Homburg/Saarbrücken, Juni 2026
Mit einem Besuch im Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg fand das fünfte Jahr des Mitmachprojektes „Steine für Organspende“ einen besonderen Höhepunkt. Gemeinsam besuchten Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Staatssekretärin Bettina Altesleben Einrichtungen des Universitätsklinikums, in denen täglich Menschen begleitet werden, die auf eine Organtransplantation warten oder bereits transplantiert wurden.
Der Besuch entstand auf Anregung von Martin G. Müller, Initiator des Projektes „Steine für Organspende“. Beide Politikerinnen waren zugleich als Schirmherrinnen des Projektes vor Ort.
Im Mittelpunkt des Besuches standen bewusst nicht politische Debatten oder gesetzliche Regelungen, sondern die Menschen hinter dem Thema Organspende: Patientinnen und Patienten, die auf ein Organ warten, Menschen, die durch eine Organspende ein neues Leben erhalten haben, sowie die Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeitenden, die sie auf diesem Weg begleiten.
Zu Beginn des Besuches erhielten die Gäste auf der Dialysestation Einblicke in die Situation von Menschen, die mit der Nierenersatztherapie die Zeit bis zu einer Organtransplantation überbrücken müssen oder dauerhaft mit dieser Therapie leben, weil eine Transplantation nicht mehr möglich ist. Oberarzt Dr. Sellier, Schwester Isabel Schuh sowie der Leiter des Transplantationszentrums und stellvertretende Klinikdirektor Dr. Schmit erläuterten die medizinischen Abläufe, die Herausforderungen des Alltags und die Situation der Patientinnen und Patienten, die – sofern eine Transplantation überhaupt möglich ist – oftmals über viele Jahre auf ein lebensrettendes Organ warten. Dabei bestand auch Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit Patienten, für die sich die Ministerpräsidentin und die Staatssekretärin viel Zeit nahmen und aufmerksam zuhörten, sondern auch viele Fragen stellten.
Im weiteren Verlauf besuchten Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Staatssekretärin Bettina Altesleben das Transplantationszentrum sowie den gemeinsamen Informationsstand des Transplantationszentrums und der Lions Hornhautbank der Augenklinik des UKS. Dort kamen sie mit Patienten ins Gespräch, die auf eine Organspende warten, bereits transplantiert wurden oder als Angehörige unmittelbar mit dem Thema verbunden sind. Ebenso bot sich die Gelegenheit zum Austausch mit den medizinischen Teams und Mitarbeitenden, die diese Menschen täglich begleiten.
Besonders deutlich wurde bei diesem Besuch, dass hinter jeder politischen Diskussion über Organspende konkrete Schicksale stehen. Die Begegnungen mit den Patientinnen und Patienten gaben den Menschen auf den Wartelisten ein Gesicht und machten ihre Situation greifbar.
Die Ministerpräsidentin dankte dem medizinischen Team herzlich für seinen täglichen Einsatz. Wie auch die Patientinnen und Patienten selbst berichteten, geschieht diese Arbeit mit viel Herzblut und großem Engagement. Der Vorstandsvorsitzende des UKS, Prof. Dr. Zemlin, dankte der Ministerpräsidentin und der Staatssekretärin im Namen des Universitätsklinikums des Saarlandes für ihren Besuch und ihr Interesse an den Menschen, die auf eine Organspende warten oder bereits transplantiert wurden. Die Eindrücke und persönlichen Gespräche nahmen beide Politikerinnen nachdenklich mit.
In ihren Grußworten hatten Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung bereits die Bedeutung von Aufklärung, persönlichem Engagement und gesellschaftlicher Verantwortung hervorgehoben. Beide unterstützen das Projekt „Steine für Organspende“ seit seiner Entstehung im Jahr 2022 und übernahmen im fünften Projektjahr die Schirmherrschaft. Über die Jahre hinweg machten sie immer wieder auf die Bedeutung der Organspende aufmerksam und unterstützten zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um dieses Thema.
Im Rahmen des Besuches wurden zudem symbolische Patenschaften für das Mitmachprojekt „Steine für Organspende“ übergeben. Die Patenschaften stehen nicht für Verpflichtungen oder Funktionen, sondern sollen als sichtbares Zeichen dafür verstanden werden, das Thema Organspende dort anzusprechen, wo Menschen damit in Berührung kommen. Sie verstehen sich als Staffelstab, der die Idee des Projektes in die Zukunft tragen soll.
Was am 10. Mai 2022 mit einer spontanen Idee begann, entwickelte sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem Projekt, das weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt wurde. Menschen gestalteten Steine mit Botschaften zur Organspende und schickten sie auf Reisen. Tausende Steine wurden seitdem in Deutschland und Teilen Europas entdeckt. Teilweise entstanden sogar Steine in den jeweiligen Landessprachen.
Einen entscheidenden Anteil an dieser Entwicklung hatte Projektpartnerin Elke Kerkering aus Steinfurt. Mit ihrer Kreativität und ihrem unermüdlichen Einsatz gab sie der Idee ein Gesicht und begeisterte zahlreiche Menschen für das Projekt. Über soziale Netzwerke entstand eine Gemeinschaft, die die Botschaft von „Steine für Organspende“ weit über das Saarland hinaus trug.
Ein weiterer wichtiger Wegbegleiter war Daniel Balzert, der im Dezember 2025 leider viel zu früh verstorben ist. Gemeinsam gelang es noch, das Projekt über das saarländische Bildungsministerium an Schulen und Bildungseinrichtungen weiterzugeben. Damit entwickelte sich aus einer Mitmachaktion zugleich ein Bildungsprojekt, das junge Menschen dazu anregt, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen.
In seinem persönlichen Schlusswort erinnerte Martin G. Müller daran, dass sein Engagement für die Organspende bereits vor mehr als vierzig Jahren begann.
„Mit vierzehn Jahren stand ich als junger Patient am Informationsstand der Universitätsklinik Heidelberg. Heute, vierzig Jahre später, schließt sich für mich ein Kreis. Das Projekt ‚Steine für Organspende‘ haben wir fünf Jahre lang begleitet. Nun muss es seinen eigenen Weg gehen. Denn Ideen leben nur dann weiter, wenn viele Menschen sie tragen.“
Die übergebenen Patenschaften versteht Müller deshalb als einen Staffelstab.
„Nicht als Auszeichnung und nicht als Verpflichtung. Sondern als Einladung, die Menschen auf den Wartelisten sichtbar zu machen und dort über Organspende zu sprechen, wo sich die Gelegenheit dazu ergibt.“
Sein besonderer Dank galt der Ministerpräsidentin, dem Gesundheitsminister, der Staatssekretärin, den Mitarbeitenden der Staatskanzlei, dem Universitätsklinikum des Saarlandes, dem Transplantationszentrum, der Lions Hornhautbank der Augenklinik, den Unterstützerinnen und Unterstützern in den sozialen Medien sowie den vielen Menschen, die das Projekt in den vergangenen fünf Jahren begleitet haben.
Ein besonderer Dank galt auch Susanne Brehmer, Leiterin des Teams des Transplantationszentrums, die den Besuch und die Abläufe vor Ort maßgeblich geplant und koordiniert hatte.
„Im Mittelpunkt standen nie die Organisatoren und nie das Projekt. Im Mittelpunkt standen immer die Menschen, die auf eine Organspende warten, die Menschen, die durch eine Organspende ein neues Leben erhalten haben, und die Teams, die sie täglich begleiten.
Alles für die Menschen auf den Wartelisten.“