9. Onlineaktion zum Tag der Organspende 2021



 

Seit einem Jahr beherrschen Corona, Inzidenzwerte und Impfen das mediale Interesse.  Dabei ist der Fokus zu anderen wichtigen Themen, wie die Organspende verloren gegangen. Es ist auch schwer fünf Trauerfälle, in die Öffentlichkeit zu rücken, wo diese täglich mit 100 bis 100.000 konfrontiert wird. Hier fertigt sich so unbewusst, eine unvermeidliche Verharmlosung, zu den Todesfällen des Organmangels. Corona zerstörte Familien durch den Tod geliebter Familienangehöriger. Dieses Leid ist nicht in Worte zu fassen.  Die Angehörigen saßen hilflos und verzweifelt zu Hause und hatten nur noch die Hoffnung auf ein Wunder. Die Situation kennen auch Familienangehörige von Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind.  Sie erleben verzweifelt mit, wie ihre zum Teil Kinder/Angehörigen die z. B. auf ein Herz oder Lunge warten, um jeden Atemzug kämpfen. Im Gegensatz zu Corona gibt es hier einen großen Unterschied, denn es gibt eine erfolgreiche Therapie. Die besteht in einer Organübertragung. Hier kann jeder einfach helfen. Dokumentieren Sie in einem Organspendeausweis Ihren Entschluss. So können Sie nicht nur helfen, sondern sie schützen auch Ihre Familie vor einer schweren Entscheidung. Denn die Frage nach Ihrem Willen zur Organspende schreibt im Ernstfall, das Transplantationsgesetz vor.  Organspende ist auch in dieser Zeit oder gerade in dieser Zeit sehr wichtig! Es gab schon genug Tote, wo es keine Möglichkeit der Rettung gab! Ihre Entscheidung ist freiwillig und man kann auch NEIN sagen. Der Tag der Organspende macht nicht nur alljährlich auf die Thematik aufmerksam, nein, er ist auch insbesondere dafür, den Menschen zu gedenken sowie zu danken, die sich zur Organspende entschieden haben.  Gleichzeitig wird an diesem Tag, in vielen Gottesdiensten,  auch den Organspendern wie trauernden Angehörigen gedacht. Das Wissen, das ihr Angehöriger neues Leben schenkte, sollte Trost darstellen.  Wo sonst der Tod das Leben beendet, schenkt er hier neues Leben. Der Tag der Organspende rückt dies  umfassend in den  Mittelpunkt. Informieren Sie sich zum Thema. Dies können Sie unter folgendem Link sowie bei Ihren Hausärzten oder Krankenkassen. Treffen Sie Ihre Entscheidung, dokumentieren Sie diese im Organspendeausweis und teilen Sie ihn ihren Angehörigen mit. Selbst in dieser Welle der Pandemie ist Organspende „richtig-wichtig-lebenswichtig“ und spendet Hoffnung auf ein neues Leben!

 


Zahlen der Organspenden  2020

Im Jahr 2020 haben in Deutschland 913 Menschen nach dem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das entspricht 11,0 Spendern pro eine Million Einwohner, meldet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Damit liegen die Organspendezahlen trotz des von der Coronavirus-Pandemie geprägten Jahres in etwa auf dem Niveau von 2019 (932 Organspender; 11,2 Spender pro Million Einwohner). Im zurückliegenden Jahr konnten 2.941 hierzulande postmortal entnommene Organe durch die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) an Patienten auf den Wartelisten zugewiesen werden; nur ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr zuvor (2019: 2995 Organe). Dazu zählten 1.447 Nieren, 746 Lebern, 342 Lungen, 320 Herzen, 79 Bauchspeicheldrüsen sowie 7 Därme. Jeder der 913 Spender hat somit durchschnittlich mehr als drei schwerkranken Patienten die Chance auf ein neues Leben ermöglicht. Die Kontakte der Entnahmekrankenhäuser zur DSO haben 2020 im Vergleich zu 2019 um 2,5 Prozent weiter zugenommen und lagen bei 3.099 (2019: 3.023). In den 46 deutschen Transplantationszentren wurden im vergangenen Jahr 3.016 Organe nach postmortaler Spende übertragen, das sind 176 Organe weniger als in 2019. Ingesamt erhielten hierzulande 2.845 Empfänger ein oder mehrere Organe. Zum Vergleich: Die Zahl der Patienten, die in Deutschland Ende 2020 auf der Warteliste für eine Transplantation standen, lag bei rund 9.200. 


2020 - „1013“ Geschenkte Lebensjahre dank Dialyse! Rückblick Tag der Organspende - 8. Onlineaktion von Spektrum Dialyse

Bei der achten Onlineaktion zum Tag der Organspende hatte sich die saarländische Webseite Spektrum Dialyse mit bemüht, möglichst viele Menschen auf die Thematik der Organspende aufmerksam zu machen. 97.000 Menschen (107.000-2019) konnten online mit dem Gedanken zur Organspende, in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp) erreicht werden. In 16 Stunden wurden infolgedessen 3.897 (5.680- 2019) über die Homepage die Informationen zur Organspende abgerufen. 578-mal (1.231-2019) wurde der Organspendeausweis im Anschluss downgeloadet. Vermutet man, dass 20 % der User ihn ausdrucken und ausfüllen, tragen zukünftig ca. 100 (246-2019) Menschen mehr einen Organspendeausweis mit sich. Ein Organspender kann bis zu sieben Leben retten!

 

Erneut ist es auch zusammen mit der Saarbrücker Kirche über Fürbitten gelungen, den Gedanken der Organspende in die Gotteshäuser zu tragen.

 

In den sozialen Medien war in diesem Jahr eine teils angreifende Diskussionsmentalität zu der Thematik zu beobachten. Simultan fand die Aktion abweichend wie in den Jahren zuvor, keine zahllosen Unterstützer. Ob die Veranlassung hierzu in der Verbindung der aktuellen Weltveränderung steht, ist eine Vermutung. In den Foren konnte man zahlreiche Diskussionsbeiträge verfolgen folgende.

 

Hier ein kleiner Auszug:

  • ·       „Ich habe seit einem Jahr einen Spendenausweis, fühle mich aber nicht so wirklich wohl bei dem Gedanken. Und um es mal von der anderen Seite zu sehen, wer ein Spenderorgan benötigt, der wartet darauf, dass ein anderer Mensch für ihn stirbt. Was jetzt moralisch gut ist oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden.“
  • ·       „Hab schon jahrelang alles: Blutspendeausweis, Organspendeausweis und DKMS Ausweis“
  • ·       „Ich habe einen Spenderausweis!! Ich habe vor 20 Jahren eine Spenderhornhaut transplantiert bekommen, die Zeit davor war die Hölle für mich. Daher bitte ich alle, holt euch den Spenderausweis!!!!!!!!!“
  • ·       „Alleine der Gedanke, dass jemand aus der heutigen Bundesregierung durch ein Organ von mir überleben würde; meine Kinder & meine Enkel würden mir das nie verzeihen!!!!!!“
  • ·     „So viele Menschen, mit denen ich gesprochen habe, wissen überhaupt nicht, wie eine Organspende abläuft. Sie reden immer davon, dass ihnen das nach dem Tod egal sei. Aber sie haben bei der Entnahme noch Emotionen, können noch Schmerzen empfinden, weshalb sie fixiert werden, da sollte man als Spender schon wissen.“
  • „Ich habe mich sehr lange und ausführlich mit diesem leidigen Thema beschäftigt: Ich habe keinen „Spender“ Ausweis und möchte auch kein Organ bekommen, falls es mal so kommen sollte. Meine Familie weiß darüber Bescheid und es ist in meiner Patientenverfügung festgehalten.“

 

·    „Nein, sicher nicht. Ich habe mein Leben gelebt, ohne Krankheiten, ohne Unfälle, ohne Krankenhausaufenthalte und ohne Schmerzen. Da habe ich manchem Zeitgenossen Jahre voraus und dann muss man auch loslassen können. Denn ewig leben wir eh nicht. Und mich die letzten Jahre noch mit fremden Organen quälen zu lassen, das muss ich nicht haben.“

·     „Dafür musste jemand anderes erst mal sterben und an die Entnahme selbst mag ich lieber nicht denken.“

Die teils abstoßenden Auslassungen hatten in diesem Jahr leider die überhand! Die Reaktion stehen vermutlich weniger mit dem Thema Organspende in Verbindung. Unter Umständen findet man die Begründung in der zunehmenden Aggressivität durch Rechte Randgruppen und Verschwörungstheoretiker, die jetzt auf Corona begründet, vielseitig Aufmerksamkeit in der Bevölkerung suchen. Sie blenden dabei völlig aus, dass ihr Handeln z.B. bei der Thematik Organspende Menschenleben kostet!

Seit den politischen Diskussionen zur Widerspruchslösung zu Anfang des Jahres hat in der Bevölkerung eine rege Diskussion stattgefunden. So wurde das Thema vielerorts in Familien so diskutiert, dass man beobachten kann, dass Angehörige in Auswegslosen gesundheitlichen Situationen, auf die Ärzte mit der Willenserklärung zur Organspende zukommen. Hier liegt vermutlich auch die Begründung, dass die Organspendenzahlen im ersten Quartal um 16 % gestiegen sind. So sollten wir den an vieler Orts begonnenen Weg der intensivierten Aufklärung weiter gehen. Nur so werden Ärzten zukünftig mehr Leben retten können!

In diesem Jahr hat Spektrum Dialyse zusammen mit der Facebook-Gruppe „Nierenkrank“ (3900 Mitglieder eine neue Aktion begonnen. Die Aktion lautete in Anlehnung der Organspendenaktion „Geschenkte Lebensjahre“ – „Geschenkte Lebensjahre dank Dialyse“.

So wurden am Wochenende zum „Tag der Organspende“ Dank der bestehenden Möglichkeit der Dialysetherapie „1.013“ geschenkte Lebensjahre durch 122 Mitglieder der Facebook-Gruppe ermittelt. Was bedeutet, ohne diese Therapiemöglichkeit, die für viele, durch zahlreichen Einschränkungen, wie Zusatzerkrankungen, als belastend empfunden wird, wären sie verstorben! Die Patienten hätten die Zeit bis zur Nierentransplantation nicht überbrücken können. Die Dialyse „schenkte allen Lebenszeit!“ Das wurde mit der Aktion verdeutlicht! Die Zahl „1.013“ gilt als Rekord der Gruppe, den es in 2021 zu überbieten gilt!

 

Patienten, die auf die Transplantation des Herzens, Leber oder Lunge angewiesen sind, steht eine solche Therapieoption, die Lebenszeit schenkt, nicht zur Verfügung.

 

Die Nierenpatienten werden auch weiter mit Unterstützung vieler, regelmäßig auf das Thema Organspende aufmerksam machen und informieren. Nicht nur im Eigeninteresse, sondern auch in der Mitverantwortung ihrer Mitpatienten, die auf lebenswichtige Organe angewiesen sind und dies Selbst nicht mehr können. Hier zählen auch Kinder zu den Betroffenen. Die Gemeinschaft aller bildet hier ein starkes Team unterschiedlicher Patienten-/wie Ärztegruppen und zahlreicher weiteren wertvollen Helfer!!!

 

Alles in allem kann man auf eine erfolgreiche Onlineaktion, die zur Diskussion anregte und das Thema Organspende in die Öffentlichkeit getragen hat, zurückblicken.

 

Spektrum Dialyse


Statistik 2019/2020 - Jeder Organspender rettet im Schnitt drei Leben

Laut Statistik ging im vergangenen Jahr die Zahl der Organspender leicht von 955 auf 932 zurück, meldet die Deutsche Stiftung Organspende am 13.01.2020. Die Zahl der gespendeten Organe sank 2019 von 3.113 auf 2.995. Das waren nach vorläufigen Angaben von Montag 13.01., 1.524 Nieren, 726 Lebern, 329 Lungen, 324 Herzen, 87 Bauchspeicheldrüsen sowie 5 Dünndärme. Jeder Spender hat im Schnitt mehr als drei Schwerkranken eine neue Lebenschance geschenkt. Derzeit warten in Deutschland 9.400 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan. 2019 haben deutschlandweit 3.192 Menschen ein Transplantat erhalten. Im Jahr zuvor waren es bundesweit 3.264. Mit nur 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner gehört Deutschland im internationalen Vergleich laut DSO zu den absoluten Schlusslichtern. Auch bei Eurotransplant, einer Vermittlungsstelle für Organspenden, der acht EU-Staaten angeschlossen sind, hält Deutschland die Schlusslaterne und bezieht von dort mehr Spenderorgane, als es vermitteln kann. (2019 wurden im Saarland 71 Organtransplantationen durchgeführt, 23 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Organspender lag bei 18 Personen.) Von Januar bis Ende April dieses Jahres gingen bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Bestellungen für rund 2,23 Millionen Organspende­aus­weise ein. Dies entspricht  einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber des Vorjahres. Auch die Informationsseite der BZgA zur Organspende habe eine stark erhöhte Nachfrage verzeichnet. In den Monaten zuvor gab es  im Schnitt rund 30.000 Auf­rufe monatlich, im Januar 2020 lag die Zahl bei 175.500. Immer mehr Menschen setzen sich  mit dem Thema Organspende auseinander. Die Zahl der realisierten Organspenden im ersten Quatal 2020 ist gegenüber dem Vorjahr laut DSO stand 11.04. gestiegen. Die Anzahl der Menschen, die nach ihrem Tod ihre Organe gespendet haben, ist so laut DSO um 16 Prozent auf 260 Organspender gestiegen. Das bedeutet, dass insgesamt 800 postmortal gespendete Organe im ersten Quartal für Transplantationen zur Verfügung standen, 77 Organe mehr als im Jahr 2019.



Infomationen

Am Tag der Organspende wird der Organspenderinnen und -spender gedacht und ihren Angehörigen gedankt

 

Jedes Jahr findet in ganz Deutschland am ersten Samstag im Juni der Tag der Organspende statt. An diesem Tag wird auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht und den Personen gedankt, die anderen Menschen durch eine Organspende Leben geschenkt haben. 2020 findet der Tag der Organspende virtuell statt. Ein Zusammenkommen in der Öffentlichkeit ist für den Tag der Organspende 2020 leider nicht möglich. Trotzdem fällt die Veranstaltung nicht aus. Die Veranstalter laden mit vielen Aktionen und virtuellen Angeboten im Vorfeld des 6. Juni, und am Tag selbst, online zum Mitmachen ein.


Videobotschaften zum Tag der Organspende von Betroffenen!



Informationen

Mit Klick auf´s Bild zur BZgA Homepage


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DSO-Vorstand: "Die Zahl der Organspenden ist deutlich gestiegen"

Die Zahl der Organspenden steigt. Axel Rahmel, Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), erklärt, wieso. Wie sich Corona auswirkt.




Die Story im Ersten - Organspende


Lebendspende _ Nierenspende unter Freunden.


Was Deutschland bewegt: Organspende – Jetzt reden die Ärzte | ARD Doku


ARTE - Der Streit um den Hirntod


Organspende - aus ganz persönlicher Sicht


Ablauf der Organvermittlung bei einer Nierentransplantation


Die Entscheidung

Füllen Sie den Organspendeausweis online aus oder bestellen Sie ihn kostenfrei

Füllen Sie Ihren Organspendeausweis hier direkt online aus. Sie können ihn dann als PDF herunterladen, speichern oder gleich ausdrucken.

Sie können den Organspendeausweis als Plastikkarte, in verschiedenen Sprache sowie Informationsflyer zum Organspendeausweis kostenfrei bestellen.




Mit Klick auf´s Bild zur BZgA Homepage


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„Oase geschenkten Lebens“ im Saarland. Spektrum Dialyse gibt Anregung für eine "Oase" am Uniklinikum Homburg.

Einweihungim Anschluss zum Tag der Organspende sobald es Corona zulässt!

Im Saarland gibt es inzwischen vier Gedenkstätten „Oase geschenkten Lebens“ für Organspenderinnen und Organspender. Drei davon befinden sich im Stadtgebiet von Saarbrücken, sowie eine weitere  in Kreisstadt  St. Wendel.  Spektrum Dialyse hat bei der saarländischen Gesundheitsministerin Monika Bachmann 2019 angefragt, ob eine Gedenkstätte auch am Uniklinikum Homburg möglich sei. So hätte man zukünftig an dem Ort, wo nicht nur Organe entnommen-/, sondern auch transplantiert werden, eine Gedenkstätte. Hiermit könnte man dann zukünftig an einem sehr zentralen Ort im Saarland, die große Verbundenheit und Dankbarkeit der Patienten zu den Spendern eindrucksvoll sichtbar machen. Dieser Impuls wurde aufgenommen und in diesem Jahr umgesetzt. So findet die Einweihung voraussichtlich im September in Homburg statt. Ich freue mich, dass meine Anregung siehe Schriftverkehr so positiven Anklang gefunden hat.

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Anschreiben Frau Ministerin Bachmann 18.
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Antortschreiben Ministerin Bachmann - 02
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Katholische Kirche zur Organspende


Ist Organspende im Islam erlaubt


Wie steht der Buddismus zur Organspende?


Leben nach der Organspende aus Sicht einer Angehörigen


Song -  Herz zu verschenken




Sagen Sie Nein oder Ja zur Organspende und dokumentieren Sie ihren Willen im ...

Mit einem Klick auf das Bild, können Sie Ihren Organspendeausweis erstellen!