Hinweis:
Dieser Beitrag war ursprünglich ein Aprilscherz.
Die Reaktionen und Rückmeldungen darauf haben jedoch gezeigt, dass das Thema viele betrifft. Deshalb arbeite ich aktuell an einer ausführlichen Aufarbeitung zur tatsächlichen Situation.


Aprilscherz 2026 von Spektrum Dialyse

Ernährung während der Dialyse wird erstmals vollständig am Patienten umgesetzt

v.l. ärztliche Leiter KidneyNephro AG des Zentrums Bottrop, Dr. Erlichkeit, Schwester Herzensgut, Koch Herr Ochsenblut, Patient Herr Löffler, orstandsvorsitzende der KidneyNephro AG, Nachhaltigkeitsbeauftragte KidneyNephro AG Herr Grünwald
v.l. ärztliche Leiter KidneyNephro AG des Zentrums Bottrop, Dr. Erlichkeit, Schwester Herzensgut, Koch Herr Ochsenblut, Patient Herr Löffler, orstandsvorsitzende der KidneyNephro AG, Nachhaltigkeitsbeauftragte KidneyNephro AG Herr Grünwald

Aprilscherz von Spektrum Dialyse 2026

Quelle: Ärzteheft offline

 

In einem bemerkenswerten, in dieser Konsequenz bislang selten beobachteten Schritt, hat ein großer Dialyseanbieter in Deutschland damit begonnen, die Patientenernährung im Rahmen der Hämodialysebehandlung konsequent als therapeutische Kernleistung umzusetzen. Damit reagieren sie auf eine seit Jahren bekannte, jedoch im Versorgungsalltag bislang eher zurückhaltend berücksichtigte Tatsache: Ernährung ist nicht Beiwerk – sondern Therapie.

 

Ausgangspunkt der Initiative ist eine betriebswirtschaftlich unspektakuläre, medizinisch jedoch hochrelevante Betrachtung. Ein durchschnittliches Dialysezentrum mit etwa 120 Patientinnen und Patienten führt jährlich rund 18.720 Behandlungen durch. Der genannte Betrag von 1,20 € pro Behandlung stellt eine rechnerische Umlage innerhalb der Wochenpauschale dar und ist im EBM 40823 (der ausdrücklich auch die „Beköstigung des Patienten während der Dialyse“ umfasst) nicht gesondert ausgewiesen. Auf dieser Grundlage ergibt sich ein jährliches Budget von rund 22.464 € für die Beköstigung während der Dialyse. Rechnerisch entspricht dies etwa 3,60 € pro Woche und Patient. Die konkrete Umsetzung im Versorgungsalltag kann dabei zwischen einzelnen Einrichtungen unterschiedlich ausfallen. Eine Summe, die – so die neue Sichtweise – weder symbolisch noch optional, sondern zweckgebunden zu verstehen ist. Denn auch die aktuellen nephrologischen Leitlinien, unter anderem getragen von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, betonen die zentrale Bedeutung einer ausreichenden und angepassten Ernährung als festen Bestandteil der Dialysetherapie.

 

Während in der Vergangenheit vereinzelt der Eindruck entstehen konnte, dass diese Mittel im Gesamtgefüge der Versorgung eher unauffällig mitliefen, wird nun eine klare Linie gezogen: Was für Ernährung vorgesehen ist, soll auch beim Patienten ankommen. Alles andere wäre – so formuliert man es inzwischen auffallend zurückhaltend – zumindest erklärungsbedürftig.

 

Die KidneyNephro AG geht dabei mit gutem Beispiel voran. In ihren Zentren wird die Ernährung während der Dialyse nicht länger als logistisches Anhängsel betrachtet, sondern strukturiert in den Behandlungsablauf integriert. Mobile Buffetwagen, frisch zubereitete Speisen und eine klare Orientierung an ernährungsmedizinischen Leitlinien sind dabei keine Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Praxis.

 

Das Angebot orientiert sich konsequent an den Anforderungen dialysepflichtiger Patienten: eiweißreich, energieangepasst, gleichzeitig kontrolliert in Bezug auf Kalium und Phosphat. Statt improvisierter Zwischenlösungen stehen nun gezielt zusammengestellte Mahlzeiten zur Verfügung – von Eierspeisen und Geflügel über angepasste Milchprodukte bis hin zu geeigneten Beilagen wie Reis- und Nudelgerichten. Gemüse wird entsprechend vorbereitet, alkoholfreie Getränke individuell abgestimmt.

 

Dass ein solcher Ansatz nicht nur theoretisch sinnvoll, sondern praktisch notwendig ist, liegt auf der Hand. Dialysepatienten leiden überdurchschnittlich häufig an Protein-Energie-Mangelzuständen, während die Behandlung selbst den Körper erheblich belastet. In Fachkreisen wird dieser Energieverbrauch nicht selten mit mehreren Stunden körperlich schwerer Arbeit verglichen. Vor diesem Hintergrund erscheint es zumindest ungewöhnlich, wenn die Ernährung während dieser Zeit auf ein Minimum reduziert wird. Oder anders formuliert: Man würde auch keinen Bauarbeiter nach acht Stunden körperlicher Arbeit mit einem Keks und einem Kaffee in die nächste Schicht schicken und dies als ausgewogene Versorgung bezeichnen.

 

Der Vorstandsvorsitzende der KidneyNephro AG, Herr Gutbrot, bringt es auf den Punkt: „Wir haben uns die Zahlen angesehen – und dann den Patienten. Beides gleichzeitig zu betrachten, führt manchmal zu erstaunlich einfachen Erkenntnissen. Wenn Geld für Ernährung vorgesehen ist, dann sollte man auch Nahrung daraus machen. Alles andere wäre betriebswirtschaftlich vielleicht erklärbar, medizinisch aber eher… kreativ.“ 

 

Wenn man das Ganze einmal größer denkt: Hochgerechnet auf eine Struktur dieser Größenordnung mit über 80 Zentren in Deutschland ergibt sich ein jährliches Volumen von rund 1,9 Millionen Euro, das für die Ernährung aus der Pauschale zur Verfügung steht – also genau dort, wo es auch ankommen könnte. Das entspricht etwa 30 bis 40 Stellen. Also genau der Zeit, die im Alltag oft fehlt. Wir haben uns daher gefragt, ob man dieses Potenzial weiterhin theoretisch verwalten – oder praktisch am Patienten einsetzen möchte.“

 

Und dann, fast beiläufig: „Wir haben uns für Letzteres entschieden. Es schien uns… näher an der Idee von Versorgung."

 

Auch der ärztliche Leiter des Zentrums Bottrop, Dr. Erlichkeit, sieht darin weniger eine Innovation als eine Rückkehr zur Logik: „Wir behandeln hier keine Maschinen, sondern Menschen. Viele unserer Patienten kämpfen mit Mangelernährung, Appetitlosigkeit oder schlicht mit den finanziellen Grenzen ihres Alltags. Wenn wir ihnen während einer mehrstündigen Therapie keine adäquate Ernährung anbieten, dann lassen wir einen Teil der Behandlung einfach weg – und nennen es Organisation.“

 

Ergänzend setzt das Unternehmen bewusst auf ein nachhaltiges Versorgungskonzept. Der Einkauf erfolgt nicht über zentrale Großstrukturen, sondern gezielt über regionale Partner. Lebensmittel stammen aus der Umgebung, Transportwege werden kurz gehalten und energieintensive Lieferketten vermieden. Die Zubereitung erfolgt durch Köche aus regionalen Gastronomiebetrieben, die die Speisen frisch anliefern. Der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Unternehmens, Herr Grünwald, erklärt dazu: „Wir wollten zwei Dinge vermeiden: lange Transportwege und lange Diskussionen. Regionale Produkte, kurze Wege und frische Zubereitung sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch praktisch nachvollziehbar. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise ist es nur konsequent, vorhandene Mittel dort einzusetzen, wo sie unmittelbar wirken – beim Patienten und nicht irgendwo dazwischen.“

 

Besonders eindrücklich schildert Pflegekraft Schwester Herzensgut die Veränderungen im Alltag: „Es sind oft die stillen Momente. Wenn man sich Zeit nimmt, einem älteren Patienten das Essen anzureichen, ohne auf die Uhr zu schauen. Diese Blicke – das ist keine Höflichkeit, das ist echte Dankbarkeit. Viele schaffen es nicht mehr alleine. Und wenn sie dann merken, dass da jemand ist, der nicht nur anschließt, sondern auch versorgt… dann verändert sich etwas. Auch körperlich. Die Patienten werden stabiler. Ruhiger. Einfach… besser.“ Nach einer kurzen Pause fügt sie hinzu: „Man braucht dafür gar nicht viel. Eigentlich nur Zeit. Und vielleicht die Entscheidung, dass Ernährung mehr ist als eine Nebensache – selbst wenn der Betreuungsschlüssel manchmal anderes vermuten lässt.“

 

Ziel der Initiative sei es, die vorhandenen Mittel sichtbar und nachvollziehbar am Patienten einzusetzen. Gleichzeitig wolle man ein Zeichen setzen, dass eine leitliniengerechte Versorgung nicht an der Dialysemaschine enden müsse. In Fachkreisen wird die Entwicklung aufmerksam verfolgt, insbesondere die Frage, inwieweit Ernährung als integraler Bestandteil der Therapie tatsächlich im Versorgungsalltag ankommt. Dabei wird auch diskutiert, ob eine rein symbolische Beköstigung während der Behandlung langfristig noch als zeitgemäß gelten kann – insbesondere dann, wenn die entsprechenden Mittel bereits im System verankert sind.

 

Die ersten Rückmeldungen aus den beteiligten Zentren fallen erwartungsgemäß positiv aus. Patienten berichten von gesteigerter Stabilität während der Dialyse, besserem Allgemeinbefinden und – nicht ganz unwichtig – dem Gefühl, tatsächlich versorgt zu werden. Oder, wie es ein Patient formulierte: „Man merkt plötzlich, dass man nicht nur angeschlossen, sondern auch gemeint ist.“

 

Einige Leser berichten, sie hätten beim Lesen kurz gedacht, es handle sich um Realität – statt um einen Aprilscherz. Andere berichten, sie hätten sich genau das schon lange gewünscht. Und manche haben sich gefragt, warum es dafür eigentlich einen Aprilscherz braucht.


Hinweis:
Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine satirische Darstellung im Rahmen eines Aprilscherzes. Die im Text verwendeten Bezeichnungen, insbesondere die „KidneyNephro AG“, sowie sämtliche genannten Personen, Funktionen und Zitate sind frei erfunden und stehen in keinem Bezug zu real existierenden Unternehmen oder Personen. Das verwendete Bildmaterial wurde unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich der Illustration. Die im Beitrag genannten Zahlen beruhen auf einer Modellrechnung auf Grundlage der Dialysekostenpauschale nach EBM 40823 für ein Dialysezentrum mit 120 Patientinnen und Patienten und orientieren sich an den geltenden ernährungsmedizinischen Empfehlungen. Die zugrunde liegenden nephrologischen Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Nephrologie, betonen die Bedeutung der Ernährung als Bestandteil der Dialysetherapie, ohne deren konkrete Umsetzung im Versorgungsalltag verbindlich vorzugeben.