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Letzte aktualiesierung 04.12.2020



Paul-Ehrlich-Institut - Erste Studie zu Peptid-Impfstoff gegen Covid-19 genehmigt
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 02.12.2020
Ein weiterer Impfstofftyp gegen Covid-19 wird nun in Deutschland geprüft: Das Paul-Ehrlich-Institut hat eine erste Phase-I-Studie zu einem Peptid-Impfstoff in Deutschland genehmigt. Er kommt von der Universität Tübingen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erteilte am 25. November die Genehmigung zur klinischen Prüfung eines Peptidimpfstoffs gegen Covid-19. Diese Genehmigung ist das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des präventiven Impfstoffkandidaten, heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Der Impfstoff, der an der Universität Tübingen entwickelt und hergestellt wird, stimuliert hochspezifisch die T-zelluläre Immunantwort. Diese Zellen des Immunsystems erkennen und zerstören SARS-CoV-2-infizierte Zellen. Damit komplementieren sie hoch relevant die humorale Immunantwort durch neutralisierende Antikörper. Dazu äußerte sich der Präsident des PEI, Professor Dr. Klaus Cichutek: »Der Peptid-Impfstoff ergänzt das Portfolio der Covid-19-Impfstoffplattformen um einen weiteren vielversprechenden Ansatz. Diese Vielfalt ist wichtig, denn wir werden unterschiedliche Impfstoffprodukte benötigen, um den weltweit hohen Bedarf decken zu können.«

Erste klinische Prüfung eines Peptid-Impfstoffs gegen COVID-19 in Deutschland genehmigt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 01.12.2020

 

Das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, hat am 25.11.2020 die erste klinische Prüfung der Phase 1 eines Peptid-Impfstoffs gegen COVID-19 in Deutschland genehmigt. Der Impfstoff stimuliert hochspezifisch die T-Zell-Antwort. Diese Zellen des Immunsystems erkennen und zerstören SARS-CoV-2-infizierte Zellen – ein wichtiges Komplementärsystem zur humoralen Immunantwort durch neutralisierende Antikörper. „Der Peptid-Impfstoff ergänzt das Portfolio der COVID-19-Impfstoffplattformen um einen weiteren vielversprechenden Ansatz“, so Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts. Die Bereitstellung zugelassener sicherer und wirksamer COVID-19-Impfstoffe ist ein zentrales Ziel zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie. Erste klinische Prüfungen haben das Ziel, die generelle Verträglichkeit von Impfstoffkandidaten und ihre Fähigkeit zu ermitteln, eine spezifische Immunantwort gegen den Erreger zu erzeugen. Das für die Genehmigung klinischer Prüfungen sowie die Bewertung und Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut unterstützt die COVID-19-Impfstoffentwicklung mit höchster Priorität. Frühe und umfassende wissenschaftliche Beratung durch Expertinnen und Experten des Paul-Ehrlich-Instituts beschleunigen zielgerichtet die Impfstoffentwicklung –Voraussetzung für zeitnahe Verfügbarkeit von COVID-19-Impfstoffen. Die Sicherheit und Wirksamkeit steht dabei immer im Vordergrund.

 


Neuartiger Impfstoff zur Aktivierung von T-Zell-Antworten gegen SARS-CoV-2 in Erprobung - Impfstudie startet

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 01.12.2020

 

Am Universitätsklinikum Tübingen startet in diesen Tagen die klinische Erprobung eines eigenentwickelten Impfstoffs gegen SARS-CoV-2. Im Gegensatz zu den meisten aktuell in Erprobung befindlichen Impfstoffen gegen die COVID-19-Erkrankung zielt der durch die Abteilung für Immunologie (Direktor Prof. Hans-Georg Rammensee) der Universität Tübingen konzipierte Impfstoff CoVAC1 hochspezifisch auf die Stimulierung einer T-Zell-vermittelten Immunantwort gegen SARS-COV-2 ab. Die durch das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanzierte klinische Studie erfolgt basierend auf den Arbeiten und unter Leitung von PD Dr. Juliane Walz in der KKE Translationale Immunologie der Medizinischen Klinik (Ärztl. Direktor Prof. Helmut Salih) des Universitätsklinikums. Das für die Zulassung von klinischen Studien zuständige Paul-Ehrlich-Institut gab am Mittwoch, 25.11.2020 grünes Licht für den Impfstudienstart, ebenso erfolgte die obligatorische Zustimmung der Ethikkommission. Primäres Ziel der Impfung ist die Aktivierung, sogenannt Induktion, einer starken und langanhaltenden T-Zell-Antwort gegen SARS-CoV-2, die im Falle einer Infektion die gefürchteten schweren Verläufe der COVID-19-Erkrankung verhindern soll. „Soweit uns bekannt ist, ist das der erste Impfstoffkandidat, der primär auf die Aktivierung von T-Zellen abzielt“, berichtet Studienleiterin Juliane Walz.

 


Corona-Impfstoffe - Wie lange hält der Impfschutz?
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 01.12.2020
In den vergangenen Wochen kamen erste Zahlen zur Impfstoff-Effektivität bis zu 95 Prozent – aber wovor genau schützt die Impfung? Der Infektion mit SARS-CoV-2 oder der Erkrankung Covid-19? Sind Geimpfte noch ansteckend? Und wie lange hält der Impfschutz wohl? Diese Fragen sind noch offen.  Noch können keine Langzeitstudien vorliegen, die entsprechende Antworten liefern, dafür laufen die Phase-III-Studien noch zu kurz. Erste Hinweise lassen sich jedoch aus Untersuchungen mit genesenden Covid-19-Patienten ablesen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des kalifornischen La-Jolla-Instituts für Immunologie hat infizierte Menschen untersucht. Demnach sind sowohl Antikörper als auch T-Zellen (zwei der zentralen Waffen unseres Immunsystems) zumindest fünf Monate nach dem Einsetzen der Symptome noch nachweisbar, selbst bei Verläufen mit milder Symptomatik. Die Studie wurde als sogenanntes Preprint veröffentlicht, ist also bislang nicht von unabhängigen Experten begutachtet worden (DOI: 10.1101/2020.11.15.383323). Für Privatdozent Dr. Thomas Jacobs vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg sind diese Beobachtungen mit Blick auf die mehrarmige Reaktionsweise unseres Immunsystems ermutigend. Er verweist auf zwei Punkte: So gebe es in dieser Studie die sogenannte sterile Immunität, die von einer hohen Zahl neutralisierender Antikörper abhänge. Wenn der Körper davon viele habe, werde ein Virus abgefangen, bevor es in Zellen eindringen könne. Entsprechende Impfstoffe würden wahrscheinlich sogar noch eine bessere Antikörper-Antwort hervorrufen als eine natürliche Infektion. Solange es genügend Antikörper gebe könne man von einer robusten, wenn nicht sogar sterilen Immunität ausgehen, so Jacobs.


Wie SARS-CoV-2 in das Gehirn gelangt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 30.11.2020

 

Ein Forschungsteam der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat anhand von Gewebeproben verstorbener COVID-19-Patienten analysiert, auf welche Weise das neuartige Coronavirus ins Gehirn eindringen kann und wie das Immunsystem dort auf das Virus reagiert. Die jetzt in Nature Neuroscience* veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass SARS-CoV-2 über die Nervenzellen der Riechschleimhaut in das Gehirn übertritt. Den Forschenden ist es dabei erstmals gelungen, elektronenmikroskopische Aufnahmen intakter Coronaviruspartikel in der Riechschleimhaut anzufertigen. Dass COVID-19 nicht allein eine Atemwegserkrankung ist, gilt mittlerweile als gesichert. Nicht nur die Lunge, das Herz-Kreislauf-System oder den Magen-Darm-Trakt, sondern auch das zentrale Nervensystem kann SARS-CoV-2 beeinträchtigen: Mehr als ein Drittel der COVID-19-Betroffenen berichten über neurologische Symptome wie Geruchs- und Geschmacksverlust, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schwindel und Übelkeit. Vereinzelt kommt es auch zu Schlaganfällen und anderen schwerwiegenden Erkrankungen. Forschende haben die Ursache dafür darin vermutet, dass das Virus in das Gehirn eindringt und dort bestimmte Zellen befällt. Doch wie gelangt SARS-CoV-2 dorthin? Unter Leitung von Dr. Helena Radbruch vom Institut für Neuropathologie der Charité und Prof. Dr. Frank Heppner, Direktor desselben Instituts, hat ein multidisziplinäres Forschungsteam den Eintritt des Virus in das Nervensystem und seinen weiteren Weg im Gehirn jetzt nachgezeichnet.

 


Covid-19-Impfstoff AZD1222 - Astra-Zeneca gesteht Dosierungs-Panne ein
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 27.11.2020
Zu Beginn dieser Woche meldete Astra-Zeneca, dass der Impfstoffkandidat AZD1222 in zwei Phase-III-Studien zwischen 62 und 90 Prozent Wirksamkeit zeigte. Der Grund für die Differenz: Ein unterschiedliches Impfregime, das aufgrund eines Dosierfehlers entstand, wie jetzt bekannt wurde. Die positiven Nachrichten, die Astra-Zeneca und das Oxford-Institut noch am Montag publizierten, müssen drei Tage später etwas differenzierter bewertet werden. In ihrer Pressemitteilung hatte das Entwicklerkonsortium verlautbart, dass eine Zwischenanalyse von zwei Studien in Großbritannien und Brasilien eine »durchschnittliche Wirksamkeit« von 70 Prozent für seinen Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2 ergeben hatte. Dieser Durchschnittswert resultierte aus unterschiedlichen Studienergebnissen: In der brasilianischen Studie wurde eine Wirksamkeit von 62 Prozent beobachtet, wohingegen für den Impfstoff in der Studie in Großbritannien eine 90-prozentige Wirksamkeit ermittelt wurde. Das Unternehmen hatte eine plausible Erklärung für die Diskrepanz: Die beiden Studien waren unterschiedlich angelegt. In beiden Studien wurden jeweils zwei Dosen verimpft, eine erste Prime-Dosis und eine zweite Boost-Dosis. In der brasilianischen Studie war den Probanden bei beiden Gelegenheiten jeweils die gleiche Menge Impfstoff appliziert worden. In der britischen Studie hingegen hatte man den Probanden beim ersten Mal nur die halbe Menge Impfstoff appliziert, die Boost-Dosis enthielt dann auch hier die volle Menge.

Chloroquin und Hydroxychloroquin - Hinweis auf psychiatrische Nebenwirkungen
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 27.11.2020
Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weist aktuell darauf hin, dass unter der Einnahme von Chloroquin und Hydroxychloroquin psychische Probleme und Suizidalität auftreten können. Das habe eine Überprüfung der Arzneistoffe ergeben, die zwischenzeitlich aufrund einer vorübergehend angenommenen – inzwischen aber widerlegten – Wirksamkeit bei Covid-19 verstärkt angewendet worden waren. Chloroquin und Hydroxychloroquin sind in der EU zugelassen zur Behandlung von Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Lupus erythematodes sowie zur Prophylaxe und Therapie von Malaria. Als man in der Anfangsphase der SARS-CoV-2-Pandemie auf der Suche war nach Wirkstoffen, die gegen das neue Virus helfen könnten, wurde es zwischenzeitlich auch hierfür als möglicher Kandidat gehandelt. Der Hintergrund waren eine gewisse Wirkung gegen den ersten SARS-Erreger sowie verschiedene theoretische Überlegungen, die jedoch dem Praxistest nicht standhielten. Die US-Arzneimittelagentur FDA, die vorgeprescht war und Hydroxychloroquin eine Notfallzulassung bei Covid-19 erteilt hatte, widerrief diese nach vielen enttäuschenden Studien Mitte Juni wieder. In der EU waren die beiden Arzneistoffe zwar nie in der Indikation Covid-19 zugelassen, wurden aber auch hier während des Frühjahrs im Rahmen entsprechender Studien breit eingesetzt. Dabei kam es in mindestens sechs Fällen zu psychiatrischen Nebenwirkungen, nachdem Covid-19-Patienten höhere Dosen Hydroxychloroquin erhalten hatten, als es der Zulassung entspricht. Nachdem die spanische Arzneimittelbehörde AEMPS die EMA darüber unterrichtet hatte, startete der Pharmakovigilanzausschuss der EMA im Mai eine Überprüfung, über deren Ergebnis die EMA heute informiert. 

Wo das Coronavirus im Darm andockt

Quelle: Infomationdienst Wissenschaft, 27.11.2020

 

 

Weltweit haben sich bereits mehr als 55 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das bislang 1,3 Millionen Todesopfer gefordert hat. Bei den meisten an COVID-19 erkrankten Patienten stehen zwar respiratorische Symptome im Vordergrund, kann aber auch andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. Häufig handelt es sich dann um den Magen-Darm-Trakt. Ein Team um Prof. Dr. Christoph Becker von der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Universitätsklinikums Erlangen hat gemeinsam mit Kollegen der Charité – Universitätsmedizin Berlin herausgefunden, dass sich die Andockstellen des Coronavirus in besonders hoher Dichte auf der Darmoberfläche befinden. Bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 heften sich die Viren an die Oberfläche der Wirtszellen an. Dies geschieht über bestimmte Oberflächenmerkmale, sogenannte Rezeptoren. Nach der Bindung der Virushülle an den ACE2-Rezeptor spaltet das körpereigenes Enzym TMPRSS2 ein virales Protein, wodurch der Eintritt in die Wirtszelle erfolgen kann. Diese wird daraufhin vom Virus dazu verwendet, die Bestandteile für weitere Viren zu produzieren. Sind sie in ausreichender Menge hergestellt worden, können die Viren aus der Wirtszelle ausbrechen und wiederum andere Zellen infizieren. Aufgrund der Bedeutung von ACE2 und TMPRSS2 für das Eindringen von Sars-CoV-2 in die Zelle stellen die beiden Moleküle potenzielle Ansatzpunkte für ein wirksames Medikament gegen das Coronavirus dar.

 


Virologe Drosten - Die Krux der hilfreichen Corona-Antigen-Schnelltests

Quelle: Ärztzeitung, 27.11.2020

Für einen Durchbruch in der Labordiagnostik hält Virologe Professor Christian Drosten die Antigen-Schnelltests auf SARS-CoV-2 – auch wenn sie „nie perfekt sein“ werden. Denn es gebe ein paar Punkte zu beachten. Ein, möglicherweise zwei Antigen-Schnelltests gebe es momentan, die auffällig viele falsch positive Ergebnisse lieferten, sagt Professor Christian Drosten. Er erwarte aber, dass bei diesen schlechten Tests nachkorrigiert werde. Insgesamt werde es noch einen Qualitätssprung geben, sagte Drosten bei der Digitalveranstaltung der jährlichen „Zukunftswerkstatt Innovative Versorgung“. Die Antigen-Schnelltests werden in ihrer Spezifität aber „nie perfekt sein“.  Die Tests bezeichnete der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité als „extremen Durchbruch in der Labordiagnostik“. „Innerhalb von zehn Minuten können sie sagen, ob jemand infektiös ist.“ Die Point-of-Care-Tests seien deshalb sinnvoll etwa in Pflegeheimen, um die Virusbelastung von Besuchern abzuklären. Die Gültigkeit dieser Tests müsse aber mit einem „Haltbarkeitsdatum versehen werden“, mahnte Drosten. Sie gelte dann nur für den Tag des Besuchs. Die Antigentests seien ebenso sinnvoll, um mindestens einmal in der Woche Krankenhauspersonal zu testen oder Quarantäne-Zeiten zu verkürzen. Diskutiert werde derzeit, ob sie als Intervention bei Akutausbrüchen geeignet seien, beispielsweise in Kasernen.


Post-COVID-Syndrom: Viele Patienten haben Einschränkungen der Lungenfunktion

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 26.11.2020

Einige Patienten erholen sich nur langsam von einer schweren COVID-19. Auch wenn sich die radiologischen Befunde meist gebessert haben, leiden nach einer Studie in Clinical Infectious Diseases (2020; DOI: 10.1093/cid/ciaa1750) noch viele Patienten unter Funktionsstörungen der Lungen. Kognitive Funktionen und Lebens­qualität waren ebenfalls herabgesetzt. Chinesische Mediziner hatten bereits im Frühjahr berichtet, dass sich die Rekonvaleszenz nach einer schweren COVID-19 über längere Zeit hinziehen kann. Obwohl die Zeichen der akuten Pneumonie längst abgeklungen sind und im Röntgenthorax kein Befund erkenn­bar ist, haben die Patienten weiter eine eingeschränkte Lungenfunktion, die die Lebens­qua­l­­ität vermindern kann. Auch in den westlichen Ländern bleiben viele Patienten nicht vor einem Post-COVID-Syndrom verschont. Zu den Beschwerden gehören eine vermehrte Müdigkeit, Atemnot und Schmerzen in der Brust.



RNA-Faltung von SARS-CoV-2 - Doppelstrang-Abschnitte und Schleifen als Achillesferse
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 23.11.2020
RNA-Faltungsstrukturen des SARS-CoV-2-Genoms dienen dem Coronavirus offenbar, um den Infektionsverlauf zu steuern. Forscher konnten nun erstmals die Struktur von einigen solcher regulatorischen Elemente bestimmen. Das könnte für die Arzneistoffsuche gegen SARS-CoV-2 und zukünftige Coronaviren sehr wichtig sein.  Der genetische Code von SARS-CoV-2 beinhaltet die Information zur Herstellung von 27 Proteinen. Entscheidend für das Überleben der Viren ist auch, wie sie die Bildung der eigenen Proteine steuern können. SARS-CoV-2 nutzt als Steuerelemente für die Protein-Herstellung räumliche Faltungen seines RNA-Erbmoleküls. Wie die Universität Frankfurt informiert, werden überwiegend in Bereichen, die nicht für die Viren-Proteine codieren, aus dem RNA-Einzelstrang Strukturen mit RNA-Doppelstrang-Abschnitten und -schleifen. In »Nucleic Acids Research« berichten Wissenschaftler um Erstautorin Anna Wacker von der Goethe-Universität Frankfurt über insgesamt 15 solcher regulatorischen Elemente. Dazu nutzten sie die Kernresonanz- oder NMR-Spektroskopie, bei der die Atome der RNA einem starken Magnetfeld ausgesetzt werden und so etwas über ihre räumliche Anordnung verraten.

Wirkstoff Aprotinin verhindert Eindringen von SARS-CoV2 in Wirtszellen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 23.11.2020

 

Damit das SARS-CoV2-Virus in Wirtszellen eindringen kann, muss sein „Spike“-Protein von zelleigenen Enzymen – Proteasen – gespalten werden. Der Protease-Hemmstoff Aprotinin kann die Zell-Infektion verhindern, fanden jetzt Wissenschaftler von Goethe-Universität, University of Kent und Medizinischer Hochschule Hannover heraus. Ein Aprotinin-Spray ist in Russland bereits für die Grippe-Behandlung (Influenza) zugelassen und könnte für die Behandlung von COVID-19 getestet werden. FRANKFURT. Auf seiner Oberfläche ist das SARS-CoV2-Virus mit Spike-Proteinen gespickt. Die benötigt das Virus, um an Proteine (ACE2-Rezeptoren) auf der Oberfläche der Wirtszellen anzudocken. Bevor ein solches Andocken möglich ist, müssen Teile des Spike-Proteins durch Enzyme der Wirtszellen – Proteasen – abgetrennt werden.

 


Stoßlüftung um ein Vielfaches wirksamer als Luftfiltergeräte

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 23.11.2020

 

Geht es um die Risiken, sich im Unterrichtsbetrieb mit dem Corona-Virus zu infizieren, richtet sich das aktuelle Interesse vor allem auf die Qualität der Atemluft in Klassenräumen. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt ein regelmäßiges kurzzeitiges Fenster-Stoßlüften als wirksame Maßnahme gegen die Virusbelastung, was gleichzeitig auch den notwendigen Austausch von Kohlendioxid sicherstellt. Die Dauer der Lüftung soll sich an der Außentemperatur orientieren. Den Einsatz mobiler Luftfiltergeräte, den kürzlich vorgelegte Studien empfehlen, erachtet das UBA nur im begründeten Ausnahmefall für sinnvoll. Zu dieser Problematik haben jetzt die Professoren Dr. Hans-Martin Seipp und Dr. Thomas Steffens von der Technischen Hochschule Mittelhessen eine eigene Untersuchung in einem Klassenraum der Leibnizschule in Wiesbaden durchgeführt. Sie ermittelte, wie sich dort die Fenster-Stoßlüftung auf lungengängige Aerosole auswirkt. Als wesentliches Resultat zeigte sich, dass die Stoßöffnung aller Fenster über drei Minuten bei Außentemperaturen von 7-11 Grad Celsius die eingebrachte Konzentration an Aerosolen bis zu 99,8 Prozent senkte. Damit erwies sich die Fensterstoßlüftung um das 10 - 80-Fache wirksamer als ein unlängst dokumentierter Einsatz der maschinellen Luftfilterung. Dabei war in demselben Klassenraum mit vier mobilen Luftfiltergeräten nach zirka 30 Minuten bei gleichzeitigem Dauerbetrieb eine Reduzierung der Konzentration um 90 Prozent festgestellt worden.

 


Neue S2k-Leitlinie zur stationären Behandlung von COVID-19-Patienten veröffentlicht

Quelle: informationsdienst Wissenschaft, 23.11.2020

 

Seit heute ist eine neue S2k-Leitlinie öffentlich, die Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 umfasst. Sie erweitert die bereits seit März 2020 vorliegende intensivmedizinische S1-Leitlinie um den gesamtstationären Bereich und gibt damit Krankenhausärzten erstmals eine ganzheitliche und fächerübergreifende Handlungsanweisung an die Hand. Federführend waren drei Fachgesellschaften an der Erstellung beteiligt – die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Elf weitere Fachgesellschaften haben an der Erstellung der Leitlinie mitgewirkt.

 


Faltung von SARS-CoV2-Genom zeigt Angriffspunkte für Medikamente – auch Vorbereitung auf „SARS-CoV3“

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 20.11.2020

 

Ein internationaler Forschungsverbund hat erstmals RNA-Faltungsstrukturen des SARS-CoV2-Genoms beobachtet, mit denen das Virus den Infektionsverlauf steuert. Da diese Strukturen bei verschiedenen Beta-Coronaviren sehr ähnlich sind, legen die Wissenschaftler damit nicht nur die Grundlagen für die gezielte Entwicklung neuartiger Medikamente zur COVID-19-Behandlung, sondern auch für künftige Infektionsgeschehen mit neuen Coronaviren, die sich in der Zukunft entwickeln könnten. Genau 29.903 Buchstaben lang ist der genetische Code des SARS-CoV2-Virus, aufgereiht in einem langen RNA-Molekül. Es beinhaltet die Information zur Herstellung von 27 Proteinen. Dies ist zwar sehr wenig im Vergleich zu den vielleicht 40.000 Proteinsorten, die eine menschliche Zelle herstellen kann. Doch Viren nutzen bekanntermaßen ja den Stoffwechsel ihrer Wirtszellen, um sich selbst zu vermehren. Entscheidend ist für diese Strategie, dass Viren die Bildung der eigenen Proteine präzise steuern können.

 


WHO-Leitlinie - Remdesivir soll nicht eingesetzt werden
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 20.11.2020
Im neuesten Update einer Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird das antivirale Medikament Remdesivir nicht mehr für Patienten empfohlen, die mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden, unabhängig davon, wie schwer sie erkrankt sind.  Es gebe derzeit keine Hinweise darauf, dass Remdesivir das Überleben oder die Notwendigkeit einer Beatmung verbessere, schreibt die WHO Guideline Development Group (GDG) heute im Fachjournal »British Medical Journal«. Die neue Empfehlung basiert auf schwacher oder bedingter Evidenz und ist Teil einer sogenannten lebendigen Leitlinie, die die WHO ständig weiterentwickelt. Grundlage ist ein neuer Review, in dem die Wirksamkeit verschiedener Pharmakotherapien bei Covid-19 systematisch untersucht wurden. Eingeflossen sind Daten aus internationalen randomisierten Studien mit mehr als 7000 Patienten, die aufgrund von Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Covid-19-Vakzine - Warum mRNA-Impfstoffe nicht das Erbgut verändern
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 20.11.2020
mRNA-Impfstoffe als erste potenzielle Covid-19-Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung. Jetzt tauchen in der Bevölkerung Fragen zur Sicherheit auf. Eine davon: Kann die mRNA das Erbgut der Zelle verändern und zu Schäden führen? Die Antwort ist eindeutig. Die Zahlen sind gut: In den vergangenen Wochen konnten gleich zwei Hersteller von mRNA-Impfstoffen Erfolgsmeldungen zu ihren Covid-19-Impfstoffkandidaten veröffentlichen. Die Schutzwirkung des Impfstoffs BNT162b2 liegt nach bisherigen Erkenntnissen laut Herstellerunternehmen Biontech und Pfizer bei 95 Prozent, die der Vakzine mRNA-1273 von Moderna bei 94,5 Prozent. Damit wird eine baldige Zulassung der Impfstoffe gegen das Coronavirus in der EU sehr wahrscheinlich.

Corona-Impfstoffe - Vektorimpfstoff bei Älteren sicher und immunogen
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 20.11.2020
Der Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca und der Uni Oxford hat Forschern zufolge in klinischen Tests der Phase II auch bei Älteren vielversprechende Ergebnisse gezeigt. Das berichtet ein Team um Mitarbeiter der Oxford Vaccine Group, die das Präparat entwickelt hat, im Fachmagazin «The Lancet». In der Phase-II-Studie habe es bei Teilnehmern sowohl unter als auch über 56 Jahren eine gute Immunantwort nach der zweiten Impfung gegeben. Die Vakzine sei von älteren Menschen sogar besser vertragen worden als von jüngeren. Den Angaben zufolge waren rund 240 der insgesamt 560 gesunden Studienteilnehmer über 70 Jahre alt. In der Studienphase II wird geprüft, ob der Impfstoff sicher ist und eine Immunantwort auslöst. Zusätzlich auf den Schutzeffekt zielt die Studienphase III ab, die in Großbritannien, Brasilien und den USA bereits läuft und deren Resultate für eine mögliche Zulassung entscheidend sind. «Wir hoffen, dies bedeutet, dass unser Impfstoff dazu beitragen wird, einige der am stärksten gefährdeten Menschen in der Gesellschaft zu schützen», wird Erstautor Maheshi Ramasamy von der Universität Oxford in einer «Lancet»-Mitteilung zitiert.

Covid-19-Patienten - Die infektiösen Tage
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 20.11.2020
Wann und wie lange sind SARS-CoV-2-infizierte Personen ansteckend? Wann ist die Ansteckungsgefahr am höchsten? Ein systematisches Review mit einer Metaanalyse aus dem Fachjournal »Lancet Microbe« gibt Antworten auf diese Fragen.  Ein Team um Dr. Muge Cevik von der University of St. Andrews in Schottland kommt nach Auswertung von 79 SARS-CoV-2-Studien zu dem Schluss, dass mit dem Coronavirus Infizierte ab dem Auftreten der Symptome und an den folgenden fünf Tagen wahrscheinlich hochinfektiös sind. »Unsere Ergebnisse stimmen mit Kontaktverfolgungsstudien überein, die darauf hinweisen, dass die meisten viralen Übertragungsereignisse sehr früh auftreten, insbesondere innerhalb der ersten fünf Tage nach Auftreten der Symptome«, so Cevik. Obwohl genetisches Material von SARS-CoV-2 unter Umständen auch danach noch mehrere Wochen in Atem- oder Stuhlproben nachgewiesen werden kann, wurde in keiner Art von Probe, die später als neun Tage nach Symptombeginn bei einer SARS-CoV-2-infizierten Person entnommen wurde, ein Virus gefunden, das eine Infektion verursachen kann. Viele Länder empfehlen derzeit, dass sich Menschen mit einer SARS-CoV-2-Infektion zehn Tage lang selbst isolieren sollten, was nach Ansicht der Autoren mit ihren Ergebnissen übereinstimmt und den Zeitraum der Infektiosität voraussichtlich abdeckt.

Weitere Studie - Wie genau merkt sich der Körper eine Corona-Infektion?
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 18.11.2020
Das Problem des Immungedächtnisses im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 rückt immer stärker in den Mittelpunkt des aktuellen wissenschaftlichen Interesses. Denn in diesem Punkt klarer zu sehen, ist wichtig für die Diagnostik und für die Einschätzung des Pandemieverlaufs. Eine weitere wissenschaftliche Arbeit gibt Anlass zu Optimismus.  Hartnäckig hält sich die Einschätzung, dass relativ schnell nach einer Genesung von Covid-19 das Immunsystem die spezifischen Antikörper gegen das Virus verliert. Dass dies nicht unbedingt relevant zu sein scheint, beschreiben Wissenschaftler aus La Jolla, San Diego und New York in einer neuen Arbeit, die jetzt auf dem bioRxiv-Preprint-Server zugänglich ist. Dazu untersuchten Jennifer M. Dan und Kollegen die Immunkomponenten von 185 Covid-19-Rekonvaleszenten, darunter auch 41 Fälle, bei denen die Patienten bereits vor mehr als sechs Monaten genesen waren. Tatsächlich erwies sich bei diesen Kasuistiken die spezifische IgG-Fraktion gegen das Spike-Protein von SARS-CoV-2 über mehr als sechs Monate relativ stabil. Spike-spezifische B-Zellen des Immungedächtnisses waren nach sechs Monaten häufiger vorhanden als nach einem Monat. SARS-CoV-2-spezifische CD4+-  und CD8+-T-Zellen nahmen mit einer Halbwertszeit von drei bis fünf Monaten ab.

Inaktiviertes Virus - Chinesischer Corona-Impfstoff scheint sicher und mäßig immunogen
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 18.11.2020
Mit »Warp Speed« werden Impfstoffe zum Schutz vor SARS-CoV-2 entwickelt. Wichtig ist es, nicht nur hinsichtlich der unterschiedlichen Technologien der parallel entwickelten Impfstoffklassen zu differenzieren, sondern auch den Überblick über die Sicherheit, Verträglichkeit und Immunogenität zu behalten. Eine aktuelle Publikation informiert über die frühe klinische Entwicklung eines Impfstoffs auf Basis inaktivierter SARS-CoV-2-Viren. Im Wissenschaftsjournal »The Lancet Infectious Diseases« publizieren Forscher um Yanjun Zhang vom Zhejiang Provincial Center for Disease Control and Prevention in Hangzhou, ChinaErgebnisse zweier Phase-I/II-Studien mit dem Impfstoffkandidaten Coronavac der Firma Sinovac Life Sciences in Peking. Bei Coronavac handelt sich um einen Impfstoff, der chemisch inaktiviertes SARS-CoV-2 enthält.

Corona-Impfstoff BNT162b2 - Pfizer und Biontech melden jetzt 95 Prozent Wirksamkeit
Quelle: Pharzeutische Zeitung, 18.11.2020
Vor acht Tagen hatten Pfizer und Biontech noch eine Schutzwirkung von 90 Prozent ihres Covid-19-Impfstoffkandidaten BNT162b2 angegeben. Heute nennen die Unternehmen 95 Prozent, denn nun liegen mehr Daten vor. Demnach wurden alle primären Endpunkte erreicht. Während die Meldung von 90 Prozent Schutzwirkung des Mainzer Unternehmens Biontechs mit seinem US-Partner Pfizer noch auf der Auswertung von 94 Covid-19-Fällen basierte, sind es in der Phase-III-Studie mittlerweile 170 laborbestätigte Infektionen, davon 162 in der Placebogruppe und acht nach Impfung mit BNT162b2. Hieraus errechnen sich die 95 Prozent Wirksamkeit. Bei Probanden ab einem Alter von 65 Jahren war die Wirksamkeit etwas schwächer, lag aber immer noch bei mehr als 94 Prozent. Auch für Geschlecht und Ethnie waren die Ergebnisse konstant, teilten die Unternehmen heute mit.

Strategiepapier - Regierung erwartet von Ärzten 96 Corona-Impfungen je Tag

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 17.11.2020

Die Vorbereitungen für Massenimpfungen gegen das Coronavirus laufen an. Ein Strategiepapier der Bundesregierung zeigt nun eine grobe Richtung: Niedergelassene Ärzte spielen darin eine entscheidende Rolle. Die Bundesregierung bereitet flächendeckende Impfungen vor. Schon im kommenden Jahr soll eine hohe Durchimpfungsrate erreicht werden, heißt es im Entwurf eines Strategiepapiers aus dem Bundesgesundheitsministerium, das der „Ärzte Zeitung“ vorliegt. Dafür sei eine „schnelle und flexible Personalgewinnung“ notwendig, schreiben die Autoren des 24-seitigen Dokuments. Niedergelassene Ärzte, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zählen demnach zu den Partnerorganisationen, die das Ministerium für die Umsetzung der Impfkampagne gewinnen will.


Wie SARS-CoV-2 auf den Magen-Darmtrakt schlägt: Remdesivir unterdrückt Coronavirus-Infektion im „Minidarm“

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 17.11.2020

 

COVID-19 ist keine reine Lungenkrankheit: Rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten leiden unter Durchfall und Übelkeit. Solche Symptome sind sogar mit einem schweren Krankheitsverlauf assoziiert, weshalb künftige Behandlungsstrategien auch im Magen-Darmtrakt wirken sollten. Jetzt haben Ulmer Forschende aus Virologie und Gastroenterologie molekulare Vorgänge bei einer Coronavirus-Infektion im Darmmodell untersucht. Mithilfe von "Minidärmen" aus Stammzellen haben sie zudem die antivirale Wirksamkeit von Remdesivir und anderen Medikamenten im Verdauungstrakt überprüft. Ihre Studie ist in "Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology" erschienen Zu Beginn der Coronavirus-Pandemie galt COVID-19 als reine Atemwegserkrankung mit Symptomen von Husten bis zur Lungenentzündung. Doch mittlerweile sind ganz andere Krankheitszeichen bekannt, darunter Übelkeit und Durchfall. Solche Auswirkungen auf den Magen-Darmtrakt weisen sogar auf einen schweren Verlauf hin. Molekulare Einblicke in den Infektionsvorgang mit SARS-CoV-2 im Darmmodell gibt eine Studie, die jetzt im Fachjournal „Cellular and Molecular Gastroenterology and Hepatology“ erschienen ist. Anhand von „Minidärmen“ aus Stammzellen haben die Autorinnen und Autoren der Ulmer Universitätsmedizin zudem das antivirale Potenzial von Medikamenten wie Remdesivir im Verdauungstrakt untersucht.

 


Bleibender Schutz? - Immunsystem merkt sich SARS-CoV-2-Infektion
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 16.11.2020
Immer wieder wird in Frage gestellt, ob eine überstandene SARS-CoV-2-Infektion beziehungsweise eine Covid-19-Erkrankung ein anhaltendes immunologisches Gedächtnis induziert, das vor einer erneuten Infektion schützt. Zu dieser offenen Frage liefern nun Forscher der Universität Freiburg sehr ermutigende Antworten. Etabliert sich nach einer SARS-CoV-2-Infektion ein anhaltender Immunstatus, der vor einer erneuten Infektion beziehungsweise vor Ausbruch der Erkrankung Covid-19 schützt? Dies wird immer wieder bezweifelt, auch weil in mehreren Studien gezeigt wurde, dass SARS-CoV-2-spezifische Antikörper bei vielen Covid-19-Rekonvaleszenten nur über wenige Monate nachweisbar sind. Aus dieser Beobachtung den Schluss zu ziehen, dass diesen Menschen mit dem Verschwinden der Antikörper auch der Immunschutz abhanden gekommen ist, ist voreilig und wahrscheinlich nicht korrekt.

Mutation D614G - Coronavirus-Variante ist leichter übertragbar
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 13.11.2020
Lange war nicht klar, wie sich die Mutation mit der Bezeichnung D614G im Spike-Protein des SARS-Coronavirus-2 auf dessen Eigenschaften auswirkt. Jetzt melden US-amerikanische Forscher: Sie macht das Virus infektiöser, aber nicht pathogener.  Die Coronavirus-Variante mit der Mutation Spike D614G breitet sich seit Anfang Februar in Europa aus und sei dort in Gebieten, in die sie neu eingetragen wurde, schnell die dominante Form geworden. Inzwischen ist sie weltweit die häufigste Variante des neuen Coronavirus und hat das ursprüngliche Virus verdrängt. Schon früh gingen die Wissenschaftler um Bette Korber vom Los Alamaos National Laboratory in New Mexico, die sie entdeckt und beschrieben haben, davon aus, dass die Variante Vorteile gegenüber anderen hat, weil sie sich so stark durchsetzen kann. Wie genau die Mutation sich auf die Eigenschaften des Erregers hinsichtlich der Übertragbarkeit, Pathogenität und Schutzwirkung von Impfstoffen, die gerade entwickelt werden, auswirkt, war bislang aber noch nicht untersucht.

Evidenz zum Maskentragen - US-Behörde zu SARS-CoV-2: „Die Maske schützt Sie!

Quelle: Ärztezeitung, 12.11.2020

„Masken schützten hauptsächlich andere Menschen und weniger den Maskenträger selbst“. – Diesen Standpunkt hatte die US-Seuchenbehörde CDC lange vertreten. Jetzt betont die Behörde auch die Wirksamkeit der Maske zum Eigenschutz vor SARS-CoV-2. Die „Centers for Disease Control“ (CDC) hat ihre bisher zurückhaltende Bewertung der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Schutz mit Alltagsmasken aus Stoff revidiert. In einer kurzen Zusammenfassung der wissenschaftlichen Evidenz („Scientific Brief“) betont die Behörde: „Masken sind vor allem sinnvoll, um die Weitergabe von SARS-CoV-2 durch asymptomatische oder präsymptomatische Infizierte zu verhindern, die insgesamt etwa 50 Prozent aller Übertragungen ausmachen. Masken schützten aber auch ihren Träger, weil sie die Inhalation virushaltiger Tröpfchen oder Aerosole reduzieren. Insgesamt addieren sich beide Effekte, und je mehr Menschen Masken tragen, desto größer ist auch der Nutzen für den Einzelnen.“