ES TUT MIR LEID –ENTSCHULDIGUNG

Über den Mut, ehrlich zu sein – und den Frieden, der daraus wächst.

In diesem Jahr habe ich nach sechs Jahren mein Buchprojekt „LebensDurst“ über mein Leben als Kind mit meiner Krankheit beendet. Während des Schreibens sind mir viele Menschen wieder in den Sinn gekommen, denen ich gegenüber einmal ein Fehlverhalten gezeigt hatte. Dadurch war auch der Kontakt zu manchen verloren gegangen. Das hat mich lange im Inneren beschäftigt, und irgendwann wurde mir klar, wie wichtig es mir ist, mich bei diesen Menschen zu entschuldigen – für das, was ich ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt in meinem Leben zugemutet habe.

 

So entstand mit der Zeit eine Art „Löffelliste der Entschuldigung“, die ich abarbeiten wollte, bevor ich – wie man so schön sagt – den Löffel abgebe. Mit meinem Krankheitsbild kann das ja manchmal schneller gehen, als man denkt. Ein einziger Dominostein kann schon reichen, um die ganze Kettenreaktion auszulösen die schnell zum Ende führt.

 

Und weil ich mir dachte: Wenn schon Löffelliste, dann richtig – habe ich gleich mal angefangen, meine Entschuldigungen zu sortieren. Erst die großen, die schwer im Magen liegen. Dann die kleinen, die man gerne mal verdrängt, so nach dem Motto: „Ach, das war doch nicht so schlimm.“ Aber wissen Sie, genau die bleiben einem nachts wach im Kopf. Also lieber alles gleich mitnehmen – wer weiß, wann der liebe Gott sagt: „So, jetzt aber zack, Löffel her!“

Im Oktober war diese Liste schließlich abgearbeitet – eine Liste, auf der viele Namen standen, Menschen, bei denen ich mich aufrichtig entschuldigt habe.

 

In den letzten beiden Jahren hatte ich mich bereits bei einigen ehemaligen Vorstandskollegen und Wegbegleitern entschuldigt – in Vereinen, im Ehrenamt, wo es durch Missverständnisse oder meinen bekannten Dickkopf zu Spannungen gekommen war. Mit mir war es nicht immer einfach, wenn ich was für das Wohlergehen der Patienten/Mitglieder vor hatte, zusammenzuarbeiten. Ich hatte hier, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, nicht umsonst den Spitznamen „Wadenbeißer“. Manche nahmen meine ehrliche Entschuldigung an, persönlich oder per E-Mail – andere schwiegen. Damit konnte ich leben.

 

Bei einem ehemaligen Kollegen und Freund kam der Kontakt nach zwölf Jahren durch den Tod eines gemeinsamen Bekannten wieder zustande. Das Erstaunliche daran war, dass wir beide – unabhängig voneinander – im Abstand von nur dreißig Minuten, nach den Jahren, versucht hatten, den anderen zu erreichen. Ich traf ihn zu Hause telefonisch nicht an, da er sich im Krankenhaus befand, wie ich später erfuhr. Ich nutzte die Gelegenheit und entschuldigte mich ehrlich für mein damaliges Verhalten. Er freute sich über diese Entschuldigung, nahm sie an, und wir fanden sofort wieder zueinander. Unsere Gespräche waren wie früher – lang, ehrlich, manchmal tief, aber immer mit Wert fürs Leben.

 

Manchmal braucht es gar nicht viel im Leben – nur ein ehrliches „Es tut mir leid“, eine kleine Geste, ein Zeichen, das zeigt: Ich meine es ernst. Mir war das wichtig – aus tiefstem Herzen. Und manchmal ergaben sich daraus überraschend schöne Reaktionen und wertvolle Gespräche, ohne dass ich etwas erwartet hatte.

 

Solche Momente zeigen mir, wie viel eine ehrliche Entschuldigung bewegen kann – nicht nur im eigenen Leben, sondern auch im Großen. Ich denke dabei an Willy Brandt, der 1970 in Warschau auf die Knie ging – nicht aus Schwäche, sondern aus Menschlichkeit. Ungefähr die Hälfte der Deutschen sah diese Geste damals kritisch, und doch war sie der Beginn einer neuen Form von Versöhnung. Sie zeigt, dass eine echte Entschuldigung Grenzen überwinden kann – zwischen Ländern genauso wie zwischen Herzen. Und so ist es auch im Kleinen, im ganz Persönlichen.

 

Ein Sohn, der über zehn Jahre keinen richtigen Kontakt mehr zu seiner Mutter hatte, nahm all seinen Mut zusammen. Er schrieb ihr einen langen Brief – ehrlich, offen und mit dem Wunsch, endlich zu erklären, warum es damals so gekommen war. Er legte sein ganzes Herz hinein, jedes Wort war ein Versuch, die Mauer zwischen ihnen zu durchbrechen.

 

Er schickte den Brief ab – und wartete. Doch eine Antwort kam nie. Kein ehrliches Wort, kein Versuch, den Faden wieder offen und ehrlich, ohne Bitterkeit und ohne den Blick auf alte Schuld, aufzunehmen. Dabei hätte es nur einen Satz gebraucht: „Ich habe deinen Brief gelesen – und ich verstehe.“

 

So blieb die Tür, die er in den Zwischenzeilen geöffnet hatte, still im Rahmen stehen.

 

Die Mutter hätte sie nur durchschreiten müssen, um wieder Nähe zu finden. Doch sie blieb davor stehen – vielleicht aus Verletzung, vielleicht aus Stolz oder Angst. Und gerade da musste ich an das Gleichnis vom Pharisäer und dem Zöllner denken. Der eine steht aufrecht, zählt Gott all das auf, was er Gutes getan hat, dankt dafür, dass er nicht ist wie die anderen. Der andere steht abseits, wagt kaum aufzuschauen, schlägt sich an die Brust und sagt nur: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“

 

Vielleicht liegt genau darin die Wahrheit, die auch in dieser Geschichte steckt: Nicht der, der aufzählt, was er alles richtig gemacht hat, findet Frieden – sondern der, der leise sagt: „Ich habe es versucht.“

 

Die Mutter hat viel gegeben, vieles getan, und doch – in diesem Moment wäre weniger vielleicht mehr gewesen: ein einfaches „Ich verstehe dich“, eine ausgestreckte Hand aus innerlicher Überzeugung.

 

Vielleicht berührt mich diese Geschichte deshalb so sehr, weil ich selbst einmal lernen musste, wie schwer, aber auch wie befreiend eine Entschuldigung sein kann. Ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Kindheit.

 

Es war in der Hexennacht (30. April zum 1. Mai), und wir waren in einer Gruppe unterwegs, um Unsinn zu treiben. Einer sagte zu mir, ich solle die Kellerscheibe unserer Nachbarin Trudel einwerfen. Ich wollte damals nicht der Außenseiter in der Gruppe sein – und tat es.

 

Am nächsten Morgen, beim Frühstück, sah mich mein Vater an. Er bemerkte sofort, dass mich etwas bedrückte. „Was ist los mit dir?“, fragte er ruhig. Ich erzählte es ihm, weil es mich innerlich sehr belastete. Er war nicht wütend, aber enttäuscht von mir. Dann sagte er nur: „Nachher gehen wir zu Trudel rüber, und du entschuldigst dich.“ Mein Großvater, der das Gespräch mitgehört hatte, kam mit.

 

Ich weiß noch, wie schwer mir dieser Weg zu Trudels Haustür die Treppen hinauf fiel. Ich klingelte, mein Puls klopfte im Hals, und ich brachte kaum ein Wort heraus. Leise und mit gesenktem Blick sagte ich nur: „Entschuldigung, ich war das mit der Scheibe. Können Sie mir verzeihen? Ich tu’s nie wieder. Mein Papa und mein Opa (beide Schlossermeister) sind dabei, sie reparieren die Scheibe wieder.“

 

Sie sah mich streng an, aber ich merkte, dass sie meine Ehrlichkeit wertschätzte. Sie sagte, sie hätte die Polizei rufen wollen – doch weil ich von mir aus gekommen war, nahm sie die Entschuldigung an.

 

Unten vor der Kellertür warteten mein Vater und mein Großvater schon. Mein Vater fragte Trudel halb scherzhaft: „Na, hast du ihm ordentlich die Leviten gelesen?“ Sie nickte nur und meinte trocken: „Und wie.“ Dann bauten Vater und Großvater das kaputte Fenster aus, fuhren am nächsten Arbeitstag  damit zum Schreiner, der eine neue Scheibe einsetzte. Mein Großvater bezahlte, bevor Papa dazu kam und sah mich dabei ernst an. „Dass du’s weißt“, sagte er ruhig, „das arbeitest du ab – an den nächsten Wochenenden bei mir.“

 

Und so war es.

 

Ich half ihm lange ums Haus. Ich half ihm beim Rasenmähen, fegte den Hof wie Straßenrinne, jätete Unkraut. Alles mit Absprache der Eltern wegen meiner Krankheit. Ich lernte hier mehr, als man je in der Schule lernen kann. Ich lernte, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn’s weh tut. Ich lernte, dass eine ehrliche Entschuldigung nicht nur ein Wort ist, sondern von Herzen kommen muss. Etwas, das man sich erarbeitet. Zudem half ich zukünftig freiwillig, ums Haus sauber zu halten.

 

Trudel sah, dass ich es ernst meinte. Sie lächelte mir eines Tages zu, und in diesem Lächeln erkannte ich, jetzt hat sie mir wirklich vergeben. Auch meine Freunde sahen mich arbeiten – und plötzlich war es kein Zeichen von Schwäche bei ihnen, sondern von Stärke, dass ich zu meiner Tat gestanden habe.

 

Mein Vater hat mir in dieser Zeit beigebracht, dass Entschuldigung ein Zeichen von Größe sein kann. Mein Großvater lehrte mich, wie wertvoll das Eigentum anderer Menschen ist – und dass Respekt eine Grundlage des Miteinanders ist.

 

Beide leben längst nicht mehr, aber was sie mir damals, in den 80iger Jahren, mitgegeben haben, trage ich bis heute in mir.

 

Diese Erfahrung hat mich geprägt – sie hat mir gezeigt, dass man durch ein ehrliches „Es tut mir leid“ nicht nur etwas wiedergutmacht, sondern auch selbst ein Stück Zufriedenheit für sich erhält.

 

Und vielleicht ist es genau das, was unserer Zeit heute so oft fehlt: das Bewusstsein, dass Fehler menschlich sind – aber Entschuldigung eine tiefe Gotteserfahrung sein kann. Man kann es spirituell sicher auch anders ausdrücken: Menschlichkeit liegt nicht im Rechthaben, sondern im Verstehen. Und Respekt ist keine Frage von Herkunft, Glauben oder Stand – sondern von Herz und Haltung.

 

Vor einiger Zeit hörte ich im Radio etwas, das mich tief bewegt hat. Manche jüdischen Mitbürger bringen inzwischen einen rein deutschen Namen an ihrer Türklingel an – nur, um ohne Anfeindung, sozusagen, eine Pizza bestellen zu können.

 

Diese Nachricht hat mich still werden lassen. Ich konnte und kann es innerlich kaum begreifen, dass in unserem Land, das so viel Leid hinter sich hat, wieder Menschen aus Angst ihre Identität verstecken müssen. Dass Hass und Misstrauen immer noch so viel persönliches Leid auslösen. Ich selbst habe nie Unterschiede zwischen Menschen gemacht – nicht nach Herkunft, nicht nach Religion, nicht nach Aussehen. Für mich zählt, wer jemand ist, nicht, woher er kommt. In Gesprächen mit Menschen anderer Kulturen oder Glaubensrichtungen habe ich immer viel gelernt – über ihr Denken, ihre Geschichte, ihre Sicht auf das Leben. Diese Begegnungen waren für mich nie fremd, sondern bereichernd. Ich habe mich in all diesen Momenten als Teil einer Gemeinschaft empfunden – menschlich, ehrlich, offen.

 

Und vielleicht ist es genau das, was mich heute so hilflos macht. Wenn ich sehe, dass Menschen, die im Alltag freundlich und hilfsbereit wirken und ich gut kenne, innerlich – für mich schwer verständlich – ein falsches Meinungsbild in sich tragen oder Parteien unterstützen, deren Denken Spaltung fördert, dann trifft mich das ins Herz. Ich komme zudem aus einer Bergbauregion und der Bergbau prägte mich. Der Bergbau und seine Kumpels standen auch immer gegen rechts und für Offenheit zu allen. Solch ein Parteiendenken das spaltet, hatte hier nie eine Chance.

 

Ich kann mich nur aus tiefstem Herzen entschuldigen – nicht, weil ich schuldig bin, sondern weil ich mich mitschuldig fühle, Teil einer Gesellschaft zu sein, in der so etwas wieder Raum findet. Ich habe solches Denken nie gelernt. Im Gegenteil – ich habe gelernt, Menschen mit offenem Herzen zu begegnen, ehrlich zu sprechen, zuzuhören und Unterschiede als etwas Wertvolles zu sehen. Mein Vater sagte einmal: „Mir ist es gleich, welche Nationalität, Religion oder Lebensform ein Mensch hat – wichtig ist nur, dass er im Umgang mit anderen im Sinne der Zehn Gebote handelt.“

 

Es fällt mir schwer, an diesem Punkt eine Entschuldigung auszusprechen – weil sie, so ehrlich sie auch gemeint ist, schon wieder eine Grenze zieht. Eine Grenze zwischen „uns“ und „den anderen“. Doch in meinem Empfinden gibt es dieses „anders“ gar nicht. Anders ist nur der, der verletzt oder schuldig wird. So jemand grenzt sich selbst aus – das versteht sich für mich und hoffentlich für jeden von selbst.

 

Warum gelingt es uns Menschen nicht, so zu denken, dass niemand seinen Namen ändern muss, um Frieden zu haben? Dass wir uns gegenseitig respektieren können, miteinander leben – ohne Angst, ohne Vorurteile, ohne die ständige Rechtfertigung für das, was wir sind?

 

Vielleicht wäre das die ehrlichste Entschuldigung überhaupt: eine, die nicht trennt, sondern verbindet. Eine, die denjenigen die Tür offenlässt, die noch im Hass gefangen sind – mit der Einladung, sich zu öffnen und neu zu beginnen. Denn nur so entsteht eine wirkliche, menschliche Gemeinschaft.

 

Und vielleicht beginnt sie genau da, wo man selbst den ersten Schritt macht.

 

Ich habe mir in diesem Jahr vorgenommen, meine eigenen offenen Türen zu schließen – oder besser gesagt: sie bewusst noch einmal zu öffnen.

 

Meine Löffelliste habe ich im Oktober abgeschlossen, als ich zufällig wieder mit einer Frau in Kontakt kam, die mir vor 16 Jahren ihre Liebe gestanden hatte. Damals zeigte ich zunächst die gleichen Gefühle, zog mich dann aber unschön und plötzlich zurück. Als wir uns nun wieder trafen, erklärte ich ihr meine Gründe von damals: Ich hatte einfach Angst, für sie und ihr Kind Verantwortung zu übernehmen und vielleicht eines Tages mein gewohntes Umfeld verlassen zu müssen. Diese Entschuldigung war mir sehr wichtig. Wir spürten beide, dass der Zauber der damaligen Zeit längst vergangen war. Zu viel Zeit war verstrichen, in der sich jeder von uns in eine ganz eigene Richtung entwickelt hatte. Doch die Entschuldigung für meine Angst und meine ruppige Art, mich damals zurückzuziehen, trägt heute dazu bei, dass wir uns nicht mehr mit Abneigung begegnen, sondern wieder auf ehrlicher Augenhöhe.

 

Am Ende dieser ganzen Löffelliste blieb mir nur noch ein Gedanke: Vielleicht hat der liebe Gott uns das Entschuldigen ja gegeben, damit wir Menschen lernen, ein bisschen liebevoller mit uns selbst umzugehen.

 

Ich jedenfalls habe jetzt das gute Gefühl, meinen Löffel noch ein Stück fester halten zu dürfen – zumindest bis Weihnachten.

 

Weihnachten ist jedes Jahr irgendwie gleich – und doch trifft es uns immer anders. Manchmal hell und voller Freude, manchmal still und mit einem leisen Ziehen im Herzen. Für mich ist Weihnachten dieses Jahr das Fest der Entschuldigung. Nicht, weil ich dauernd Fehler suche, sondern weil ich in den letzten Monaten gelernt habe, dass „Es tut mir leid“ so viel mehr sein kann als drei Worte. Es kann ein Anfang sein. Ein Stück Frieden. Eine Hand, die man wieder ausstreckt.

 

Wenn ich auf das vergangene Jahr schaue – auf all die Gespräche, die Briefe, die Entschuldigungen, dann denke ich oft an Gott, der uns genau so begegnet ist: nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe.

 

In einem Stall, auf Stroh, zwischen Menschen, die auch nicht wussten, wohin sie gehören. Maria und Josef – sie waren einfache Leute, und doch lag in ihren Armen die größte Hoffnung der Welt.

 

Und die ersten, die kamen, waren Fremde. Menschen aus einem anderen Land, mit einem anderen Glauben, mit anderen Gesichtern und Sprachen. Und sie wurden nicht abgewiesen. Sie knieten nieder, brachten ihre Gaben und erkannten in dem Kind etwas, was viele in der eigenen Stadt nicht gesehen hatten: Liebe. Hoffnung. Frieden.

 

Vielleicht ist das Weihnachten: Den Mut zu haben, nicht auf Unterschiede zu schauen, sondern auf das, was verbindet. Den Mut, hinzusehen, wo es weh tut. Den Mut, zu sagen: „Ich hab dich nicht vergessen. Es tut mir leid.“

 

Ich denke da auch an den Sohn mit dem Brief an seine Mutter. Und an all die Mütter, die Söhne, die Brüder, die Schwestern, die sich irgendwann im Leben aus den Augen verloren haben. Manchmal steht da eine Tür zwischen ihnen – weit offen, aber keiner geht hindurch. Vielleicht, weil Stolz davorsteht. Oder Angst. Oder einfach das Schweigen.

 

Aber Weihnachten sagt: Du darfst. Du darfst hingehen, du darfst vergeben, du darfst hoffen. Denn Gott selbst hat diesen ersten Schritt gemacht. Er hat uns in Jesus gezeigt, dass Neubeginn möglich ist. Dass wir Fehler machen dürfen, wenn wir den Mut haben, daraus zu lernen. Dass wir nicht perfekt sein müssen, um geliebt zu werden. Und dass Frieden kein Zustand ist, sondern eine Entscheidung – jeden Tag neu.

 

In der Bibel steht: „Fürchtet euch nicht! Denn euch ist heute der Heiland geboren.“ Das ist für mich kein Satz aus einer anderen Zeit, sondern eine Botschaft mitten ins Heute. Fürchtet euch nicht – vor dem Leben, vor dem Altwerden, vor Krankheit, vor dem ersten Schritt, vor der Entschuldigung, vor dem Neuanfang.

 

Denn wer den Mut hat, ehrlich zu sein – mit sich selbst und mit anderen – der findet an Weihnachten vielleicht ein Stück von dem Frieden, den die Engel damals angekündigt haben.

 

Und wenn wir den Löffel schon irgendwann abgeben müssen, dann doch bitte mit dem Gefühl: Ich habe versucht, gut zu sein. Menschlich. Unvollkommen. Aber ehrlich. Und das reicht dem lieben Gott, da bin ich mir sicher.

 

Ich wünsche Ihnen allen ein friedvolles und gesundes Weihnachtsfest – mit Zeit für Versöhnung, Dankbarkeit und Hoffnung.

 

Möge das neue Jahr 2026 Ihnen Glück, Kraft und gute Begegnungen wie stabile Gesundheit schenken.

 

Ihr

 

Martin G. Müller

Spektrum Dialyse