ist die Zahl der transplantierten Herzen von 318 (2018) auf 344 (2019) angestiegen. „Dem stehen auf der Warteliste über 1.000 Herzpatienten gegenüber, die auf ein Spenderorgan warten. Die doppelte Widerspruchslösung wäre ein wichtiger Baustein, um Menschen zu helfen, die dringlich auf ein Spenderorgan warten“, so Gummert. „Zudem“, fährt er fort, „ist es schwer verständlich, dass in Deutschland Spenderorgane aus Ländern mit einer Widerspruchslösung wie Belgien, Slowenien, Frankreich und Österreich akzeptiert werden, während bei uns aber eine solche Lösung bisher nicht eingeführt wurde.“

 


Mängel beim Essen in Krankenhäusern

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.01.2020

Das Krankenhausessen in Deutschland hat einer neuen Untersuchung zufolge nicht zu Unrecht einen schlechten Ruf. Unter anderem liege dies daran, dass am Essen besonders gespart werde, so die Analyse des Deutschen Krankenhausinstituts, über die das ARD-Mittagsmagazin berichtete. Für Lebensmittel gaben Krankenhäuser 2018 demnach im Durchschnitt 3,84 Euro pro Tag und Patient aus. 2005 seien es noch 4,45 Euro gewesen. Im gleichen Zeitraum seien aber die Preise für Lebensmittel stark gestiegen.


Neuregelung der Organspende

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 14.01.2020

Angesichts Tausender schwerkranker Menschen auf den Wartelisten sollen in Deutschland mehr Organspenden möglich werden. Doch wie? Der Bundestag will an diesem Donnerstag über zwei fraktionsübergreifende Gesetzentwürfe und einen Antrag abstimmen. Bisher sind Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja zulässig. Die große Lösung: Eine Abgeordnetengruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den SPD-Fachpolitiker Karl Lauterbach macht sich für eine »doppelte Widerspruchslösung« stark. Sie würde das bestehende Prinzip umkehren, dass Organentnahmen nur bei ausdrücklich erklärtem Ja zulässig sind. Stattdessen soll jeder automatisch Spender sein - man soll dem aber jederzeit widersprechen können und müsste das in einem neuen Register speichern. Vor einer Transplantation müsste ein Arzt dort abfragen, ob es eine Erklärung gibt. Falls nicht und es auch sonst kein schriftliches Nein gibt, ist der nächste Angehörige zu fragen - aber nicht nach einer eigenen Entscheidung, sondern ob er ein Nein oder einen anderen Willen des Verstorbenen kennt.


Nein zur Widerspruchsregelung: Ärzte für das Leben e.V. unterstützen Gesetzesinitiative von Annalena Baerbock zur Organspende

Quelle: gesundheit adhoc, 14.01.2020

Münster. Die Organisation „Ärzte für das Leben e.V.“ ist in Fragen des Lebensrechts mit der Partei Bündnis 90/Die Grünen nicht oft einer Meinung. Dennoch empfiehlt sie den Abgeordneten des Deutschen Bundestags, bei der Abstimmung am 16. Januar 2020 die Gesetzesinitiative der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock zur Organspende zu unterstützen und die Widerspruchsregelung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn abzulehnen. Hierzu erklärte Prof. Paul Cullen, Vorsitzender der Ärzte für das Leben e.V.: „Die Organtransplantation in Deutschland steckt in zwei Krisen: eine Krise der Organisation und eine Krise des Vertrauens. Die sogenannte „doppelte Widerspruchslösung“ von Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) ist zur Lösung der ersten Krise völlig ungeeignet und wird die zweite erheblich verstärken. Bei allen grundsätzlichen Schwierigkeiten, die wir beim Hirntodkonzept sehen, hat die Baerbock-Initiative zumindest den Vorteil, dass sie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das sonst von der Politik so hochgehaltene Prinzip der Autonomie respektiert. Wie Kathrin Vogler von der Linkspartei bei der Orientierungsdebatte im Bundestag am 26. Juni 2019 zutreffend bemerkte, ist „kein Nein noch lange kein Ja.“


Weltpremiere in Zürich: Maschine hält Spenderleber eine Woche am Leben

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.01.2019

Ein multidisziplinäres Forscherteam am Forschungsplatz Zürich hat eine Maschine entwickelt, die eine Leber ausserhalb des Körpers während einer Woche am Leben erhalten kann. Dies ermöglicht eine Behandlung der Leber vor der Transplantation und dürfte künftig vielen Menschen mit schweren Lebererkrankungen und Krebs das Leben retten. Bis anhin konnten Lebern nur für wenige Stunden ausserhalb des Körpers aufbewahrt werden. Mit der neu entwickelten Perfusionsmaschine gelang es weltweit erstmals, diese Zeitspanne auf eine Woche zu verlängern – ein Durchbruch in der Transplantationsmedizin. Die entsprechende Studie wurde am 13. Januar im Wissenschaftsjournal «Nature Biotechnology» publiziert. Die Maschine imitiert den menschlichen Körper möglichst genau, um den Spenderlebern perfekte Bedingungen zu bieten. Eine Pumpe dient als Herzersatz, ein Oxygenator ersetzt die Lungen und eine Dialyseeinheit die Nieren. Daneben übernehmen zahlreiche Hormon- und Nährstoffinfusionen die Funktionen des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Wie das Zwerchfell im menschlichen Körper bewegt die Maschine zudem die Leber im Takt der menschlichen Atmung. Die ausgeklügelte Technologie lässt sich bei Bedarf ferngesteuert betreiben.


Deutsche Gesellschaft für Nephrologie spricht sich für die Einführung der Widerspruchslösung aus

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.01.2019

 

Am Donnerstag, 16.01.2020, wird der Deutsche Bundestag über den Gesetzesentwurf zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz entscheiden – die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (Nierenheilkunde) hofft, dass sich die Mehrzahl der Abgeordneten für diesen Gesetzesentwurf ausspricht. Die Zahl der Menschen, die auf eine Spenderniere warten, ist derzeit fast viermal höher als die Zahl der durchgeführten Nierenübertragungen. „Durch die Einführung der Widerspruchslösung könnte endlich eine Trendwende erreicht werden“, so DGfN-Präsident Prof. Dr. Jan C. Galle, Lüdenscheid. Laut Angaben der DSO gab es 2019 insgesamt 932 Organspender, ein Jahr zuvor waren es 955. Damit muss man konstatieren, dass die Zahl weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau geblieben ist und das Gesetz für bessere Zusammenarbeit und bessere Strukturen bei der Organspende (GZSO), das am 1. April 2019 in Kraft getreten ist, bisher keine positive Entwicklung hinsichtlich der Spenderzahlen anstoßen konnte. Dieses Gesetz hatte verbesserte infrastrukturelle Bedingungen in den Entnahmekrankenhäusern geschaffen, stärkte beispielsweise die Position der Transplantationsbeauftragten in den Kliniken. „Dennoch blieb bisher die erhoffte Trendwende aus“, erklärte Prof. Dr. Jan C. Galle, Lüdenscheid, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). Rund 7.500 Patienten warten auf eine Nierentransplantation, 2019 konnten jedoch nur 1.500 postmortale Nieren transplantiert werden [1]. „Im Jahr 2010 waren es immerhin noch über 2.000, aber schon damals haben wir einen eklatanten Organmangel beklagt. Nun ist die Situation desolat“, so der Nierenexperte. Pro Jahr gibt es im Durchschnitt über 2.500 Aufnamen auf die Warteliste zur Nierentransplantation, im Jahr 2018 waren es 2.692.

 


Zahl der Organspender war 2019 wieder leicht rückläufig: Es ist Zeit für die Einführung der Widerspruchslösung!

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.01.2020

 

Am Donnerstag entscheidet der Deutsche Bundestag über den Entwurf eines Gesetzes zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz. Die DTG hofft auf eine Zustimmung zu diesem Gesetzentwurf, sie sieht die Einführung der Widerspruchslösung nicht nur als Chance, um den eklatanten Mangel an Spenderorganen zu beheben, sondern als eine ethische Pflicht. Im Jahr 2019 haben 932 Menschen Organe gespendet, im Jahr 2018 waren es 955. Diese Zahlen hat die DSO heute bekannt gegeben [1]. Damit ist die Zahl der Organspender, die 2018 nach vielen Jahren erstmals wieder einen moderaten Aufwärtstrend erfahren hatte, leicht gesunken. „Auch wenn dieser Rückgang statistisch gesehen klein ist, zeigt das, dass die organisatorisch/finanziell ausgerichteten Gesetzesänderungen zum 1. April dieses Jahres alleine diese für unsere Patienten kritische Organspendesituation nicht beheben werden. Die neuen Zahlen sollten uns alle aufrütteln, hoffentlich auch die Politiker – wir brauchen die Widerspruchslösung“, erklärt Prof. Dr. Christian Hugo, Dresden, Generalsekretär der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG). Bereits im Oktober 2019 hat sich die DTG in einem offenen Brief [2] an alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages gewandt und detailliert ihre Argumente pro Widerspruchslösung dargelegt. „Die neuen Zahlen zeigen, dass ein „weiter so“ nicht länger hinnehmbar ist“, erklärt Hugo. Die DTG sieht in der Einführung der Widerspruchslösung die größte Chance und ein wichtiges und notwendiges gesellschaftliches Signal für einen System-Neustart, um den eklatanten Mangel an Spenderorganen mittel- und langfristig zu verbessern.

 


Umfrage vor Bundestags - Votum Bürger sehen Organspenden positiv
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 13.01.2020
Es ist eine sensible Frage: Würde man nach dem Tod Organe spenden, um Schwerkranken zu helfen? Ganz allgemein finden das viele gut - aber auch ganz konkret? Vor dem wegweisenden Bundestags-Votum zur Zukunft von Organspenden in Deutschland ist die grundsätzliche Zustimmung laut einer neuen Umfrage weiterhin hoch. 84 Prozent der Bundesbürger stehen Organspenden generell eher positiv gegenüber, wie die Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse ergab. Allerdings gibt es laut den Ergebnissen, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen, auch Unterschiede – und längst nicht so viele Menschen haben tatsächlich einen Spendeausweis. Die Abstimmung im Bundestag an diesem Donnerstag über zwei Vorstöße für neue Spenderegeln wird mit Spannung erwartet. Am höchsten ist die prinzipielle Zustimmung der Umfrage zufolge bei jungen Leuten zwischen 18 und 29 Jahren mit 93 Prozent. Schlusslicht sind demnach die 50- bis 69-Jährigen. Von ihnen sehen aber auch noch 79 Prozent Organspenden eher positiv. Eher negativ eingestellt sind 8 Prozent aller Befragten, weitere 8 Prozent äußerten sich neutral.  

Statistik 2019 - Jeder Organspender rettet im Schnitt drei Leben
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 13.01.2020
In Deutschland ist die Zahl der Patienten, denen eine Organspende helfen könnte, immer noch deutlich größer als die Zahl der transplantierten Organe. Genaue Zahlen liefert jetzt die Deutsche Stiftung Organspende. Für mehr als 9.000 Menschen in Deutschland geht es beim Warten um Leben und Tod. Sie sind dringend auf eine Organspende angewiesen, weil ihr Körper nicht mehr hundertprozentig funktioniert. Alljährlich verschlechtert sich der Gesundheitszustand bei mehr als 1.000 der Patienten auf den Wartelisten so sehr, dass entweder keine Transplantation mehr möglich ist oder sie sterben sogar. Die großen Skandale um manipulierte Wartelisten sind schon einige Jahre her, die Einstellung der Deutschen ist laut Umfragen so positiv wie nie. Nur: Es mangelt an geeigneten Spendern. So ging im vergangenen Jahr die Zahl der Organspender leicht von 955 auf 932 zurück, meldet die Deutsche Stiftung Organspende heute. «Statistisch gesehen sind das Schwankungen, keine große Änderung», sagt Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Wichtig sei, dass der deutliche Anstieg im Jahr 2018 kein Ausreißer gewesen sei. Die Zahl der gespendeten Organe sank 2019 von 3.113 auf 2.995. Das waren nach vorläufigen Angaben von Montag 1.524 Nieren, 726 Lebern, 329 Lungen, 324 Herzen, 87 Bauchspeicheldrüsen sowie 5 Dünndärme. Jeder Spender hat im Schnitt mehr als drei Schwerkranken eine neue Lebenschance geschenkt.

Spahn wirbt bei Abgeordneten mit Brief für Widerspruchslösung

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 10.01.2020

Kurz vor der Bundestagsentscheidung über eine Reform der Organspende hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bei den Parlamentariern für eine Wider­spruchslösung geworben. „Ich wünsche mir, dass wir dabei den Mut finden, den großen Schritt zu wagen", schreibt Spahn in einem Brief an die Abgeordneten des Bundestags, der dem Spiegel vorliegt. Das Schreiben richtet sich an alle Abgeordneten, die noch unentschlossen sind. Ihre Zahl wird auf rund 200 geschätzt. Spahn argumentiert, dass die meisten europäischen Länder, allen voran Spanien und Kroatien, mit der Widerspruchslösung „sehr gute Erfahrungen“ gemacht hätten. „Die Bereitschaft zu geben ist dort die Regel, nicht wie bei uns in Deutschland die rühmliche Ausnahme.“


Neuartiges Verbandmaterial wirkt blutstillend und verklebt nicht

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 09.01.2020

 

Forschende der ETH Zürich und der National University of Singapore entwickelten einen neuartigen Wundverband, der blutstillend wirkt und nicht mit der Wunde verklebt. Damit vereinen die Wissenschaftler die beiden Eigenschaften zum ersten Mal in einem Material. «Eigentlich war das nicht so geplant, doch so funktioniert Wissenschaft manchmal eben: Man beginnt an einer Sache zu forschen und endet woanders», sagt ETH-Professor Dimos Poulikakos. Gemeinsam mit Wissenschaftlern seiner Arbeitsgruppe und solchen der National University of Singapore testete er verschiedene superhydrophobe Materialien – also solche, die wie Teflon Flüssigkeiten wie Wasser und Blut extrem gut abweisen. Ziel war es, Beschichtungsmaterialien zu finden für Geräte, die mit Blut in Kontakt kommen, wie zum Beispiel Herz-Lungen-Maschinen oder Kunstherzen. Eines der getesteten Materialen zeigte dabei unerwartete Eigenschaften: Es wies Blut nicht nur ab, sondern brachte dieses auch zum Gerinnen. Um damit eine Blutpumpe zu beschichten, war das Material deshalb ungeeignet. Die Wissenschaftler realisierten jedoch rasch, dass sich dieses Material hervorragend als Wundverband eignet.

 


Neue Erkenntnisse im Kampf gegen Infektionen von Organempfängern

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 09.01.2020

 

Forschende des Universitätsspitals Zürich (USZ) und des Universitätsspitals Genf (HUG) publizieren zusammen mit den weiteren Transplantationszentren eine Studie über Infektionen von in der Schweiz transplantierten Menschen. Das Ziel der weltweit ersten Überblicksstudie zu diesem Thema ist es, die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern. In der Schweiz leben heute mehr als 5'000 transplantierte Patientinnen und Patienten. Um das Risiko einer Abstossung des eingepflanzten Organs zu vermeiden, müssen sie immunsuppressive Medikamente einnehmen. Dies macht sie jedoch anfällig für Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilze. Um sie davor zu schützen, verschreiben ihnen die Ärztinnen und Ärzte Medikamente zur Prophylaxe. Weltweit existierten bisher keine Studien, die Infektionen bei transplantierten Patienten unter Immunsuppression systematisch und im Überblick untersuchten. Über den Umfang der Infektionen, die Art der Infekte, deren chronologischen Verlauf sowie über die organspezifischen Unterschiede lagen deshalb bisher kaum Informationen vor.

 


„Urologie 2020 – es ist Zeit“ für Digitalisierung und bessere Früherkennung - DGU-Präsident drückt aufs Tempo

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 08.01.2020

 

„Urologie 2020 – es ist Zeit“: Mit seinem Motto für den 72. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) vom 23. bis 26. September 2020 in Leipzig drückt der amtierende Präsident der Fachgesellschaft aufs Tempo. Vor allem die Stärkung der Digitalisierung in der Urologie, der KI-unterstützten Chirurgie und der urologischen Krebsfrüherkennung sind für Prof. Dr. Dr. Jens Rassweiler drängende Anliegen seiner Präsidentschaft. „Natürlich müssen wir uns zeitnah auf die Digitalisierung der Medizin einstellen, aber es ist nicht ‚Fünf vor Zwölf’. Das reale Tempo bei der Einführung neuer Technologien ist deutlich langsamer. Deshalb ist es Zeit, sich Zeit zu nehmen, um zu würdigen, was die Urologie zum Beispiel als Vorreiter bei Laparoskopie und robotor-assistierten Operationstechniken erreicht hat. Dann sehen wir, dass sich unser Fach bereits erfolgreich mitten im Digitalisierungsprozess befindet. Gerade deshalb sollten wir uns von der Zukunft nicht ängstigen lassen. Es gibt keinen Grund angesichts neuer Herausforderungen im Selbstmitleid zu verharren und in der Tat auch keine Zeit dafür“, sagt der Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie an den SLK-Kliniken Heilbronn.

 


Livestream aus dem Körperinneren: Magnet steuert Kamerapille bei der Magenspiegelung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 06.01.2020

 

Die Untersuchung des Magens verbinden viele Betroffene mit unangenehmen Behandlungen mittels eines eingeführten Schlauchs über den Mund- und Rachenraum bis in die obere Magenpartie und langen Wartezeiten aufgrund fehlenden Fachpersonals. Zusammen mit zwei weiteren Partnern forscht das Fraunhofer IZM nun in dem vom BMBF geförderten Projekt nuEndo an einer vollkommen schlauchlosen Technologie für die diagnostische Magenspiegelung, bestehend aus einer schluckbaren Kamerakapsel und einem externen magnetischen Steuerungssystem. Magenspiegelungen bergen verschiedene Risiken und müssen durch mehrjährig geschultes und immer seltener werdendes Fachpersonal ausgeführt werden. Durch den natürlichen Würgereflex beim Schlucken des Schlauchs kann es zu Verletzungen der Schleimhäute in der Speiseröhre kommen. Nachfolgende Blutungen und Keimeinschleppungen sind keine Seltenheit. Auch die oft parallel durchgeführte Vollnarkose birgt unterschiedliche Risiken bis hin zum Tod.

 


Prostatakarzinomscreening mittels PSA-Test: Nutzen wiegt den Schaden nicht auf

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 06.01.2020

 

Prostatakarzinomscreening mittels PSA-Test: Nutzen wiegt den Schaden nicht auf. Ein PSA-Screening erspart einigen Patienten die Belastungen einer metastasierten Krebserkrankung, Schäden durch Überdiagnosen und Übertherapie überwiegen jedoch. Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) untersucht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) derzeit, ob Männern ohne Verdacht auf Prostatakrebs innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein Prostatakarzinomscreening mittels PSA-Test angeboten werden sollte. Nach Auswertung der Studienlage kommt das Institut in seinem Vorbericht zu dem Ergebnis, dass der Nutzen einer solchen Reihenuntersuchung den damit verbundenen Schaden nicht aufwiegt: Zwar nutzt das Screening einigen Männern, indem es ihnen eine Belastung durch eine metastasierte Krebserkrankung erspart oder verzögert. Im Gegenzug müssen aber deutlich mehr Männer wegen Überdiagnosen und Übertherapie mit dauerhafter Inkontinenz und dauerhafter Impotenz rechnen, und das in relativ jungem Alter.

 


Nuklearmediziner „überlisten“ Prostatakrebs mit eigentlich wirkungslosem Medikament

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 06.01.2020

 

Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs haben oft kaum noch Behandlungsoptionen. Eine besteht darin, radioaktive Moleküle über eine Andockstelle der Tumoroberfläche, PSMA, in die Zelle einzuschleusen, um diese zu zerstören. Nuklearmediziner haben nun herausgefunden, dass viel mehr PSMA-Moleküle auf der Tumoroberfläche entstehen, wenn sie ein eigentlich schon wirkungslos gewordenes Medikament verabreichen. Auf diese Weise gelangt deutlich mehr Radioaktivität in die Tumorzellen als bisher. Wenn sich ein Nicht-Wissenschaftler einen Wissenschaftler vorstellt, herrscht oft noch das Bild vom weltfremden Genius vor: Ein superschlauer Forscher sitzt einsam im Kämmerlein und erfindet die tollsten Sachen, und das ohne jeglichen Kontakt zur „normalen“ Welt. Dabei ist Wissenschaft ein Teil des Lebens wie jeder andere auch. Und wie im normalen Leben auch ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass bisweilen die Intuition eine große Rolle bei wissenschaftlichen Fortschritten spielt.

 


Nervenschmerzen frühzeitig verhindern

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 02.01.2020

Unangenehmes Kribbeln in Händen und Füßen, Taubheitsgefühle, Pelzigkeit und Brennen – diese Symptome können auf eine Neuropathie, eine Erkrankung des Nervensystems hindeuten. Dauern die Schmerzen mehrere Monate an, werden sie als chronisch bezeichnet. Sie sind dann nur sehr schwer zu behandeln, wobei verfügbare Medikamente oftmals gravierende Nebenwirkungen haben. Forscherinnen und Forscher am Institutsteil Translationale Medizin und Pharmakologie TMP des Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME haben einen Weg gefunden, um die Entwicklung von neuropathischen Schmerzen frühzeitig zu unterbinden.