Pressespiegel 2019

 

Die hier aufgeführten Artikel unterliegen dem Copyright der jeweiligen Medien und sind daher nur als Auszug zum weiterlesen bei den einzelnen Medien aufgeführt. Wir bitten um Beachtung, dass Sie mit einem Klick auf "Lesen Sie hier weiter", Spektrum Dialyse verlassen.  Letzte aktualisierung des Pressespiegel, 15.02.2019



Bundestag beschließt Organspendegesetz

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 14.02.2019

Das Parlament hat heute das „Zweite Gesetz zur Änderung des Transplan­tations­­gesetzes – Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO)“ mehrheitlich und lediglich gegen die Stimmen der AfD-Fraktion beschlossen. Voraussichtlich Anfang April soll es in Kraft treten. Es sei gut, dass sich der Deutsche Bundestag „so schnell entschieden habe, die Bedingungen für Organspenden zu verbessern," sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bei der Debatte. Die Geschwindigkeit sei dem Ziel angemessen. „Wir geben den Krankenhäusern mehr Zeit und Geld, geeignete Spender zu finden. Damit kann die Zahl der Organspenden weiter steigen. Das gibt den 10.000 Patienten Hoffnung, die auf ein Spenderorgan warten.“ Mit dem Gesetz werden Maßnahmen ergriffen, die Experten – unter anderem die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) – seit Längerem gefordert hatten.


Würzburg rekrutiert ersten Patienten für Studie zum Herz- und Nierenschutz

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 14.02.2019

 

Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung dürfen hoffen. In der internationalen klinischen EMPA-Kidney Studie wird untersucht, ob der Wirkstoff Empagliflozin positive Auswirkungen auf die Niere hat, die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung verringert und schlussendlich Leben rettet. Das Studienteam am Uniklinikum Würzburg hat jetzt den ersten Patienten deutschlandweit und nach Oxford den zweiten weltweit eingeschlossen. Die internationale Studie wird von der Universität Oxford in Kooperation mit der Universität Würzburg koordiniert. Insgesamt werden 5.000 Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung in den USA, Kanada, China, Japan, Malaysia, Großbritannien und Deutschland untersucht. Die deutsche Studienzentrale ist in der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des Uniklinikums Würzburg angesiedelt und wird vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg unterstützt. In Deutschland nehmen 33 Zentren an der Studie teil, mit insgesamt 1.000 Patienten.


Nierenfunktion - Fallstricke bei der Berechnung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 12.02.2019

Je höher die Kreatinin-Konzentration im Blut, desto schlechter arbeitet die Niere. Dieser Zusammenhang ist schon lange bekannt, doch ganz so einfach ist es nicht. Ein Workshop auf dem Kongress für Arzneimittelinformation des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) in Köln zeigte auf, worauf es bei der korrekten Bestimmung der Nierenfunktion ankommt. »Bis heute gibt es keine einfache Lösung, um die Nierenfunktion zu bestimmen«, sagte Professor Dr. David Czock vom Universitätsklinikum Heidelberg. Der Serum-Kreatinin-Wert hänge von der Muskelmasse ab, das sei längst bekannt. Je mehr Muskeln ein Mensch besitzt, desto höher ist sein Serum-Kreatinin-Spiegel. So könne eine Konzentration von 1,1 mg/dl bei einem muskulösen Menschen noch normal sein, bei einem kachektischen Patienten jedoch schon ein Hinweis auf eine Nierenschädigung sein. »Deshalb reicht der Kreatinin-Wert im Blut allein nicht aus«, betonte der , Nephrologe. Eine zusätzliche Bestimmung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) oder der Kreatinin-Clearance sei unabdingbar. Die Begriffe dürften jedoch nicht synonym verwendet werden. „Die Kreatinin-Clearance ist im Durchschnitt immer 10 bis 20 Prozent höher als die GFR«, so der Mediziner.


Hepatitis C - Sofosbuvir und Co. senken Sterblichkeit
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 11.02.2019

Mit direkt wirkenden antiviralen Arzneistoffen (DAA) wie Sofosbuvir lässt sich das Hepatitis-C-Virus (HCV) aus dem Blut von infizierten Patienten eliminieren. Erstmals zeigt nun eine prospektive Studie, dass dadurch auch die Sterblichkeit und die Leberkrebs-Häufigkeit sinken. DAA haben in den letzten Jahren die Therapie der chronischen HCV-Infektion revolutioniert. Mit den Wirkstoffen, die üblicherweise in Kombination gegeben werden, lassen sich hohe Raten an Virusfreiheit im Blut, das sogenannte dauerhafte virologische Ansprechen (SVR), erzielen. Angesichts der hohen Kosten der Therapie – das Sofosbuvir-haltige Monopräparat Sovaldi® erlangte als »1000-Dollar-Pille« einige Berühmtheit – wurde jedoch immer wieder die Frage laut, ob außer dem Surrogatendpunkt SVR auch harte Endpunkte wie die Sterblichkeit durch eine Therapie mit DAA positiv beeinflusst werden. Die Autoren eines Cochrane-Reviews stellten im Herbst 2017 fest, dass die Evidenz für eine Beantwortung dieser Frage nicht ausreicht.


Deutscher Herzbericht: Rückgang der Sterberate aber weitere Zunahme von Herzerkrankungen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 07.02.2019

 

Es gibt gute und schlechte Nachrichten aus der Herzmedizin. Die gute Nachricht: In Deutschland sterben immer weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. 2016 starben 2,1 % weniger Patienten an kardiovaskulären Erkrankungen als noch im Jahr 2014. Die schlechte Nachricht ist jedoch: Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben trotz aller Fortschritte auch weiterhin mit Abstand die Todesursache Nummer 1 in Deutschland mit 37,2% der Todesfälle vor den bösartigen Neubildungen mit 25.3%. Darüber hinaus lässt sich eine weitere beunruhigende Entwicklung beobachten: Deutlich mehr Menschen mussten wegen Erkrankungen des Herzens in Krankenhäusern behandelt werden als noch vor wenigen Jahren. 2017 gab es aufgrund von Herzerkrankungen mehr als 1,71 Millionen Krankenhauseinweisungen: über 37.800 mehr als noch 2015 und damit ein Anstieg um 1,5 %. Herzerkrankungen haben zugenommen und eine Trendwende ist in der älter werdenden deutschen Bevölkerung nicht zu erwarten.


Vietnam - Krimineller Organhandel ausgehoben

Quelle: Ärzte Zeitung, 01.02.2019

In Vietnam hat die Polizei eine Bande von Organhändlern ausgehoben, die ärmere Leute gegen Geld zur Spende einer Niere überredet und diese dann viel teurer weiterverkauft haben soll. Insgesamt wurden in Ho-Chi-Minh-Stadt fünf Verdächtige im Alter von 20 bis 44 Jahren festgenommen, wie die staatliche Presse berichtete. Laut Polizei sollen sie mehrere hundert Nieren an Menschen vermittelt haben, die auf ein neues Organ angewiesen waren.


Ausweitung der Lebendspende umstritten

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 30.01.2019

Bei der heutigen Anhörung im Gesundheitsausschuss zur von der Bundes­regierung geplanten Reform der Organspendenpraxis in Krankenhäusern gab es von den Gesundheitsexperten nur wenig Kritik am Gesetzentwurf zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende. Er beinhalte geeignete Regelungen, um die Zahl der Spenden zu erhöhen, meinte der Großteil der Experten. Intensiv diskutiert wurde hingegen ein Antrag der FDP-Fraktion, in dem sich die Partei für eine liberalere Organspendenpraxis ausspricht. So sollten vermehrt altruistische Organlebendspenden ermöglicht werden, um die Zahl der verfügbaren Organe zu erhöhen. Bislang ist hierzulande eine Lebendspende nur zwischen Menschen erlaubt, die sich sehr nahestehen, wie Eltern, Geschwister oder Ehepartner.


Privatversicherte sollen für Organspendereform mitzahlen

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 30.01.2019

 

Nachdem Rufe – unter anderem der Grünen – laut geworden waren, dass die private Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) Verbesserungen bei der Organtransplantation mitfinanzieren muss, hat sich diese heute dafür offen gezeigt. Selbstverständlich werde die PKV nach dem Inkrafttreten der geplanten Organspendereform anfallenden Mehrkosten für eine bessere Organisation und Bezahlung von Organtransplantationen mitübernehmen, versicherte heute Norbert Loskamp vom Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung bei der öffentlichen Expertenanhörung im Bundestag zum Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes. Auch die Beihilfe werde einen fairen Anteil zahlen – selbst, wenn das nicht explizit im Gesetz verankert sei.


Lebend-Organspende - BGH pocht auf umfassende Aufklärung
Quelle: Pharmazeutische-Zeitung, 29.01.2019

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Grundsatzurteil hohe Ansprüche an die Risikoaufklärung vor Lebend-Organspenden gestellt. Der VI. Zivilsenat gab zwei Spendern aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen Recht, die nach Nierenspenden unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden und Schadenersatz sowie Schmerzensgeld wegen unzureichender Aufklärung forderten. Beide Fälle müssen jetzt vor dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm zur Feststellung der Schadenshöhe neu verhandelt werden. Das OLG hatte zwar Fehler bei der Aufklärung an der Uniklinik Essen festgestellt, etwa das Fehlen des vorgeschriebenen neutralen Arztes, die Klage der Spender aber abgewiesen. Entscheidend sei, dass potenzielle Organspender über sämtliche Risiken umfassend aufgeklärt werden müssen, urteilten nun die BGH-Richter. »Denn die Einhaltung der Vorgaben des Transplantationsgesetzes ist unabdingbare Voraussetzung, wenn die Bereitschaft der Menschen zur Organspende langfristig gefördert werden soll«, erläuterte die Vorsitzende Richterin.


Blutzuckerkontrolle von morgen – moderne Diabetes-Therapien

Quelle: medica.de, Januar 2019

Mehr als sechs Millionen Deutsche haben Diabetes, Tendenz steigend – auch weltweit. Herzprobleme, Nierenversagen oder Erblinden – das alles können Folgen der Stoffwechselerkrankung sein. Um Schäden an Organen oder Körperteilen zu vermeiden, ist es wichtig, sie früh zu erkennen und richtig zu behandeln. Medizintechnischer Fortschritt wird dabei großgeschrieben: Mittlerweile gibt es für Diabetiker, dank moderner Diagnose- und Therapieverfahren, die Möglichkeit, sich digital verarzten zu lassen.


Liste der in Deutschland im Verkehr befindlichen Biosimilars

Quelle: gesundheit-adhoc, 24.01.2019


Nierenlebendspenden: BGH entscheidet am 29.01.2019 zur mangelhaften Aufklärung Persönliche Stellungnahme von Ralf Zietz, 1. Vorsitzender der Interessengemeinschaft Nierenlebendspende e. V.

Quelle: gesundheit-adhoc, 23.01.2019

Am 13. November 2018 fand unter großer Medienanteilnahme vor dem VI. Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) die Verhandlung zu meiner Klage, Aktenzeichen VI ZR 318/17, (und einer weiteren Klage in ähnlicher Sache, VI ZR 495/16) gegen Ärzte des Universitätsklinikums Essen wegen fehlerhafter Aufklärung und Behandlungsfehlern bei meiner Nierenlebendspende zu Gunsten meiner Frau statt. Nun nähert sich der Termin der Urteilsverkündung am 29. Januar 2019, und ich möchte die wieder wachsende öffentliche Aufmerksamkeit nutzen, um noch einmal auf die mir wichtigen Punkte meines nunmehr seit Jahren andauernden juristischen Kampfes um Gerechtigkeit für Nierenlebendspender, einzugehen.


HHU-Forscher beteiligt an internationaler multiethnischer Studie zu chronischen Nierenerkrankungen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 22.01.2019

Ein weltweites Konsortium unter Beteiligung von Pharmazeuten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat molekulare Mechanismen und Gene entdeckt, die einen wichtigen Faktor für die Bestimmung der Nierenfunktion beeinflussen. Ihre Ergebnisse zu der glomerulären Filtrationsrate (eGFR), die mit chronischen Nierenerkrankungen (CKD) zusammenhängt, veröffentlichten sie im Januar 2019 in der Fachzeitschrift Nature Communications. Weltweit leiden fast zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer chronischen Nierenerkrankung. Dabei bestehen erhebliche ethnische Unterschiede bei den Risikofaktoren und der Rate, mit der chronische Nierenerkrankung auftreten. Die glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) – also die Menge an Primärurin, die in den Nieren gebildet wird – ist dabei ein Maß für die Nierenfunktion; eine niedrige eGFR kann eine Nierenerkrankung anzeigen, sie geht aber auch in höherem Alter zurück.


Göttinger Mediziner entwickeln Telemedizin- Standard für Bluthochdruck

Quelle: gesundheit-adhoc, 22.01.2019

Deutsche Hochdruckliga DHL e.V. empfiehlt Blutdruck-Telemonitoring-Methode und deren technische Umsetzung. Dr. Egbert Schulz und Dr. Lennart Neumann vom Nephrologischen Zentrum Göttingen arbeiten seit mehr als 10 Jahren an der Verbesserung der Blutdruckbehandlung mithilfe der Telemedizin. „Wir waren und sind Pioniere.“ so Neumann. Nach der grundlegenden Doktorarbeit folgten weitere wissenschaftliche Studien und zahlreiche Veröffentlichungen. Die Arbeitsgruppe formulierte und belegte zuerst weltweit u.a. Blutdruckgrenzwerte beim Telemonitoring. Nicht das technisch Machbare sondern medizinisch Sinnvolle stand für die Beiden immer im Vordergrund.


Typ-2-Diabetes: Gluko­kinase-Aktivator senkt Blutzucker ohne Hypoglykämie­risiko

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 21.01.2019

 

High Point/North Carolina – Ein Wirkstoff, der die Aktivität der Glukokinase in der Leber, nicht aber in anderen Organen steigert, hat in einer ersten klinischen Studie in Science Translational Medicine (2019; 11: eaau3441) den Blutzucker ebenso effektiv gesenkt wie ein Standardmedikament, ohne dass es zu schweren Nebenwirkungen kam, an denen frühere Glukokinase-Aktivatoren gescheitert waren. Die Glukokinase ist das Schlüsselenzym der Glykolyse und gleichzeitig ein wichtiger Regulator der Glykogensynthese. Ein genetischer Defekt in diesem Enzym führt zu einem neonatalen Diabetes. Mutationen, die die Aktivität in der Leber steigern, senken dagegen den Blutzucker und steigern die Glykogenvorräte.


Komplexe Medikation bei Dialysepatienten

Quelle: Pharmazeutische Zeitschrift, 20.01.2019

Die Zahl dialysepflichtiger Menschen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Derzeit sind in Deutschland etwa 80000 Patienten abhängig von einer dauerhaften Nierenersatztherapie. Ein Nierenversagen mit Dialysepflicht hat zahlreiche Folgen und erfordert eine komplexe Pharmakotherapie. Die möglichen Ursachen für einen Funktionsverlust der Nieren sind vielfältig. Neben einer meist über Jahre langsam fortschreitenden chronischen Nierenschädigung kann auch ein akutes Organversagen zur Dialysepflicht führen. Mehr als 2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer chronischen Nierenerkrankung mit einer Einschränkung der Organfunktion auf weniger als 60 Prozent. Nur etwa jeder Dritte weiß davon. Klinische Symptome treten vielfach erst in fortgeschrittenen Stadien der dann meist irreversiblen Niereneinschränkung auf. Eine fortschreitende Schädigung führt letztlich zum kompletten Funktionsverlust der Nieren und macht eine Nierenersatztherapie erforderlich und überlebenswichtig.