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Letzte aktuallisierung der Presseschau: 22.10.2021


Archiv


Grosser Schritt in Richtung Präzisionsmedizin für Dialysepatienten

Quelle: informatonsdienst Wissenschaft, 21.10.2021

 

Eine häufige Genvariante für das Protein Aquaporin-1 verringert die Anzahl Wasserkanäle in den Zellmembranen. Dies reduziert den Wassertransport und erhöht bei Patienten, die wegen Nierenversagen mit Bauchfelldialyse behandelt werden, das Sterberisiko. Darum sollten bei Betroffenen mit dieser Genvariante spezifische osmotische Lösungen eingesetzt werden, wie ein von der Universität Zürich geleitetes, internationales Forschungsteam zeigt. Täglich reinigen die menschlichen Nieren etwa 1'500 Liter Blut, indem sie etwa ein bis zwei Liter Urin produzieren. Der Körper entledigt sich so von überschüssigem Wasser, giftigen Abfallprodukten des Stoffwechsels oder von Medikamenten und hält das Gleichgewicht von Wasser und Mineralien im Gewebe aufrecht. Weltweit sind bis zu 10 Prozent der Menschen von Nierenversagen betroffen – Tendenz steigend. Während sie auf eine Nierentransplantation warten, müssen Patientinnen und Patienten mit chronischem Nierenversagen regelmässig mit einer Dialyse behandelt werden, die den Körper von Flüssigkeit und schädlichen Substanzen reinigt. Immer beliebter wird die Bauchfelldialyse, auch Peritonealdialyse genannt, da sie zu Hause mit einem Minimum an medizinischer und technischer Unterstützung durchgeführt werden kann.


Handy-App zeigt Urologen Nebenwirkungen von Medikamenten auf den Harntrakt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.10.2021

 

Prof. Andreas Wiedemann von der Uni Witten/Herdecke fasst die Forschungslage erstmals praktikabel zusammen. In einer einfachen Handy-App können Ärztinnen und Ärzte erstmals nachschlagen, ob und welche Nebenwirkungen von Medikamenten auf den Harntrakt ausgehen. Prof. Dr. Andreas Wiedemann, Deutschlands erster Prof. für Uro-Geriatrie und Chefarzt der Urologie am Ev. Krankenhaus Witten, hat sie mit seiner Arbeitsgruppe am Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten/Herdecke entwickelt. Der „Wittener Harntrakt-Rechner“ ist im Netz unter https://www.harntrakt.de/ zu finden.  „Dass viele Medikamente teilweise unbekannte Nebenwirkungen entfalten, sich nicht mit anderen Medikamenten vertragen und deren Abbau hemmen oder fördern, ist gerade in der Altersmedizin seit langem bekannt“, schildert Prof. Wiedemann die Ausgangslage des Projektes. Oftmals schaukele sich die "Multimedikation", bei der Ältere 5, 10 oder 15 Medikamente gleichzeitig einnehmen müssten, zu einem gefährlichen Cocktail auf. Nicht selten seien solche Medikamentennebenwirkungen bei Blutverdünnern, Zuckermedikamenten oder Blutdruckpräparaten der Grund für eine Krankenhausaufnahme.

 


Frühe Diagnose und früher Rhythmuserhalt bei Vorhofflimmern: Neue Daten und neue Lösungen aus der klinischen Praxis

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.10.2021

Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen mit ischämischem Schlaganfall liegt auch ein Vorhofflimmern vor. Dieses verläuft häufig jedoch asymptomatisch und wird bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patient:innen erst zum Zeitpunkt des Schlaganfalls erstmalig diagnostiziert. Durch eine rechtzeitige Detektion von Vorhofflimmern könnten viele Schlaganfälle verhindert werden. Aus diesem Grund wird das Screening auf Vorhofflimmern bei bestimmten Patient:innengruppen mittlerweile in deutschen und europäischen Leitlinien empfohlen. Aktuelle Studiendaten unterstreichen die Relevanz dieser Empfehlungen. Gleichzeitig ebnen sie den Weg für eine neue Betrachtung der Therapie, indem sie den Blick auf neue Lösungsansätze in der frühen Rhythmuskontrolle eröffnen. Wir laden Sie herzlich zu einem digitalen Fachpressegespräch ein, in dem die Relevanz nicht-detektierter Vorhofflimmer-Patient:innen sowie deren frühzeitige Behandlung im Fokus stehen. Die renommierten Experten Prof. Dr. med. Paulus Kirchhof, PD Dr. med. Ralph Bosch und Dr. med. Matthias Zink stellen Ihnen neue Studienergebnisse vor und erörtern deren Bedeutung für die Zukunft der Vorhofflimmer-Versorgung. Eine Einordnung der Ergebnisse für die Praxis, Implikationen für die Wissenschaft sowie mögliche Handlungsempfehlungen werden Gegenstand der Diskussion mit den Experten sein.


Lakritz mit hohem Salmiak-Gehalt bald mit Sicherheitshinweis

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 11.10.2021

Lakritze mit hohem Salmiak-Gehalt müssen künftig mit Hinweisen zum Schutz vor Gesundheitsrisiken gekennzeichnet werden. Das legt eine Verordnung der Bundesregierung fest, die der Bundesrat am Freitag billigte. Salmiak-Pastillen müssen demnächst mit dem Hinweis  «Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz» und bei besonders hohem Salmiak-Gehalt sogar einen Hinweis tragen, dass ein übermäßiger Verzehr insbesondere bei Personen mit Nierenerkrankungen die Gesundheit beeinträchtigen kann. Pflicht wird dies ab einem Gehalt an Salmiak (Ammoniumchlorid) von mehr als 20 Gramm pro Kilogramm. Konkret sollen Hinweise lauten: «Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz» und bei noch höheren Gehalten (ab 45,0 Gramm pro Kilogramm) zunächst «Extra stark, Erwachsenenlakritz – kein Kinderlakritz» sowie ab einem Salmiak-Gehalt ab 80,0 Gramm pro Kilogramm «Übermäßiger Verzehr kann insbesondere bei Personen mit Nierenerkrankungen die Gesundheit beeinträchtigen».


Drohendes Nierenversagen: Kieler Wissenschaftlerin veröffentlicht neuen Risikorechner

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 11.10.2021

Wenn eine eingeschränkte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) diagnostiziert wird, ist unklar, wie schnell die Krankheit fortschreitet und wann die Nieren vollständig ihren Dienst versagen, so dass eine Dialyse erforderlich wird. Das kann bei einem Patienten sehr schnell gehen, während sich bei einer anderen Patientin die Nierenfunktion jahrelang kaum verschlechtert. Für die Therapieplanung wäre es jedoch wünschenswert, Betroffene mit einem hohen Risiko für ein komplettes Nierenversagen frühzeitig zu identifizieren. Für diesen Zweck hat Professorin Helena Zacharias von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) innerhalb eines internationalen Forschungsverbunds zusammen mit Forschenden der Universitäten Regensburg (Prof. Dr. Peter Oefner) und Freiburg einen Risikokalkulator entwickelt. „Wir können mit unserer Gleichung anhand von sechs routinemäßig verfügbaren Blut- und Urinwerten für einen neuen Patienten oder eine neue Patientin die Wahrscheinlichkeit eines dialysepflichtigen Nierenversagens ausrechnen“, erklärt die Wissenschaftlerin, die auch Mitglied im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) ist.


25. Heidelberger Ernährungsforum, 24. und 25. September 2021 | Drei Jahrzehnte Köpfe und Diskurse

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 12.10.2021

 

Mit dem 25. Heidelberger Ernährungsforum lud die Dr. Rainer Wild-Stiftung im Rahmen einer Online-Jubiläumsedition ein – mit einem Blick zurück – weiterzudenken und aktuelle Herausforderungen zu gestalten. Am 24. und 25. September 2021 entwarfen über 200 Teilnehmende und 16 Referierende verschiedenster Disziplinen gemeinsam Zukunftsbilder für eine gesunde Ernährung. Das „Normal“ deutscher Esskultur und das Verständnis gesunder Ernährung im Wandel der Zeit. Mit dem 25. Heidelberger Ernährungsforum hat die Dr. Rainer Wild-Stiftung im Rahmen einer Online-Jubiläumsedition 2021 eingeladen – mit einem Blick zurück – weiterzudenken und aktuelle Herausforderungen zu gestalten. Am 24. und 25. September 2021 entwarfen 210 Teilnehmende und 16 Referierende verschiedenster Disziplinen gemeinsam Zukunftsbilder für eine gesunde Ernährung.

 


SARS-COV-2: Was bedeutet die Pandemie für transplantierte Menschen? - Drittimpfung führt nur bei zwei Dritteln zu einem ausreichenden Schutz

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 07.10.2021

 

Transplantierte Menschen haben ein hohes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken und zu versterben. Die Impfung gab den Betroffenen Hoffnung auf ein „normales“ Leben. Doch wie sich zeigte, ist die Rate an ‚Impfversagern‘ bei Nierentransplantierten hoch, selbst die Drittimpfung führt nur bei zwei Dritteln zu einem ausreichenden Schutz. Die Transplantationsmedizin steht vor der Herausforderung, Impfschemata zu entwickeln, mit denen ihre Patienten besser geschützt sind. Eine weitere, drohende Herausforderung: In Folge der Pandemie könnte der Bedarf an Spenderorganen noch weiter steigen.


Organmangel – welche Lösungsansätze gibt es?

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 07.10.2021

Die Widerspruchslösung konnte politisch nicht durchgesetzt werden Transplantationsmedizinerinnern und -mediziner werten das als vertane Chance. Umso wichtiger sei es nun, die anderen Stellschrauben zu betätigen, um bei der Organspende endlich einen positiven Trend herbeizuführen. Dazu zählen u. a. die Einführung eines Registers, in dem der Organspendewille hinterlegt ist, die Zulassung von Organen von Spendern, die an einem Herzversagen verstorben sind, oder die Öffnung der Lebendspenderegeln. „Wir müssen diese Maßnahmen jetzt beherzt angehen, damit sich endlich etwas tut!“


Allgemeine Lage der Transplantationsmedizin 2020 in Deutschland - Transplatation ist nur um 6% zurückgegangen.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 07.10.2021

Die deutschen Transplantationszentren konnten ihre lebensrettende Tätigkeit der Organtransplantation auch während der Pandemie aufrechterhalten und haben trotz phasenweise deutlich geringerer Intensivbettenkapazität die Situation bestmöglich gemeistert. Die Zahl der Transplantationen ist im Jahr 2020 gegenüber 2019 letztlich nur um 6% zurückgegangen. Das zeigt die enorm hohe Leistungsfähigkeit der deutschen Transplantationsmedizin, die aber nicht über ein grundlegendes Problem hinwegtäuschen darf: Der Organmangel in Deutschland ist nach wie vor dramatisch eklatant, eine Trendwende nicht in Sicht.


Wenn der Blutdruck einfach nicht runter will

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 04.10.2021

Lässt sich eine Hypertonie auch mit drei Blutdruckmedikamenten langfristig nicht unter 140/90 mmHg senken, sollte untersucht werden, ob ein Conn-Syndrom vorliegt. Diese endokrinologische Erkrankung ist alles andere als selten – und ist behandelbar. Angaben der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) zufolge sind 1,5 bis 2 Millionen Deutsche mit Bluthochdruck unerkannt an einem Conn-Syndrom mit Störungen der Nebennierenrinde erkrankt. Selbst eine eskalierte blutdrucksenkende Therapie bleibt hier ohne Behandlung der Grunderkrankung erfolglos. »Hormonelle Ursachen des Bluthochdrucks wie der primäre Hyperaldosteronismus werden zumeist unterschätzt«, so die DGE. Allein das Conn-Syndrom sei für 10 bis 15 Prozent aller Hypertonie-Formen verantwortlich und müsse daher verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden.


Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Alternatives Ipilimumab-­Dosierungsregime verbessert Verträglichkeit

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 28.09.2021

Zu den Standarderstlinientherapien des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms mit intermediä­rem oder ungünstigem Risiko zählt die Kombination aus dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab und dem PD-1-Inhibitor Nivolumab. Weil während der anfänglichen kombinierten Gabe beider Antikörper Grad-3/4-Nebenwirkungen relativ häufig sind, sollte in der randomisierten Phase-II-Studie PRISM getestet werden, ob ein alternatives Protokoll mit modifizierter Gabe von Ipilimumab eine bessere Verträglichkeit bei gleichbleibender Wirksamkeit ergibt. Beim virtuellen ESMO-Kongress wurden erste Ergebnisse dazu vorgestellt (DOI: 10.1016/j.annonc.2021.08.2105). Die Anwendung von Immuncheckpointinhibitoren in der Erstlinientherapie des metastasierten Nieren­zell­karzinoms basiert auf Phase-III-Studien, in denen die Immuntherapien gegen den vorherigen Stan­dard, den Tyrosinkinaseinhibitor Sunitinib geprüft worden waren und das langfristige Outcome verbes­sert hatten.


An COVID-19 erkrankte Menschen haben ein fast dreifach erhöhtes Dialyse-Risiko

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 24.09.2021

Alarmierende Zahlen: Patientinnen und Patienten, die COVID-19 überstanden haben, sind laut einer neuen Studie [1] mit über 1,5 Millionen US-Veteranen stark gefährdet, eine chronische Nierenerkrankung (CKD) zu erleiden. Gegenüber nicht erkrankten Menschen ist ihr Lebenszeitrisiko, Dialysepatientin/Dialysepatient zu werden, sogar fast dreimal so hoch. Bei allen ehemals Erkrankten wurde im Verlauf ein sigifikant erhöhter, jährlicher Verlust der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) beobachtet, Wichtig für die Nachsorge: Die typischen „Long-COVID-Symptome“ wie Fatigue oder Kopfschmerzen können auch auf eine Nierenschädigung hindeuten.


Stärkung der Heimdialyse: DGfN legt 10-Punkte-Plan vor

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 24.09.2021

 

Heimdialyseverfahren sind in Deutschland unterrepräsentiert. Die im Rahmen des Innovationsfonds geförderte MAU-PD-Studie identifizierte Faktoren für den geringen Anteil der Heimverfahren. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie zog Konsequenzen und entwickelte einen 10-Punkte-Plan zur Stärkung der Heimdialyse und Nierentransplantation. Nierenerkrankungen sind sehr häufig, etwa 10% der Bevölkerung in unserem Land leidet an einer chronischen Nierenerkrankung – die meisten Betroffenen, ohne es zu wissen. Dabei sind Nierenerkrankungen von höchster Bedeutung mit Hypertonie, drohender Dialyespflicht und einer gesteigerten kardiovaskulären Erkrankungsrate mit Schlaganfall und Herzinfarkt. Daraus entstehen enorme Belastungen für den einzelnen und exorbitante sozioökonomische Belastungen für die Gesellschaft. Wenn die Nieren dann versagen, müssen ihre Funktionen ersetzt werden. Die Verfahren hierzu sind die Dialysetherapie und die Nierentransplantation.

 


Ein Drittel der Patientinnen und Patienten mit schweren Nierenfunktionseinschränkungen werden nicht behandelt

Quelle:  Informationsdienst Wissenschaft, 24.09.2021

Gerade in frühen Stadien chronischer Nierenerkrankungen (CKD) schlägt eine medikamentöse Therapie meist gut an; aber auch in fortgeschrittenen Stadien können kritische Blutwerte bei konsequenter, adäquater Behandlung unter Kontrolle gebracht werden – so dass die Notwendigkeit einer chronischen Dialysebehandlung meist noch längere Zeit hinausgezögert oder ganz vermieden werden kann. Die Möglichkeiten und Chancen der rechtzeitigen Erkennung und effektiven Therapie werden jedoch häufig vertan – das zeigte eine aktuellle Auswertung von Daten der AOK Nordost, die erstmals Routine-Laborparameter der Nierenfunktion mit Diagnosedaten von über 6.000 CKD-Patientinnen und -Patienten verglich [1].


«Neues Bail-out-Verfahren zur Schaffung eines Dialysezugangs bei Verschluss der V. cava superior»

Quelle: medicalforum, 2021

 

Dialysepatienten mit einem zentralen Venenkatheter haben ein Risiko für den Verschluss einer oder mehrerer zentraler Venen. Eine kanadische Beobachtungsstudie [1] konnte zeigen, dass die Thrombose oder Stenose der Vena (V.) cava superior (VCS) die dritthäufigste Komplikation von Langzeit-Dialysekathetern darstellt. Sie ist mit einer Häufigkeit von 2% in einem Beobachtungszeitraum von 12 Monaten moderat, jedoch sehr relevant, wie unser Fall zeigt. Bei einem Zentralvenenverschluss kommt auch die chirurgische Anlage einer Dialysefistel am Arm nicht infrage, weil es bei fehlendem Abfluss nicht zu einer Maturation der Fistel kommen kann. Auch femorale Zugänge bieten hier aufgrund ihrer Instabilität sowie dem erhöhten Thrombose- und Infektionsrisiko eine unzureichende Alternative. Ebenso weisen arterio-arterielle Dialysezugänge eine hohe Morbidität auf [2]. Wir stellen im folgenden Fallbericht ein neues, erstmalig in der Schweiz eingesetztes Verfahren zur Schaffung eines Dialysezugangs vor, das auch bei einem Verschluss der VCS als Bail-out-Verfahren eingesetzt werden kann [3, 4].

 


Leitlinie empfiehlt SGLT-2-Hemmer

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 16.09.2021

Erstmals eine Empfehlung für SGLT-2-Inhibitoren und ein vereinfachter Therapiealgorithmus — das sind zwei der Aktualisierungen in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz, die in der aktualisierten europäischen Leitlinie beschrieben sind. Eine Herzinsuffizienz ist mehr als eine Herzschwäche. Vielmehr handelt es sich um ein Syndrom mit bestimmten Haupt- und verschiedenen Begleitsymptomen, denen mehrere Pathomechanismen zugrunde liegen können. Zu den typischen Symptomen gehören Dyspnoe, Leistungsminderung und Flüssigkeitsretention. Es sei erforderlich, die jeweils zugrunde liegende Ätiologie der kardialen Dysfunktionen zu identifizieren, da diese die weitere Behandlung bestimmen kann, so die Autoren der kürzlich erschienenen aktualisierten Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC). Diese hält verschiedene Neuerungen parat.


Lupus-Forschung aus Deutschland ganz weit vorne – Innovative Therapien gegen die Autoimmunerkrankung vielversprechend

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 07.09.2021

 

Der Systemische Lupus erythematodes (SLE) – eine seltene entzündlich-rheumatische Erkrankung – birgt ein hohes Risiko für lebensbedrohliche Organschäden. Besonders oft sind junge Frauen betroffen. Neue Behandlungsmethoden scheinen – zumindest in Einzelfällen – derart wirksam, dass sogar von „Heilung“ die Rede ist. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) freut sich, dass neuartige Immuntherapien für schwere Verläufe des SLE maßgeblich von Forschenden in Deutschland entwickelt wurden. Zwei weltweit beachtete Publikationen sind jüngst im New England Journal of Medicine (NEJM) erschienen. Die DGRh weist darauf hin, dass die zukunftsweisenden Verfahren sich aber noch weiter bewähren müssen. Aktuelle Lupus-Forschung wird auch Thema der morgigen Onlinepressekonferenz anlässlich des Rheumatologiekongresses am 8. September 2021 sein.

 


Erfolgsgeschichte made in Hannover: 15.000 Transplantationen an der MHH

Quell: Informationsdienst Wissenschaft, 06.09.2021

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist eines der größten Transplantationszentren Europas und im Bereich der Transplantationen bei Kindern und Jugendlichen eines der größten Zentren weltweit. Im Jahr 1968 hat die Erfolgsgeschichte mit der ersten Nierentransplantation begonnen. Jetzt haben die Ärztinnen und Ärzte der MHH die 15.000. Organtransplantation durchgeführt. Ein 40-jähriger Patient hat von seiner Mutter eine Niere gespendet bekommen. „Das belegt die Leistungsfähigkeit der MHH“, betont MHH-Vizepräsident Professor Dr. Frank Lammert, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. „Im Transplantationszentrum der MHH ermöglicht die interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenarbeit bundesweit einmalige Eingriffe.“ Begründet hat die Transplantationsmedizin an der MHH Professor Dr. Rudolf Pichlmayr, der zunächst die Nieren- und anschließend die Lebertransplantation etablierte. „Nieren und Lebern machen heute Zweidrittel der an der MHH übertragenen Organe aus“, sagt dessen Nachfolger, Professor Dr. Jürgen Klempnauer, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.


SARS-CoV-2: Astra­Zeneca-Impfstoff zeigt Lücken bei Dialyse-Patienten London

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 04.09.2021

Die zweifache Gabe des Vektor-basierten Impfstoffs AZD1222 von AstraZeneca schützt Dialyse-Patienten möglicherweise nur unzureichend vor einer Infektion mit SARS-CoV-2. Darauf deuten ausführliche Labortests am Francis Crick Institute im Lancet (2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)01854-7) hin. Patienten, die mit der mRNA-Vakzine von Biontech-Pfizer geimpft wurden, zeigten dagegen eine Antikörper-Antwort wie bei gesunden Probanden. Dialyse-Patienten werden als besonders schutzbedürftig eingestuft, da COVID-19 bei ihnen häufig tödlich verläuft. Gleichzeitig ist ihr Infektionsrisiko hoch, da sie mehrmals die Woche ein Dialysezentrum aufsuchen müssen.


Neu: Veröden mit Stromstößen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 02.09.2021

 

Nicht heiß, nicht kalt: Ein neues Ablationsverfahren verspricht Patienten mit Vorhofflimmern kürzere Prozedurzeiten als bisher. Nur wenige Zentren in Deutschland bieten die Elektroporation derzeit an – als einzige Einrichtung in Ostwestfalen das Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen. Die Klinik für Elektrophysiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, zählt mit rund 1.500 Ablationen jährlich zu den bundesweit erfahrensten Einrichtungen in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Klinikdirektor Prof. Dr. Philipp Sommer ist Lehrstuhlinhaber für Rhythmologie an der Ruhr-Universität Bochum. Vorteile des neuen Ablationsverfahrens sieht er in der schonenden und besonders präzisen Behandlungsmethode: „Im Gegensatz zu den herkömmlichen Therapieformen der Hochfrequenz- oder Kryoablation, bei denen mit Wärme bzw. Kälte die rhythmusstörenden Impulse im Herzgewebe behandelt werden, erreicht man bei dem Verfahren den Effekt durch das gezielte Einbringen kleiner Poren in die Zellmembran“. Die Methode wird daher als „Elektroporation“ oder „Pulsed Field Ablation“ (engl.) bezeichnet.

 


Gleich mit niedrig dosierter Viererkombi starten

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 31.08.2021

Hypertonie-Patienten müssen häufig ohne spürbaren Leidensdruck gleich mehrere Tabletten schlucken — die Adhärenz ist hier oft lausig. Abhilfe schaffen sollen Polypillen mit fixen Kombinationen. Jetzt gibt es neue Studiendaten für eine Viererkombination gleich zum Therapiestart. Normalerweise geht man die medikamentöse Therapie bei Bluthochdruck stufenweise an: Schlägt das erste blutdrucksenkende Medikament nicht ausreichend an, kommt ein zweites aus einer anderen Wirkstoffklasse hinzu, gegebenenfalls noch ein drittes und viertes. Da Hypertonie zwar ein starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, de facto aber in der Regel erst einmal keine spürbaren Beschwerden verursacht, ist es um die regelmäßige Tabletteneinnahme meistens schlecht bestellt. Die Patienten erreichen oft nicht die angestrebten Zielwerte.


Wie Covid-19-Impfungen bei Organtransplantierten die Immunantwort mobilisieren

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 30.08.2021

Wenn schwerkranke Menschen ein Spenderorgan erhalten, müssen sie zeitlebens Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken. Diese können verhindern, dass eine Impfung die gewünschten Abwehrmechanismen im Körper in Gang setzt. Immunologie-Professorin Martina Sester und ihr Team haben jetzt trotz der abgeschwächten Immunantwort von Organtransplantierten nachgewiesen, dass die verschiedenen Covid-19-Impfstoffe ihre Immunabwehr auf unterschiedliche Weise mobilisieren und sich dabei ergänzen können. Sie konnten auch zeigen, dass Antikörpertests nicht ausreichen, um die Impfwirkung bei dieser Patientengruppe zu bestimmen, sondern auch die T-Zellen analysiert werden müssen.


Fettlebererkrankung begünstig die Bildung von Nierensteinen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 25.08.2021

 

 

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist die häufigste Lebererkrankung in den westlichen Ländern mit weltweit steigender Inzidenz. Folgen einer NAFLD können auch Nierenerkrankungen und Nierensteine sein, wobei die Mechanismen zur Entwicklung dieser Nierenleiden auf Grund von NAFLD noch nicht vollständig aufgeklärt sind. Forschende des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) haben jetzt in einem Paper veröffentlicht, wie die Fettlebererkrankung die Bildung von Nierensteinen begünstigt. Forschende am IfADo haben in Studien herausgefunden, dass durch die Fettlebererkrankung die Stoffwechselprozesse in der Leber gestört sind. In Folge dessen kommt es zu einer höheren Anreicherung von Oxalat. Oxalat ist nicht nur in einigen Lebensmitteln vorhanden, sondern wird als Stoffwechselprodukt in der Leber gebildet und durch die Niere über den Urin ausgeschieden. Eine erhöhte Konzentration von Oxalat im Urin ist mit einem höheren Risiko für das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung verbunden, denn Oxalat bindet Kalzium, was zur Bildung von Nierensteinen führen kann.

 


Studie: Nahrungsergänzung gegen Nervenerkrankungen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft 24.08.2021

 

Ähnlich wie bei Multipler Sklerose (MS) greift das Immunsystem bei der chronisch-entzündlichen demyelinisierenden Polyneuropathie, kurz CIDP, die Isolierschicht der Nervenzellen an. „Das Ausmaß autoimmuner Entzündungen wird vom Immunsystem des Verdauungstrakts und der Gemeinschaft der im Darm lebenden Bakterien, dem Mikrobiom, bestimmt“, erklärt Dr. Anna Fisse aus der Neurologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) im St. Josef Hospital. Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf das Mikrobiom. Ob die Einnahme von Propionsäure den Verlauf der CIDP ebenso wie bei MS verbessern kann, soll eine Studie zeigen, die Anfang 2022 startet. In einer vorangegangenen Studie konnte das Team der RUB-Medizin belegen, dass die Einnahme der kurzkettigen Fettsäure Propionsäure den Verlauf der Multiplen Sklerose (MS) positiv beeinflusst. „Bei der MS ist die Propionsäureproduktion in der Darmflora deutlich vermindert, wodurch das immunologische Gleichgewicht gestört wird“, erklärt Anna Fisse. Entzündungsfördernde Zellpopulationen wachsen, während regulatorische abnehmen. Die Einnahme der Propionsäure erhöhte in der Studie die peripheren regulatorischen T-Zellen, reduzierte die proinflammatorischen autoreaktiven T-Zellen und verbesserte den klinischen Zustand der MS-Betroffenen.

 


Roxadustat Zulassung für neues Wirkprinzip bei Anämie
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 23.08.2021
Die Europäische Kommission hat ein neues Wirkprinzip zur Anämie-Behandlung bei chronischer Nierenerkrankung zugelassen. Roxadustat (Evrenzo®, Astellas Pharma) ist der erste Vertreter der sogenannten HIF-PH-Inhibitoren und wird oral verabreicht. Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist eine fortschreitende Erkrankung, die durch einen allmählichen Verlust der Nierenfunktion gekennzeichnet ist. Weltweit leidet jeder zehnte Mensch daran und wiederum jeder fünfte davon ist von einer Anämie betroffen. Letztere geht bei CKD mit einem erhöhten Risiko für Krankenhauseinweisungen und kardiovaskuläre Komplikationen sowie mit einem erhöhten Sterberisiko einher und kann zudem zu Fatigue, kognitiver Funktionsstörung und verringerter Lebensqualität führen. Zur Behandlung schwerer Formen werden Bluttransfusionen eingesetzt. Diese können jedoch die Chance auf eine Nierentransplantation verringern und das Infektions- und/oder Komplikationsrisiko, zum Beispiel für Herzinsuffizienz und allergische Reaktionen, erhöhen.

Tschüss Rückenschmerz: Bandagen und Orthesen in der Behandlung der Wirbelsäule

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.08.2021

Deutschland „hat Rücken“. Fast jeder dritte Erwachsene hat oft oder ständig Rückenbeschwerden. 18 Prozent der Deutschen leiden sogar unter chronischen Rückenschmerzen. Erkrankungen des Rückens sind für rund ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage verantwortlich. Fehlbelastungen und Verletzungen der Wirbelsäule können sowohl im Alltag als auch im Sport entstehen. Auf dem Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie diskutieren hochspezialisierte Fachärzte vom 26. bis 28. August deshalb unter anderem über die richtige zusätzliche Behandlung der Wirbelsäule mit Bandagen und Orthesen.


CAR-T-Zell-Therapie hilft bei schwerem Lupus erythematodes

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 11.08.2021

 

Ein systemischer Lupus erythematodes ist eine schwere Autoimmunerkrankung, die die Lebensqualität der Patienten teils deutlich eingeschränkt. Ist die Krankheit schwer behandelbar oder gar refraktär, leiden die Patienten extrem. Für diese Fälle zeichnet sich jetzt eine neue Therapieoption ab: eine zielgerichtete Immuntherapie mithilfe von CAR-T-Zellen. Ein systemischer Lupus erythematodes (SLE) wird unter anderem durch die Bildung von Autoantikörpern und durch Immunkomplexe verursacht, die zu systemischen Entzündungen und Organschäden führen. Trotz der Schlüsselrolle, die autoreaktive B-Zellen in Rahmen der Pathologie spielen, erweist sich eine Antikörper-vermittelte Depletion von B-Zellen nicht in jedem Fall als wirksam. Der Grund könnte darin liegen, dass sich persistierende autoreaktive B-Zellen in Kompartimenten befinden, die für das Therapeutikum schlecht zugänglich sind. Alternativ könnten auch CD20-negative Plasmazellen, die von einer Anti-CD20-Therapie nicht erreicht werden, bei SLE-Patienten als zusätzliche Quelle für Autoantikörper fungieren.


Die nächste Indikation von Dapagliflozin

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 10.08.2021

Typ-2-Diabetes, Typ-1-Diabetes, Herzinsuffizienz und nun die chronische Niereninsuffizienz: Die EU-Kommission hat den Wirkstoff Dapagliflozin bei letztgenannter Erkrankung zugelassen. Es ist der erste in dieser Indikation zugelassene SGLT-2-Hemmer.  Wie Astra-Zeneca, Hersteller des Dapagliflozin-haltigen Präparats Forxiga®, informiert, darf das Medikament in der EU fortan auch bei Erwachsenen mit chronischer Niereninsuffizienz eingesetzt werden – unabhängig davon, ob zusätzlich ein Typ-2-Diabetes vorliegt oder nicht. Entscheidend für diese Indikationserweiterung sind die Ergebnisse der Phase-III-Studie DAPA-CKD mit mehr als 4000 Patienten. Diese hatte gezeigt, dass Dapagliflozin (10 mg/d) zusätzlich zur Standardtherapie mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptorblockern das relative Risiko für den primären zusammengesetzten Endpunkt, definiert als anhaltende Abnahme der eGFR ≥ 50 Prozent, terminale Niereninsuffizienz oder kardiovaskulärer oder renaler Tod, verglichen mit Placebo signifikant um 39 Prozent senkte (9,2 versus 14,5 Prozent).


Warum bei Nierenerkrankungen die Muskelmasse abnimmt

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 03.08.2021

Patienten mit einer fortgeschrittenen chronischen Nierenerkrankung leiden neben anderen Begleiterkrankungen häufig auch an einem Rückgang der Muskulatur. Dies macht die Patienten gebrech­licher und trägt zu Morbidität und Mortalität bei. Offenbar reagieren die Muskeln dabei auf Botenstoffe, die von den Nieren selbst ausgeschüttet werden. Das berichten Wissenschaftler um Tobias Huber, Direktor der III. Medizinische Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Journal of Clinical Investigation (DOI: 10.1172/JCI135821). Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen leiden meistens an verschiedenen Begleiterscheinungen, die durch den Nierenfunktionsverlust direkt entstehen wie Erythropoetinmangel mit Anämie, Vitamin-D-Mangel und Störungen im Calciumphosphathaushalt mit Knochenveränderungen und kardiovaskulären Erkrankungen.


Patienten mit Vorhofflimmern und Herzschwäche profitieren von einer frühen rhythmuserhaltenden Behandlung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 30.07.2021

 

Eine Subgruppen-Analyse der EAST – AFNET 4 Studienpopulation hat gezeigt: Eine frühzeitig begonnene rhythmuserhaltende Behandlung ist vorteilhaft für Patienten mit Herzschwäche und kürzlich diagnostiziertem Vorhofflimmern. Dr. Andreas Rillig, Universitäres Herz- und Gefäßzentrum UKE Hamburg, präsentierte die Ergebnisse am 30.07.2021 beim Kongress der US-amerikanischen Heart Rhythm Society (HRS) [1], [2]. Vorhofflimmern und Herzschwäche sind zwei kardiovaskuläre Volkskrankheiten, die häufig gemeinsam auftreten. Ungefähr 30 Prozent aller Patienten mit Vorhofflimmern leiden an Herzschwäche. Patienten mit beiden Erkrankungen tragen ein hohes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen wie Tod, Schlaganfall oder Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche. Aktuelle Studien legen nahe: Bei Patienten mit Vorhofflimmern und Herzschwäche kann eine rhythmuserhaltende Therapie mittels Katheterablation die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), ein Maß für die Pumpfunktion des Herzens, verbessern. Allerdings sind weitere wissenschaftliche Daten notwendig, um diese Effekte für unterschiedliche Schweregrade der Herzschwäche zu klären.


Erstes künstliches Gewebemodell entwickelt, in dem Blutgefäße wachsen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.07.2021

 

Forscher um die Biomedizin-Ingenieurin Dr. Britta Trappmann vom Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster haben ein Zellkultursystem entwickelt, in dem sich erstmals in einem Gerüst aus künstlichen Materialien ein funktionsfähiges Blutgefäßsystem bildet. Das Team untersucht, welche Materialeigenschaften einzelne Parameter der Gefäßbildung fördern – ein Schritt auf dem Weg zur Zukunftsvision implantierbarer künstlicher Gewebe. Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ erschienen. Im Labor Gewebe herzustellen, mit denen sich geschädigte Organe heilen oder ersetzen lassen, ist eine der großen Zukunftsvisionen der Medizin. Künstliche Materialien könnten sich als Gewebegerüste eignen, denn anders als natürliches Gewebe bleiben sie im Organismus lange genug stabil, so dass der Körper neue natürliche Strukturen ausbilden kann. Eine grundlegende Voraussetzung für funktionsfähige Gewebe ist, dass in ihnen Blutgefäße wachsen und sich mit dem Gefäßsystem des Organismus verbinden können, so dass das Gewebe durchblutet und mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Bisher ist allerdings fast nichts darüber bekannt, welche Materialeigenschaften das Wachstum von Blutgefäßen fördern.


Weitere genetische Ursachen gefunden: 73. Urologen-Kongress diskutiert unerfüllten Kinderwunsch beim Mann

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 21.07.2021

 

Ein Kind zeugen, Vater werden: Nicht immer geht der Kinderwunsch des Mannes in Erfüllung. Diagnostik und Therapie der männlichen Unfruchtbarkeit stellen eine große Herausforderung für andrologisch ausgebildete Urologen dar. Neue Erkenntnisse bei der Suche nach genetischen Ursachen für die männliche Infertilität diskutiert die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) auf ihrer 73. Jahrestagung im kommenden Herbst im Internationalen Congresscenter Stuttgart. „Wenn aktuelle Forschungsergebnisse im klinischen Alltag Relevanz bekommen und neue individualisierte Therapieansätze ermöglichen, dann sind das sehr gute Nachrichten für die behandelnden Urologinnen und Urologen und ihre Kinderwunschpatienten“, sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. Arnulf Stenzl. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Urologie, Tübingen, leitet die weltweit drittgrößte urologische Fachtagung vom 15. bis 18. September 2021 in Stuttgart.

 


GLP-1-Analogon mit Herzschutz

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 20.07.2021

Längst können Antidiabetika mehr als nur den Blutzucker senken. SGLT2-Inhibitoren (Gliflozine) und GLP-1-Rezeptoragonisten können Patienten vor kardiovaskulären Schäden bewahren. In diese Reihe fügt sich der Wirkstoff Efpeglenatid ein. Zu den zugelassenen, kurz- und langwirksamen GLP-1-Rezeptoragonisten (Inkretin-Mimetika) gehören Exenatid, Liraglutid, Dulaglutid und Semaglutid. Sie sind – oft in Kombination mit Metforminindiziert bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen. Alle Wirkstoffe ähneln strukturell dem natürlichen Glucagon-like-Peptide 1 (GLP-1). Das Inkretin-Hormon wird innerhalb weniger Minuten nach einer Mahlzeit freigesetzt, hemmt die Glucagonsekretion und stimuliert die Insulinsekretion.


Ohne B-Zellen zum Impferfolg

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.07.2021

Immunsupprimierte Patienten können nach einer Impfung oft keinen guten Schutz aufbauen, weil bei Ihnen die notwendigen Zellen des Immunsystems schlechter funktionieren oder gar nicht vorhanden sind. Dies ist besonders bei der medikamentösen Therapie der rheumatoiden Arthritis untersucht worden. Unter welchen Umständen für diese Personengruppe trotzdem erfolgreich geimpft werden kann, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom TWINCORE und der Medizinischen Hochschule Hannover nun im Journal Annals of the Rheumatic Diseases veröffentlicht. Auf Basis ihrer Daten empfehlen sie eine vielversprechende Strategie für die COVID-19-Impfung von Rheumapatientinnen und -patienten, die mit dem Medikament Rituximab behandelt werden.


Durchbruch für die Behandlung der Zöliakie

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.07.2021

 

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz federführend bei der Entwicklung und klinischen Testung des ersten wirksamen Medikaments - Ein Forscherteam hat unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan, Direktor des Instituts für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz, einen neuartigen medikamentösen Wirkstoff zur Behandlung der Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) entwickelt: den Transglutaminase-Hemmer ZED1227. Das Medikament basiert auf einem erkrankungsspezifischen Wirkmechanismus. Die bisher einzige wirksame Therapieoption für Betroffene ist eine streng glutenfreie Diät. Im Rahmen einer klinischen Phase 2a-Studie haben die Mainzer Wissenschaftler gemeinsam mit internationalen Kollegen gezeigt, dass ZED1227 eine starke schützende Wirkung auf die Dünndarmschleimhaut hat und die Entzündung, Erkrankungssymptome sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessert. Damit ist ZED1227 das erste Zöliakie-Medikament, für das eine klinische Wirksamkeit belegt werden konnte. Die Studienergebnisse wurden jetzt in der international renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.