Pressespiegel 2019



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Letzte aktuallisierung des des Pressespiegel 18.08.2019


Patientenleitlinie zur chronischen koronaren Herzkrankheit aktualisiert

Quelle: deutsches Ärzteblatt, 16.08.2019

Nach der Aktualisierung der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) zur chroni­schen koronaren Herzkrankheit (KHK) hat das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Me­dizin (ÄZQ) jetzt auch die dazugehörige Patientenleitlinie überarbeitet. Diese übersetzt die aktuellen Empfehlungen der Experten in eine allgemeinverständliche Sprache. Die Patientenleitlinie zeigt Betroffenen und Interessierten, wie eine KHK diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Außerdem bietet sie KHK-Patienten und deren Angehörigen wichtige Informationen zum Umgang mit der Erkran­kung. Die ausführliche Patientenleitlinie wird durch mehrsprachige Kurzinformationen ergänzt. Die zweiseitigen Informationsblätter stellen wichtige Fakten kompakt und ebenfalls allgemeinverständlich dar.


Leitlinie zu Virusinfektionen bei Organ- und Stammzell­transplantierten veröffentlicht

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 15.08.2019

Mehrere Fachgesellschaften haben eine neue Leitlinie für Diagnose, Präven­tion und Behandlung von Virusinfektionen bei Organ- und Stammzelltransplantierten vorgelegt. Sie richtet sich an stationär und ambulant tätige Ärzte, die an der Versorgung von Patienten vor und nach Organ- und allogenen Stammzelltransplantationen beteiligt sind. An der Leitlinie haben vor allem die Gesellschaft für Virologie (GfV) und die Deutsche Vereinigung zur Bekäm­pfung von Viruskrankheiten (DVV) in Kooperation mit 18 weiteren Fachgesellschaf­ten gearbeitet. Wegen der schweren therapiebedingten Immunsuppression sind transplantierte Patienten durch virale Infektionen besonders gefährdet. Vor der Transplantation ist deshalb ein Screening, nach dem Eingriff ein risikoadaptiertes Monitoring der Patienten. Basierend auf dieser Diagnostik ist es Ärzten möglich, gezielt antivirale Medikamente einzusetzen, um eine Erkrankung zu verhindern oder aber zu behandeln. Für die Leitlinie wurden jetzt auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse Empfeh­lungen zu Methodik, Frequenz und Umfang der virologischen Diagnostik sowie zur medi­kamentösen und immunzellbasierten Therapie von Virusinfektionen erarbeitet.


Ex-Gesundheits­minister wollen an der Zustimmungslösung zur Organspende festhalten

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 15.08.2019

Die ehemaligen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Ulla Schmidt (SPD) und Hermann Gröhe (CDU) kritisierten heute die Absicht des derzeitigen Ressortchefs Jens Spahn (CDU), eine doppelte Widerspruchslösung bei der Organspende einzuführen. Nach dem feder­führend von ihm vorgelegten interfraktionellen Entwurf eines „Gesetzes zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz“ soll jeder als Spender gelten, der sich nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausgesprochen hat. Nach Ansicht der beiden ist dies aber nicht zielführend.

Gemeinsam warben Schmidt und Gröhe stattdessen vor der Presse in Berlin für den frak­tionsübergreifenden Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsfreiheit bei der Organspende“ um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock, der auf eine bewusste und freiwillige Entscheidung der Menschen und deren ausdrückliche Zustimmung zur Or­ganspende setzt. Beide sind Mitunterzeichner dieses Entwurfs.


Neue Diabetesklassifikation? – Sub-Typen von Typ-2-Diabetes weisen höheres Risiko für Fettleber und Neuropathie auf

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 06.08.2019

 

Aktuelle Studien liefern Hinweise auf eine neue Betrachtung der bekannten Diabetes-Klassifizierung in Hinblick auf unterschiedlich hohe Risiken für Diabetes-assoziierte Komplikationen. Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) und ihre Partner vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und der Universität Lund in Schweden haben nun verschiedene Cluster identifiziert, die die Aufteilung des Diabetes in Sub-Typen ermöglichen. Zwei dieser Untergruppen weisen ein höheres Risiko für Fettlebererkrankungen und Neuropathie auf. Entsprechend dem Konzept der Präzisionsmedizin verdeutlichen diese Ergebnisse die Notwendigkeit einer gezielten Diagnose und Behandlung für diese Patienten. Die herkömmliche Klassifizierung von Diabetes, hauptsächlich Typ-1- und Typ-2-Diabetes, wurde durch Studien aus Skandinavien in Frage gestellt. In der aktuellen Ausgabe von The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichten Forscher des DDZ zusammen mit Kollegen des DZD und der Universität Lund eine Cluster-Analyse, mit der die Phänotypisierung in Sub-Typen möglich war. Die Analysen kamen zu dem Resultat, dass das Risiko bestimmte diabetesbedingte Komplikationen zu entwicklen, zwischen den Sub-Typen bereits in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose bestand. Diese Ergebnisse stammen aus der prospektiven multizentrischen deutschen Diabetes-Studie (GDS), die Menschen mit neu diagnostiziertem Diabetes seit mehr als zehn Jahren begleitet.

 


Transplantations­mediziner fordert nach Freispruch rund 1,2 Millionen Euro

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 06.08.2019

 

Gut vier Jahre nach seinem Freispruch im Prozess um den Göttinger Transplantationsskandal verlangt ein Arzt gut 1,2 Millionen Euro Schadenersatz vom Land Niedersachsen. Eine Zivilkammer des Landgerichts Braunschweig werde am Freitag über die Klage des Mediziners verhandeln, teilte das Gericht am Dienstag mit (Az. 7 O 3677/18).

Der damals vom Dienst suspendierte Chirurg, der während der Ermittlungen der Staats­anwaltschaft Braunschweig 2013 gut elf Monate lang in Untersuchungshaft gesessen hatte, fordert unter anderem einen Ausgleich für seinen Verdienstausfall. Seine Begründung: Er habe als Folge der Untersuchungshaft eine gut dotierte Stelle in Jordanien nicht antreten können.


Ex-Gesundheits­minister gegen Widerspruchslösung bei Organspende

Quelle:  Deutsches Ärzteblatt, 05.06.2019

Die früheren Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Ulla Schmidt (SPD) und Hermann Gröhe (CDU) haben sich erneut gegen die sogenannte Widerspruchslösung bei der Organspende gewandt. Den diesbezüglichen Vorstoß des derzeitigen Ressortchefs Jens Spahn (CDU) bewerteten sie am Montag in Berlin als „nicht zielführend“. Sinnvoller sei es, „die Bedingungen in den Entnahmekrankenhäusern zu verbessern“. Schmidt und Gröhe wollen dafür am Donnerstag kommender Woche ein Konzept vorstellen. Dieses stützt sich demnach auf einen schon länger vorliegenden, fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf für die sogenannte Zustimmungslösung, für die sich unter anderem auch Grünen-Chefin Annalena Baerbock einsetzt. Es gehe darum, „das Vertrauen in die Organspende zu erhöhen und damit die Organspendebereitschaft und Verbindlichkeit zu steigern“, erklärten Schmidt und Gröhe zu ihrem Vorschlag.


Neuer Marker zeigt bei Vorhofflimmern Schäden durch Ablationstherapie an

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 02.08.2019 und Pressemitteilung Technische Universität München 27.07.2019

 

Die Konzentration des Proteins MYBPHL im Blut könnte Auskunft darüber geben, wie ausgeprägt nach einer Kryo- oder Radiofrequenzablation eines Vorhof­flimmerns die Verletzungen an den Vorhöfen sind. Dies zeigt eine Studie Münchner Wissenschaftler, die in Scientific Reports erschienen ist (DOI: 10.1038/s41598-019-46123-w). Gerade in der Kardiologie seien Marker zur Vorhersage und Verlaufsbeurteilung wichtig, da sie es ermöglichten, Probleme schnell zu erkennen, erklärte Seniorautor Markus Krane, stellvertretender Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München (DHM), in einer Pressemitteilung.Bereits vor zwei Jahren entdeckten die Wissenschaftler um Krane das Protein MYBPHL (Myosin binding protein H-like), das in zwei Isoformen existiert. Die beiden Isoformen weisen eine identische Aminosäuresequenz auf, mit Ausnahme einer Dele­tion von 23 Aminosäuren in der Isoform 2. Und diese verkürzte Isoform findet sich fast ausschließlich in den Atrien des menschlichen Herzens. Sie untersuchten zu verschiedenen Zeitpunkten nach dem Eingriff Blutproben von mehr als 100 Patienten mit Vorhofflimmern, die mit einer Kryo- oder Radiofrequenz­ablation behandelt wurden. Dabei zeigte sich, dass nach der Verletzung des Vorhof­gewebes durch die Ablationstherapie die Isoform 2 von MYBPHL rasch und in Ab­hängigkeit von der vergangenen Zeit in den peripheren Blutkreislauf abgegeben wurde Direkt nach dem Eingriff, als die Patienten auf die Intensivstation kamen, war die Kon­zentration von MYBPHL im Blut am höchsten und sank dann über 24 Stunden lang­sam ab.Patienten dagegen, bei denen ein Aortenklappenersatz oder eine Transkatheter-Aor­tenklappen-Implantation durchgeführt worden waren – Eingriff, die keine Schäden am Vorhof hinterlassen –, hatten keine erhöhten MABPHL-Konzentrationen im peripheren Blut. Sie blieben durchgehend auf dem Niveau der gesunden Kontrollgruppe.Daraus schlussfolgern die Autoren, dass „MYBPHL als präziser und zuverlässiger Biomarker eingesetzt werden kann, um Gewebeschäden an den Vorhöfen vorherzu­sagen“. Die Entwicklung eines solchen standardisierten Tests würde den flächendeckenden und routinemäßigen Einsatz nach chirurgischen oder interventionellen Eingriffen an den Atrien ermöglichen.   


Körpereigenes Protein löst Entzündungsreaktion aus

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 02.08.2019

 

Wissenschaftler aus Jena haben ein menschliches Eiweiß identifiziert, das autoinflammatorische Reaktionen auslöst. Das ist vor allem bei chronischen Erkrankungen problematisch: Ist die Entzündung sonst ein Teil des Heilungsprozesses, verschlimmert sie die Lage bei Patienten mit etwa chronischen Gefäßentzündungen genannt Vaskulitiden. Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Jenaer Forscher kürzlich in Nature Communications. Langanhaltende Entzündungen sind Begleiterscheinungen vieler Krankheiten. Besonders bei Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Viren dienen sie dazu, die Vermehrung der Erreger durch eine Temperaturerhöhung zu bremsen und Bestandteile des Immunsystems zu aktivieren, die den Heilungsprozess unterstützen. Bei chronischen autoinflammatorischen Erkrankungen tritt die Entzündungsreaktion allerdings nicht in den Heilungsprozess über. Körpereigene Zellen geraten aus ihrem Gleichgewicht und der Krankheitsprozess wird so verstärkt. Der Verlauf ist oft chronisch oder tritt schubweise auf und verursacht typische Beschwerden wie Fieber, Schmerzen und Müdigkeit. Ein von Jenaer Wissenschaftlern geleitetes Forscherteam hat jetzt ein Eiweiß identifiziert, das für sogenannte autoinflammatorische Reaktionen beim Menschen verantwortlich ist.

 


Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen treten Beirat des Netzwerks Organspende bei

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 01.08.2019

Die Ärztekammern in Nordrhein-Westfalen (NRW) haben sich dem Beirat des Netzwerks Organspende NRW angeschlossen. Das Netzwerk ist ein Zusam­men­schluss von Selbsthilfeorganisationen in NRW, die sich mit den Themen Organspende und Transplantation befassen. „Seit langem setzen sich auch die Ärztekammern für eine Steigerung der Organspende­zahlen ein“, erklärten die Präsidenten der beiden Kammern, Rudolf Henke und Theodor Windhorst. In der Bevölkerung müsse das Vertrauen in das Organspendesystem erneuert werden. Dies sei auch die Aufgabe der Ärzteschaft. Henke und Windhorst betonen, die Ärztekammern wollten mit ihrer Expertise die Arbeit des Netzwerkes unterstützen.


Ethiker halten Mischwesen­experimente für vertretbar

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 01.08.2019

Deutsche Ethikexperten halten die in Japan geplante Forschung an Mensch-Tier-Wesen prinzipiell für gerechtfertigt. Der Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, sagte heute im ZDF-Morgenmagazin, der Versuch, in tierischen Embryos menschliche Organe zu züchten und damit menschliches Leid zu lindern, sei ein hochrangiges Forschungsziel. Er wies Politiker-Äußerungen von einem ethischen Supergau zurück und mahnte, bei der Wortwahl „abzurüsten“. Aufpassen müsse man, dass die Grenzen zwischen Mensch und Tier aufrecht erhalten würden, fügte der evangelische Theologe hinzu. Wenn also menschliche Stammzellen etwa in Hirne von Tieren einwanderten, müsse man die Forschung abbrechen. Auch die Frage, wie weit man Tieren Leid zufügen und sie für die Gewinnung von Organen töten dürfe, müsse man diskutieren. Sie sei abzuwägen mit dem Leid sterbenskranker Menschen. Die Kölner Medizinethikerin Christiane Woopen sagte im Deutschlandfunk, ethisch werde mit den Plänen keine rote Linie überschritten.


Japanische Wissenschaftler dürfen menschliche Organe in Tieren züchten

Quelle: Deutsches Ärzteblatt 31.07.2019

Japanische Forscher haben eine Genehmigung zur Zucht von menschlichen Orga­nen in Tieren erhalten. Das zuständige Gremium des Wissenschaftsministeriums segnete den Beginn der Forschung mit menschlichen Stammzellen ab, die in Tierembryonen ein­gepflanzt und von den Tieren ausgetragen werden sollen, wie Ayako Maesawa, Direktorin beim Ministerium in Tokio, heute bestätigte. Die Erlaubnis bezieht sich jedoch nur auf ein Forschungsprojekt der Universität Tokio. Ziel der Forschung insgesamt ist es, später einmal Menschen zu helfen, die bisher ver­geblich auf eine Organspende warten. Ein Forscherteam um Hiromitsu Nakauchi von der Universität Tokio will nun in Embryos von Nagern induzierte pluri­potente Stammzellen (iPS-Zellen) einpflanzen.


Auf Herz und Nieren prüfen: Neue „Klug entscheiden“-Empfehlung der DGIM nimmt Mehrfacherkrankungen in den Fokus

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 26.07.2019

Experten zufolge leidet jeder 20. Bundesbürger an einer höhergradigen Niereninsuffizienz, bei der die Nieren kaum noch in der Lage sind, den Körper zu entgiften. Gleichzeitig erkranken Nierenpatienten wesentlich häufiger am Herzen als der Bevölkerungsdurchschnitt, doch bleibt dies oft unentdeckt. Daher raten Experten der DGIM im Rahmen von neuen „Klug entscheiden“-Empfehlungen (KEE) dazu, Patienten mit fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankungen gezielt auf zusätzliche kardiologische Erkrankungen zu untersuchen. Zur Verbesserung der Patientenversorgung fordert die Fachgesellschaft zudem, dass Nierenpatienten zukünftig nicht mehr aus kardiologischen Studien ausgeschlossen werden.


Vorhofflimmern: Neuer Marker für Schäden im Herzvorhof entdeckt

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 24.07.2019

Vorhofflimmern ist eine weit verbreitete Herzrhythmusstörung. Therapeutisch setzt man entweder Medikamente ein oder kleine Gewebebereiche im Vorhof werden mit Hitze oder Kälte gezielt zerstört. Hierbei entstehen leichte Verletzungen. Ein Team der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München (DHM), Klinik an der Technischen Universität München (TUM), hat nun einen Marker entdeckt, der das Ausmaß dieser Wunden schnell im Blut anzeigt. So lassen sich sowohl Heilung als auch Therapieerfolg des Eingriffs genau verfolgen.


Ärztekammer Baden-Württemberg beschließt Sechs-Punkte-Katalog für mehr Organspenden

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 22.07.2019

Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Lan­des­ärz­te­kam­mer Baden-Württemberg hat Staat und Gesellschaft dazu aufgerufen, alles dafür zu tun, Spendebe­reit­schaft und Transplantation von Organen zu fördern. Die Delegierten haben dazu einen Sechs-Punkte-Plan erstellt. Im Mittelpunkt muss danach zunächst eine breit angelegte und kontinuierliche Infor­mationskampagne für die Bevölkerung stehen. Die Delegierten befürworten auch, die Aufklärung über die Organspende in die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen aufzunehmen. In den Entnahmekrankenhäusern müssten zudem umfangreiche organisatorische und logistische Maßnahmen getroffen werden, um einen Verlust von potenziellen Spender­organen auszuschließen. Insbesondere Kliniken ohne Neurochirurgie seien für poten­zielle Organspenden besser auszustatten. Entstehende Kosten müssten den Kliniken voll und unbürokratisch erstattet werden.


Urologen stellen aktualisierte Leitlinie zu Harnsteinen vor

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 22.07.2019

 

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat eine aktualisierte Leit­linie des Niveaus S2k „Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe der Urolithiasis“ vorge­stellt. Sie enthält 132 Empfehlungen und Statements. „In Deutschland wird davon ausgegangen, dass rund fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal im Leben unter Harnsteinen leiden – Männer doppelt so häufig wie Frauen“, hieß es aus der Fachgesellschaft.Allgemein empfiehlt die Leitlinie gesunden Menschen zur Vorbeugung von Nieren- und Harnleitersteinen eine gleichmäßig über den Tag verteilte Trinkmenge von 2,5 bis drei Litern sowie eine kochsalzarme Ernährung mit hohem Anteil an pflanzlichen Lebens­mitteln. Auch Bewegungsmangel fördere Harnsteinbildung.Bei Patienten mit neu diagnostiziertem Harnleiterstein bis zu sieben Millimeter Durch­mess­er können Patient und Arzt laut Leitlinie unter regelmäßiger Kontrolle abwarten, dass der Stein von selbst ausgeschieden wird. In der Vorgängerversion der Leitlinie von 2015 wurde dies nur für Steindurchmesser bis zu fünf Millimetern empfohlen.


Neues Forschungsprojekt über seltene Nieren-Erkrankung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 18.07.2019

Ein neues Forschungsprojekt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) über die seltene Nieren-Erkrankung fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 400.000 Euro über eine Laufzeit von drei Jahren gefördert. FSGS ist eine seltene Erkrankung, die schätzungsweise 2.000 Menschen in Deutschland betrifft. Sie wird durch einen im Blut zirkulierenden Faktor, der bislang noch nicht identifiziert worden ist, und/oder genetische Mutationen ausgelöst. Die Erkrankung führt häufig zu einem irreversiblen Verlust der Nierenfunktion und lebenslangen Bedarf an Dialyse.


Nebennierenkrebs: Schwachstellen dringend gesucht

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 16.07.2019

 

Maßgeschneiderte Therapieangebote und eine verbesserte Diagnostik für Patienten, die an Nebennierenkrebs erkrankt sind: Das ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts an Uni und Universitätsklinikum Würzburg.Es ist zwar selten, dafür aber ungemein aggressiv: das Karzinom der Nebennierenrinde. Ein bis zwei unter einer Million Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens daran; ihre Überlebensrate schwankt stark. So stirbt gut ein Fünftel aller Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre. Auf der anderen Seite leben gut zehn Prozent der Patienten, bei denen bereits bei der Erstdiagnose Metastasen festgestellt wurden, auch noch fünf Jahre später.

 


Mit weniger als der Hälfte der Krankenhäuser wären Patienten in Deutschland besser versorgt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 15.07.2019

 

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zu viele Krankenhäuser. Eine starke Verringerung der Klinikanzahl, von aktuell knapp 1.400 auf deutlich unter 600 Häuser, würde die Versorgungsqualität für Patienten verbessern und bestehende Engpässe bei Ärzten und Pflegepersonal mildern. Das zeigt eine neue Studie inklusive Modellberechnung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh, 15. Juli 2019. Eine Reduzierung der Klinikanzahl würde zu einer besseren medizinischen Versorgung der Patienten in Deutschland führen. In einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung weisen führende Krankenhausexperten darauf hin, dass viele Krankenhäuser in der Bundesrepublik Deutschland zu klein sind und oftmals nicht über die nötige Ausstattung und Erfahrung verfügen, um lebensbedrohliche Notfälle wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall angemessen zu behandeln. Viele Komplikationen und Todesfälle ließen sich durch eine Konzentration auf deutlich unter 600 statt heute knapp 1.400 Kliniken vermeiden. Ebenso gingen damit eine bessere Ausstattung, eine höhere Spezialisierung sowie eine bessere Betreuung durch Fachärzte und Pflegekräfte einher.

 


Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 12.07.2019

Wissenschaftler tauschen sich beim Joint Symposium „Heart Failure Interfaces“ im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) über die Sprache der Organe aus und diskutieren über Herzschwäche und ihre Begleiterkrankungen. Im Vordergrund steht das Zusammenspiel von Entzündung, Stoffwechsel und Stresshormonen. Das Symposium ist eine Kooperationsveranstaltung von DZHI und DZHK, dem Deutschen Zentrum für Herz- und Kreislaufforschung, und soll den Dialog zwischen Grundlagenforschern, Klinikern und Experten aus der Bildgebung fördern, um das Verständnis, die Diagnose und die Therapie der Systemerkrankung Herzinsuffizienz zu verbessern.

Dialyse in den USA - Trump will Geld sparen mit mehr Organspenden

Quelle: Ärzte zeitung,12.07.2019

Ein Dekret soll es richten: US-Präsident Trump will mehr Organspenden im Land. Und damit die Kosten für die Dialyse senken. US-Präsident Donald Trump will Medienberichten zufolge am Mittwoch (US-Zeit) ein neues Dekret präsentieren, mit dem er die Zahl der Organtransplantationen deutlich erhöhen will. Damit sollen im Umkehrschluss die hohen Ausgaben des öffentlichen Gesundheitswesens für Dialysebehandlungen gesenkt werden. Allein die öffentliche Krankenversicherung Medicare gibt dafür jährlich rund 35 Milliarden US-Dollar (rund 31 Milliarden Euro) aus. Etwa eine halbe Millionen US-Amerikaner ist auf die Dialyse angewiesen – zwei Drittel aller Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz (CKD-Stadium 5). Der „Washington Post“ und „Politico“ zufolge erhofft sich Trump jährlich 17.000 mehr Nierenspenden und 11.000 andere Organe zusätzlich. 2018 wurden in den USA von knapp 11.000 postmortalen und rund 7000 Lebendspenden über 36.500 Organe transplantiert, so die US-Organisation UNOS.


Rituximab vermindert Proteinurie bei membranöser Nephropathie

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 05.07.2019

Der Antikörper Rituximab kann bei Patienten mit membranöser Nephropathie die Beschädigung der Nierenkörperchen eher verhindern als die derzeit bevorzugte Behandlung mit dem Immunsuppressivum Ciclosporin. Dies ist das Ergebnis einer Vergleichstudie.


Bei Stammzelltrans­plantationen sinkt Mortalität mit Häufigkeit der erbrachten Leistung

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 02.07.2019

Bei Stammzelltransplantationen wegen einer malignen hämatologischen Erkrankungen besteht ein Zusammenhang zwischen der Mortalität im Verlauf der Behand­lung und der Häufigkeit, mit der ein Ärzteteam die Transplantation vornimmt. Das zeigt ein neuer Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund­heitswesen (IQWiG). Im Auftrag des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) suchte das IQWiG nach Studien, die entweder belastbare Aussagen zulassen, wie Leistungsmenge und Qua­lität bei der autologen oder allogenen Stammzelltransplantation zusammenhängen, oder die Frage beantworten können, wie sich eine verbindlich vorgegebene Fallzahl pro Klinik und Jahr auf den Therapieerfolg ausgewirkt hat.

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Hausärzte schulen - Neuer Plan zur Organspende

Quelle: Ärzte Zeitung, 25.06.2019

Für Schüler und Senioren soll es eigene Informationskampagnen zur Organspende geben. Hausärzte sollen dabei eine entscheidende Rolle spielen und für die Aufklärung geschult werden. Das sieht der neue Initiativplan vor.  Mit insgesamt zwölf Empfehlungen wollen die Partner des „Gemeinschaftlichen Initiativplans Organspende“ die Zahl der Organspenden in Deutschland erhöhen. Das Bündnis aus 16 Organisationen hat am Dienstag seine Vorschläge veröffentlicht. Die Federführung lag bei der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Die Empfehlungen überschneiden sich teilweise mit Neuregelungen im Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende (GZSO), das Anfang April in Kraft getreten ist. Gefordert wird unter anderem, die Qualifizierung von Transplantationsbeauftragten durch regelmäßige und länderübergreifende Fort- und Weiterbildungsangebote zu unterstützen. Dies könne auch dem Erfahrungsaustausch dienen. Der Titel „Transplantationsbeauftragter“ müsse in den Kliniken „als „Auszeichnung, nicht als Bürde oder Last empfunden werden“. Die Einrichtung einer gemeinsamen Interessenvertretung der Beauftragten könne diesen eine Stimme geben und zugleich als Ansprechpartnerin für den Gesetzgeber in Bund und Ländern dienen.


Bündnis will Abläufe bei Organspende weiter verbessern

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 28.06.2019

Ein Bündnis von medizinischen Spitzenorganisationen will die Abläufe der Organspende in Deutschland weiter verbessern. Der Gemeinschaftliche Initiativplan umfasst etwa Empfehlungen für Entnahmekrankenhäuser, für die Weiterbildung der Transplantationsbeauftragten und zur Aufklärungsarbeit, wie das Bundesgesundheits­ministerium heute in Berlin mitteilte. Der Plan soll das seit April geltende Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende ergänzen. Nach den Worten von Bundesge­sundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen die Empfehlungen Organtransplantatio­nen auf ganz praktische Weise verbessern. „Noch immer sterben zu viele Menschen, weil es für sie kein passendes Organ gibt“, beklagte Spahn.


Organtransplantate verbessern: Mit Sauerstoff und langsamer Erwärmung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 25.06.2019

 

Wie können auch nicht-optimale Lebertransplantate aufbereitet werden und Menschen ein neues Leben schenken? Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen haben sich die Faktoren und Prozesse angesehen, die Einfluss auf die Qualität der Transplantate und das langfristige Überleben ihrer Empfänger haben. Ihre Erkenntnisse haben sie in zwei aktuellen Publikationen veröffentlicht. Gespendete Organe werden zunächst gekühlt, in der Regel auf 4° Celsius. Hier kommt der Stoffwechsel weitgehend zum Erliegen. Bei der Implantation wird durch den Wiederanschluss an die Blutversorgung abrupt Wärme zugeführt. „Das hat Organschäden zur Folge, insbesondere wenn das Transplantat bereits vorgeschädigt ist, zum Beispiel durch eine lange kalte Lagerung,“ so Prof. Dr. Thomas Minor. Er leitet die Abteilung chirurgische Forschung in der Klinik für Transplantation am Universitätsklinikum Essen.


Netzwerk erforscht Autoimmun­krankheiten mit Multi-Organ-Be­teiligung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.06.2019

 

Ärzte und Wissenschaftler aus Freiburg, München, Kiel und Hannover wer­den im Rahmen des „German multi-organ Auto-Immunity Network“ (GAIN) Ursachen und Therapien von Autoimmunkrankheiten erforschen, die mehrere Organe betreffen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Arbeit für zunächst drei Jahre mit rund drei Millionen Euro. „Mit GAIN möchten wir die genetischen, epigenetischen und umweltbedingten Fakto­ren dieser schweren Erbkrankheiten besser verstehen. So können wir die Diagnose und Beratung betroffener Familien erleichtern und die Therapien verbessern“, sagte Projektleiter Bodo Grimbacher vom Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) am Universitätsklinikum Freiburg.


Neue Herz-EKG-basierte Vorhersagemethode für Schlaganfall-Risiko

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.06.2019

 

Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen haben eine Methode entwickelt, mit der sich das Schlaganfallrisiko potentiell deutlich präziser ermitteln lässt als bisher. Erste vielversprechende Ergebnisse wurden ausgezeichnet. Eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfall ist der plötzliche Verschluss einer Hirnarterie durch Blutgerinnsel, entweder bei Verengung der hirnversorgenden Arterien oder bei Vorhofflimmern. Die Gerinnselbildung kann durch Medikamente stark reduziert werden. Weil diese Gerinnungshemmer als Nebenwirkung ein erhöhtes Blutungsrisiko haben, werden sie nur bei Personen mit hohem Schlaganfallrisiko eingesetzt. Nun haben Forscher des Universitäts-Herzzentrums Freiburg · Bad Krozingen (UHZ) eine Methode entwickelt, mit der sich das Schlaganfallrisiko deutlich früher als bisher ermitteln lassen könnte. Sie zeigten, dass ein erhöhtes Schlaganfallrisiko oft mit einer elektrischen Leitungsverzögerung des Herzens einhergeht, die mittels Elektrokardiogramm (EKG) ermittelt werden kann. Die Studie wurde Ende März auf dem europäischen Herzrhythmuskongress in Lissabon vorgestellt und als zweitbeste von 1.000 eingereichten Arbeiten ausgezeichnet.


Bundes­ärzte­kammer­präsident schlägt neue Regeln bei Organspende vor

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 20.06.2019

 

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Klaus Reinhardt, hat neue Re­geln bei der Organspende vorgeschlagen. Wer selbst zur Organspende bereit sei, könne auch bei der Vergabe von Spenderorganen bessergestellt werden, sagte Rein­hardt heute den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Den Empfang eines Spenderorgans von der eigenen Bereitschaft zur Spende abhän­gig zu machen, finde ich diskussionswürdig“, sagte er. „Wer bereit ist zu geben, kann bevorzugt empfangen.“ Reinhardt bezog sich bei seinem Vorschlag auf eine Regelung in Israel. Dort hänge der Platz auf der Empfängerliste bei Organtransplantationen auch davon ab, ob und wann sich jemand zu Lebzeiten zum Spender erklärt habe.


DGFG veröffentlicht Jahresbericht 2018: 2.732 Menschen spendeten Gewebe

Quelle: Informationsdienst Wissenscaft, 19.06.2019

 

Die Wahrscheinlichkeit, Organspender zu werden, ist nicht besonders hoch. Gleichzeitig wollen viele Menschen nach ihrem Tod noch etwas Gutes tun und wissen gar nicht, dass das auch nach dem normalen Herz-Kreislauf-Tod bis zu 72 Stunden möglich ist. Die Gewebespende ist für tausende Patienten, die auf ein Gewebetransplantat warten, ein Segen. Augenhornhaut- oder Herzklappentransplantationen schenken jedes Jahr vielen Patienten Hoffnung auf einen Neuanfang. Die DGFG konnte in 2018 insgesamt 2.732 Gewebeentnahmen realisieren, das sind über 16 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dadurch konnte die DGFG 5.517 Menschen mit Gewebe versorgen, darunter 3.672 Menschen mit einer Augenhornhaut. Im Jahr 2017 verstarben etwa 932.000 Menschen[1] in Deutschland. Ein Großteil der Verstorbenen könnte Gewebe spenden. Trotz dieser hohen Anzahl möglicher Spender beziehen Ärzte und Krankenhäuser immer wieder Gewebe aus dem Ausland[2]. Die DGFG geht davon aus, dass bei guter Organisation der Bedarf an Gewebetransplantaten komplett aus nationalen Spendeprogrammen gedeckt werden könnte.


Labordiagnostik - Wichtige Blutwerte im Überblick

Quelle: pharmazeutische Zeitung, 18.06.2019

Blutwerte geben Hinweise darauf, wie gesund der Körper ist und können helfen, Krankheiten oder Fehlfunktionen von Organen aufzuspüren. Auch für die Beratungspraxis in der Apotheke kann es nützlich sein, verschiedene Werte und deren Zusammenspiel zu kennen.


Liquid Biopsy - Wertvolle Blutstropfen

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 18.06.2019

Bei der Liquid Biopsy werden Zellfragmente im Blut analysiert, um Aussagen zu bestimmten Krankheiten zu machen. Vor allem für die Krebsmedizin ist die neue Technologie von großem Interesse. Liquid Biopsy: Diesen Begriff kennt man spätestens seit dem Skandal um den ominösen Bluttest zur Brustkrebs-Früherkennung. Tatort Heidelberg: Auf einer Pressekonferenz hatten Forscher der Universitätsklinik den Bluttest als Meilenstein der Brustkrebsdiagnostik angekündigt, die Markteinführung stehe noch in diesem Jahr bevor. Das Ganze entpuppte sich dann jedoch als gewaltige Blase. Der vermeintliche Drahtzieher, dem jetzt Insiderhandel und Börsenmanipulation vorgeworfen werden, soll ein leitender Angestellter der Uniklinik sein, der gleichzeitig auch Geschäftsführer der Heiscreen GmbH ist. Diese Firma wurde gegründet, um den Bluttest zu vermarkten, und pikanterweise zählen auch die involvierten und gefeierten Forscher zu den Gesellschaftern.


Typ-1- und Typ-2-Diabetes Leben mit Nierenschaden in Videofilm erklärt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 18.06.2019

In einem neuen Video der zweiten Staffel von „Diabetes kostet Lebenszeit“ spricht Sandra Schneller, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Diabetiker Bundes (DDB), über ihr Leben mit chronischer Niereninsuffizienz. In dieser Staffel der Reihe kommen Menschen zu Wort, die außer an Diabetes auch an Folgekrankheiten leiden. Das vierte Video mit Schneller ist jetzt online (www.diabetesde.org/lebenszeit).

Neue Zustimmungsregelung könnte teuer werden

Quelle: Ärzte Zeitung, 17.06.2019

Wie soll die Organspende künftig geregelt werden? Darüber diskutiert der Bundestag in Kürze. Zwei Modelle konkurrieren – eines davon könnte viele Millionen Euro kosten, so DSGO-Chef Rahmel.  „Es ist uns gelungen, Israel und Lettland zu überholen.“ Die Bemerkung von Dr. Axel Rahmel, dem medizinischen Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), ist weniger eine Erfolgsmeldung. Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) am Freitag in Frankfurt am Main diente sie dem DSO-Chef vielmehr als nüchterner Befund, dass Deutschland trotz eines leichten Plus’ nach wie vor zu den Schlusslichtern bei der Organspende zählt. 955 Spender gab es hierzulande im vergangenen Jahr, 11,5 Spender pro eine Million Einwohner. Spitzenreiter wie Spanien kommen auf Raten um die 40.


Manchmal geht’s auch ohne invasiven Eingriff

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 14.06.2019

 

Wann eine CT statt eines Herzkatheters zur Diagnose aussagekräftig ist. Klagt ein Patient über Schmerzen in der Brust, wird meist mithilfe eines Katheters überprüft, ob sein Herz noch ausreichend durchblutet ist. Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt festgestellt: In bestimmten Fällen kann eine nicht invasive Computertomographie (CT) eine ebenso verlässliche Diagnose liefern wie eine Herzkatheter-Untersuchung – ganz ohne Eingriff in den Körper. Die Studie ist in der Fachzeitschrift The BMJ* erschienen. Ein drückender Schmerz in der Brust oder ein Gefühl der Beklemmung: Diese Symptome können auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) hinweisen, bei der der Herzmuskel durch Verengungen der Herzkranzgefäße schlecht durchblutet wird. Im schlimmsten Fall kann es dadurch zu einem lebensbedrohlichen Herzinfarkt oder einem plötzlichen Herztod kommen – daher muss die Diagnose so schnell wie möglich gestellt werden. Bisher werden Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf KHK häufig mithilfe eines Katheters untersucht, der über einen kleinen Schnitt in der Leiste oder am Arm in das Herz vorgeschoben wird. Der Vorteil der Methode ist, dass sie Diagnostik und Therapie vereint: Mit einem Herzkatheter lassen sich mögliche Verengungen der Blutgefäße sofort beheben. Dennoch ist der Eingriff nicht ohne Risiko und in 58 Prozent der 880.000 Untersuchungen pro Jahr in Deutschland muss kein Gefäß aufgeweitet werden. Ein internationales Forschungskonsortium unter Leitung der Charité konnte jetzt belegen: Bei bestimmten Patientinnen und Patienten liefert die CT, ein nicht invasives bildgebendes Verfahren, eine ebenso verlässliche Diagnose.


Mindestmengenregelung ist bei Nierentransplantation widersinnig

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 06.06.2019

 

Am 3. Juni meldete die Bertelsmann-Stiftung, dass fast 40% der Krankenhäuser die Mindestmengenregelung für schwere, planbare Operationen nicht einhalten [1], was ein hohes Medieninteresse erzeugte. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) möchte diesen Anlass nutzen, um erneut auf die Widersinnigkeit und Unzulänglichkeit der Mindestmengenregelung bei der Nierentransplantation hinzuweisen. Sie entbehrt jeder Berechtigung und führt dazu, dass Fehlanreize gesetzt werden: Quantität, nicht Qualität wird belohnt! „Es ist höchste Zeit, diese fehlerhafte Regelung aufzuheben.“ Transplantationszentren müssen jährlich mindestens 25 Nierentransplantationen durchführen. Erfüllen sie diese Vorgabe nicht, laufen sie Gefahr, dass im Folgejahr vorgenommene Nierentransplantationen nicht mehr vergütet werden, das Transplantationszentrum geschlossen wird und viele Patienten, die sich in der Vorbereitung bzw. auf der Warteliste befinden, sich plötzlich neue Ansprechpartner in einer weiter entfernten Stadt suchen müssen. Denn im Gegensatz zu „rein chirurgischen“ planbaren Eingriffen wie Hüft-OPs, Speiseröhren-OPs etc. gehören zur Nierentransplantation eine oft jahrelange Vorbereitung und eine lebenslange Nachbetreuung. Eine Transplantation lässt sich daher nicht mit solchen OPs vergleichen.