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Letzte aktuallisierung der Presseschau: 06.04.2021


Archiv


Neues Verfahren könnte Diagnostik bei Prostatakrebs deutlich erleichtern

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 25.03.2021

 

Forscherinnen und Forscher der Universität Witten/Herdecke entwickeln Untersuchungsmethode, die Sicherheit und Komfort für Betroffene verbessern kann. Prostatakrebs (PCa) ist die häufigste Krebserkrankung und dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Um die Erkrankung zu diagnostizieren und von der ebenfalls sehr häufigen benignen Prostatahyperplasie (BPH) zu unterscheiden, muss bislang noch oft eine transrektale Stanzbiopsie durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist nicht nur schmerzhaft, sondern birgt auch diverse weitere Risiken. Forscher um Lukas Markert und Dr. Andreas Savelsbergh von der Universität Witten/Herdecke (UW/H) haben nun die Grundlage für ein neues Verfahren entwickelt, bei dem anhand kleiner Erbgutfragmente aus dem Urin zwischen den beiden Erkrankungen unterschieden werden kann.


Mehr als 500 000 Impfungen: Jetzt auch Dialyse-Patienten

Quelle: Saarbrücker Zeitung, 17.03.2021

Mainz Mehr als eine halbe Million Coronaschutz-Impfungen zählt Rheinland-Pfalz. Und trotz des Stopps für Astrazeneca werden besonders gefährdete Menschen weiter gepikst - allerdings geht es langsamer voran. Mehr als 500 000 Corona-Schutzimpfungen sind in Rheinland-Pfalz bereits gesetzt worden. „Ein Meilenstein“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz. Mehr als 300 000 Mal sei in den 32 Impf-Zentren gespritzt worden, was für die Bedeutung dieser Einrichtungen spreche. Allerdings sind damit noch immer weniger als zehn Prozent der rund 4,1 Millionen Menschen wenigstens einmal geimpft. Wegen des Stopps von Astrazeneca geht es langsamer voran. Rund 7500 Erst- und Zweitimpfungen waren es im ganzen Land am Dienstag. Die 5000 bis 5500 Dialyse-Patienten mit schweren Nierenerkrankungen sollen bis Freitag geimpft werden. „Diese Menschen haben ein erhebliches Risiko, an Sars-CoV-2 zu sterben“, sagte Facharzt Alexander Lammert über den Start der Impfungen in den rheinland-pfälzischen Dialyseeinrichtungen am Mittwoch. „Und sie können nicht zu Hause bleiben."


Karpaltunnelsyndrom - das nächtliche Kribbeln in den Fingern ist keine Bagatelle!

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 16.03.2021

 

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine der häufigsten Gründe für einen handchirurgischen Eingriff. Etwa jeder sechste Erwachsene ist von dieser Form der Nervenkompression betroffen. In der Regel verstärken sich die Symptome schleichend. Viele Betroffene nehmen den in der Frühphase mit einem nächtlichen Kribbeln in den Fingerspitzen bemerkbaren Druck auf den Nervenstrang nicht ernst. Doch sie riskieren irreparable Schäden, warnen die Handchirurgen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Auch wenn Diagnose und Entscheidung über die richtige Therapie gemeinsam mit anderen Spezialisten getroffen wird, sollte im ersten Schritt ein Handchirurg konsultiert werden. Etwa jeder sechste Deutsche wird mit den Folgen eingeengter oder eingeklemmter Nervenstränge des Arms konfrontiert. Bei stärkerer Ausprägung können so alltägliche Aktivitäten einschränkt werden, da diese Nerven Bewegung und das Gefühl der Hände vermitteln. Dass aus einem anfänglichen, vor allem beim Schlafen auftretenden Kribbeln – vor allem an Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie der daumenzugewandten Hälfte des Ringfingers – ein ernsthafteres Problem werden kann, hat die Dresdnerin Maria E. erlebt. Bereits als 18-Jährige weckte dieses mit einem Taubheitsgefühl verbundene Kribbeln sie ab und an. Wie die meisten Menschen nahm sie dieses Zeichen nicht weiter ernst.

 


Strategie gegen Autoimmunerkrankung - Typ-1-Diabetes mit Darmbakterien verhindern
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 15.03.2021
In der Sint1a-Studie wollen Forscher ab April prüfen, ob die frühzeitige Einnahme des Probiotikums Bifidobacterium infantis einen Typ-1-Diabetes bei Kindern mit einem erhöhten genetischen Risiko verhindern kann. Bei der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Im Frühstadium lassen sich im Blut Insel-Autoantikörper nachweisen, die ein Hinweis darauf sind, dass das Immunsystem die Inselzellen angegriffen hat. Schon länger ist bekannt, dass die Darmflora bei Kindern, die diese Antikörper entwickeln, gestört sein kann.  Wie das Helmholtz Zentrum München bekannt gibt, zielt die neue Studie darauf ab, das Auftreten von Insel-Autoantikörpern bei Kindern mit einem erhöhten genetischen Risiko für Typ-1-Diabetes zu verhindern. Die randomisierte Studie schließt Kinder bis zu einem Alter von sechs Wochen ein. Die Teilnahme erfordert den Nachweis eines erhöhten genetischen Erkrankungsrisikos. Ein Test darauf könne innerhalb der ersten sieben Lebenstage erfolgen.

Rekord bei Stammzelltransplantationen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 11.03.2021

 

Erfolgreiche Teamarbeit: MHH-Hämatologen führten 2020 insgesamt 96 Blutstammzellübertragungen durch – trotz Corona-Bedingungen. Die Transplantation von Knochenmark- und Blutstammzellen ist ein kompliziertes und für die Patientinnen und Patienten sehr belastendes Verfahren. Dennoch stellt sie oft die einzige Chance auf Heilung dar. In der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurden 2020 insgesamt 96 allogene Stammzelltransplantationen vorgenommen – so viele wie nie zuvor. „Allogen“ bedeutet, dass die Stammzellen von einer Spenderperson kommen, also von einem Verwandten oder einer anonymen Person. Klinikdirektor Professor Dr. Arnold Ganser freut sich über den Rekord: „Wir konnten vielen Betroffenen helfen, obwohl die Abläufe rund um die Transplantationen durch die Corona-Pandemie erschwert waren.“ Möglich war das vor allem durch die gute Teamarbeit aller beteiligten Bereiche und Fachleute. 2019 waren in der Klinik 90 Stammzelltransplantationen durchgeführt worden.

 


MHH bietet Online-Seminar zu Corona-Impfung und Transplantation an

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 10.03.2021

 

Herz, Lunge, Leber, Niere: Veranstaltung für Patienten vor und nach Organtransplantation und ihre Angehörigen am 15. März um 18 Uhr. Wie effektiv und sicher sind die Impfstoffe gegen das Corona-Virus SARS-CoV-2? Wie unterscheiden sie sich? Was müssen transplantierte Patientinnen und Patienten beachten? Das interdisziplinäre Transplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) lädt Patientinnen und Patienten vor und nach Transplantation sowie Angehörige ein, sich über das Thema „Corona-Impfung und Organtransplantation“ zu informieren.

 


Über 90 Jahre Dialyse zusammenaddiert und noch Lebensqualität!
Weltnierentag 2021, Motto: Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung in Pandemiezeiten

Quelle: Nachrichten.net, 09.03.2021

(Saarbrücken, Ingelheim, 08.03.2021) Jährlich findet am 2. Donnerstag im März der Weltnierentag (World Kidney Day) statt. Das ist der Anlass für die nierenkrank-Moderatoren Martin Müller (42 Jahre Dialyse) und Thomas Lehn(50 Jahre Dialyse) sich ONLINE den Fragen "zur Lebensqualität mir einer Nierenerkrankung" zu stellen.


COVID-19-Prävalenz und -Sterblichkeit bei dauerhaft dialysepflichtigen Patienten

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 04.03.2021

Bereits in der frühen Phase der COVID-19-Pandemie wurde eine hohe Rate an akutem Nierenversagen bei Patienten mit schweren Krankheitsverläufen, mit und ohne Nierenvorerkrankungen, beschrieben (1). Dass chronische Nierenerkrankungen und insbesondere eine dauerhafte Dialysepflichtigkeit zu den Risikofaktoren für schwere COVID-19-Fälle zählen, wurde durch Registerstudien aus Europa und Kanada bestätigt, die über eine COVID-19-Letalität von 20–30 % bei dialysepflichtigen Patienten (DP) berichten (2, 3). Hier stellen wir nun entsprechende Daten eines von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) im März 2020 initiierten bundesweiten Registers vor. Die rund 20 %ige Letalität dauerhaft dialysepflichtiger Patienten mit COVID-19 in Deutschland ist sehr hoch, liegt auf einem mit anderen Industrienationen vergleichbaren Niveau (2, 3) und entspricht in Deutschland in Bezug auf COVID-19 der höchsten Risikokategorie (vergleichbar der von Personen über 80 Jahren). Deshalb kommt Präventivmaßnahmen bei dialysepflichtigen Patienten eine besonders große Bedeutung zu.

 


Weltnierentag 2021: Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung in Pandemiezeiten?

Quelle: Informations Wissenschaft, 04.03.2021

 

Unter dem Motto “Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung” steht am 11. März der diesjährige Weltnierentag. Wie schwer es ist, in der Coronapandemie Lebensqualität und -freude zu erhalten, zeigt das Beispiel der Dialysepatientin Hannelore Becker. Die Nieren von Hannelore Becker haben bereits vor über 30 Jahren aufgehört zu arbeiten; seitdem erhält sie eine Dialysebehandlung. Vor der Coronapandemie stand die heute 53-Jährige trotz ihrer Nierenerkrankung mitten im Leben. Ihre Leidenschaft, das Singen, hat sie zum Beruf gemacht: „Ich trete seit 21 Jahren drei Mal in der Woche im Chor des Saarländischen Staatstheaters auf, an den anderen Tagen habe ich Gesangsproben. Das ist ein Vollzeitjob, aber der beste, den ich mir vorstellen kann,“ so Becker. Seit der Coronapandemie gehört sie zur Gruppe der Hochrisikopatienten und ist als Dialysepatientin im besonderen Maße gefährdet. Laut internationalen Studien verläuft für jeden fünften Dialysepatienten die Coronainfektion tödlich. Wegen des zu hohen Risikos einer Ansteckung musste sie sich für die Gesangsproben krankschreiben lassen; ihrem Beruf kann sie derzeit nicht nachgehen. „Lebensqualität habe ich derzeit nicht“ Die lebenserhaltende Dialysebehandlung kann sie jedoch nicht aussetzen: „Ich muss viermal in der Woche für viereinhalb Stunden zur Blutwäsche ins Dialysezentrum. Eine Selbstisolation ist für mich unmöglich.“ Das Dialysezentrum hat höchste Hygienestandards, der Kontakt zu den anderen Dialysepatientinnen und -patienten, dem Pflegepersonal und ihrem behandelnden Arzt lässt sich jedoch nicht vermeiden. Eine Impfung wäre ihr einziger Schutz, doch als Dialysepatientin gehört sie bisher nicht zur Impfgruppe der höchsten Priorität, sie muss noch warten. Becker hat bislang keine Informationen zu einem Impftermin erhalten. Lebensqualität habe sie derzeit nicht, sie kümmere sich lediglich um ihre 89-jährige Mutter, berichtet sie. Was sie als erstes nach der Impfung machen möchte: „Kaffeetrinken mit Freunden, ohne Angst haben zu müssen, und natürlich singen im Chor.“


TAVI statt Transplantation

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.02.2021

In „European Heart Journal – Case Reports“ beschreiben Ärzte des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB), wie sie einem schwer herzkranken Jugendlichen mit einer herzmedizinischen Weltpremiere entscheidend helfen konnten – und dabei auf eine spannende wissenschaftliche Spur gestoßen sind. Niklas P. aus dem niedersächsischen Isenbüttel kommt im September 2005 mit mehreren Herzfehlern zur Welt. Unter anderem ist die Aortenklappe, also das Ventil zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader, fehlgebildet und hochgradig verengt. Die Ärzt*innen können die verengte Aortenklappe mit einem Ballonkatheter vorsichtig dehnen und damit sein Leben retten. Niklas wächst zunächst weitgehend normal auf, spielt Fußball im Verein und gehört im Sportunterricht zu den Besten. Doch im Alter von etwa elf Jahren zeigt sich: Niklas‘ Aortenklappe hat sich wieder etwas verengt. Zudem ist Klappe undicht: Bei jedem Herzschlag „schießt“ ein Teil des sauerstoffreichen Blutes zurück in die Herzkammer, was einen Rückstau des Blutes in die Lungenvenen und damit einen bedrohlichen Lungenhochdruck bewirkt.


Covid-19-Impfung: Was nach Herzinfarkt, bei Herzschwäche oder Rhythmusstörungen zu beachten ist

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 24.02.2021

 

Herzstiftung rät Herzpatienten zur Impfung – auch zu dem neu zugelassenen Vektor-Impfstoff - und informiert worauf bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu achten istHerz-Kreislauf-Patienten gelten als besonders gefährdet für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus. Eine Impfung gegen Covid-19 trägt ohne Zweifel zum individuellen Schutz und zur Pandemieeindämmung bei. Deshalb rät die Herzstiftung Herz-Kreislauf-Patienten entschieden zur Covid-19-Impfung mit den Wirkstoffen auf mRNA-Basis (Biontech/Pfizer, Moderna) als auch auf Basis des neu zugelassenen Vektor-Impfstoffs. Der Vektor-Impfstoff von AstraZeneca für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren ist laut Robert Koch-Institut (RKI) in Bezug auf die Sicherheit mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbar. Viele Herzkranke stehen der Covid-19-Impfung mit gemischten Gefühlen gegenüber, etwa wegen möglicher Nebenwirkungen. „Zwar kommt es – wie bei jeder Immunisierung – auch bei der Covid-19-Impfung gelegentlich zu Nebenwirkungen“, sagt der Herzspezialist und Pharmakologe Prof. Dr. med. Thomas Meinertz vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung, betont aber, dass „die Schutzwirkung der Impfung vor einem schwerwiegenden Covid-19-Krankheitsverlauf die Risiken von Nebenwirkungen bei Weitem überwiegt“. Häufige Fragen und Experten-Antworten aus der Herz-Sprechstunde zur Corona-Impfung finden Herzpatienten und Angehörige unter www.herzstiftung.de/corona-impfung.


Mobiles Rhythmuspflaster kann Vorhofflimmern frühzeitig erkennen

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 24.02.2021

 

Ein mobiles Rhythmuspflaster erkennt Vorhofflimmern bei Risikopatienten zehn Mal häufiger, als die herkömmliche Diagnostik. Das ist das Ergebnis einer neuen transatlantischen Studie, an der Forscher aus Kanada und Deutschland beteiligt waren. Das mobile Verfahren könnte sich damit zur Früherkennung von Vorhofflimmern eignen und so Schlaganfällen vorbeugen. Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, von der über 30 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann das Blut in den Vorhöfen verklumpen. Gelangen solche Gerinnsel ins Gehirn und verschließen Gefäße, entsteht ein Schlaganfall. Bei älteren Menschen ist Vorhofflimmern eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall.

 


„EvidenzUpdate“-Podcast - Typ-2-Diabetes – was nach Metformin kommt und die Niere schützen kann

Quelle: Ärzte Zeitung, 18.02.2021

 

Schon nach der ersten großen Studie mit einem SGLT-2-Hemmer kam Euphorie nicht nur bei Diabetologen auf. Auch die Nephrologen sind enthusiastisch. Eine große Netzwerk-Metaanalyse hat nun die Effekte verschiedener Antidiabetika verglichen. Ein EvidenzUpdate über das Mittel der Wahl nach Metformin.


DGE: Vitamin D bei COVID-19? Fachgesellschaft empfiehlt für Risikopatienten Kompromiss

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 12.02.2021

 

Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass schwer an COVID-19 Erkrankte einen niedrigen Vitamin D-Spiegel haben. Dies führt zur Diskussion, ob die vorsorgliche Einnahme des Sonnenvitamins vor der Krankheit schützen könne. Eine Vitamin D-Gabe alleine zur COVID-19-Infektionsprophylaxe oder -therapie ist derzeit jedoch nicht angebracht, sagt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in einer aktuellen Stellungnahme. Die wissenschaftliche Beweislage sei hierfür nicht ausreichend. Die DGE weist zudem darauf hin, dass ein Zuviel des Vitamins auch schädlich sein könne. Bis belastbare Studien vorliegen, empfiehlt die Fachgesellschaft einen Kompromiss: Zur Sicherstellung einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung rät sie für Risikogruppen die Einnahme von 400-1000 IE pro Tag des Vitamins an. Dazu gehören Ältere, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und chronisch kranke Menschen, die sich nur selten im Freien aufhalten. Mit diesem Vorgehen nutze man mögliche, bisher jedoch nicht eindeutig belegte Vorteile, ohne das Risiko potenzieller Nachteile einer Überdosierung in Kauf zu nehmen. Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, welches unter dem Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet wird und das an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt ist. Unter anderem ist es unverzichtbar für gesunde Knochen. Manche Studien lieferten Hinweise, dass Vitamin D möglicherweise respiratorischen Erkrankungen wie Lungenentzündungen vorbeugt und auch wichtig für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist. Ebenso gab es Anzeichen, dass es das Risiko für Diabetes und einige Krebsarten senken könnte. In den bisherigen Behandlungsstudien waren diese Effekte im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) jedoch nicht eindeutig zu belegen. „Da die Datenlage nicht eindeutig ist, können bislang auch keine klaren Empfehlungen im Hinblick auf eine Vitamin D-Behandlung für diese Einsatzgebiete gegeben werden“, fasst Professor Dr. med. Matthias M. Weber, Mediensprecher der DGE zusammen. Hinzu komme ein von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlicher Stoffwechselweg von Vitamin D im Körper: „Dieser Umstand könnte auch die teils widersprüchlichen Studienergebnisse erklären“, so Weber, der Leiter des Schwerpunkts Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universitätsmedizin Mainz ist.


Arzneimitteldosierung - Immer der Niere nach
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 11.02.2021
Arzneimittel stehen mit der Niere in zweierlei Beziehung: über die renale Elimination und ihr nephrotoxisches Potenzial. Was das für die Arzneimitteltherapiesicherheit bedeutet, erklärte Professor Dr. Martin Hug bei der Würzburger wissenschaftlichen Winterfortbildung (WwW) für Apotheker. Die Nieren sind Multifunktionsorgane: Sie dienen der Wasserausscheidung, regulieren Blutdruck und Säure-Base-Haushalt, produzieren Hormone und eliminieren toxische Substanzen – vor allem auch Arzneimittel. Für die Arzneimitteltherapiesicherheit sind die Nieren daher von großer Bedeutung, wie der Direktor der Apotheke des Universitätsklinikums Freiburg bei der Online-Fortbildung deutlich machte. »Bei eingeschränkter Nierenfunktion können renal eliminierte Arzneistoffe akkumulieren«, erklärte er. In der Folge könnten sich unerwünschte Arzneimittelwirkungen verstärken. Dies ist bei manchen Arzneistoffen ausgeprägter und kann durch eine Anpassung der Dosis oftmals verhindert werden. Zur Dosisanpassung bei eingeschränkter Nierenfunktion kann mithilfe der sogenannten Dettli-Formel die individuelle Eliminationskapazität für einen Wirkstoff berechnet werden. Dafür werden die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und der Q0-Wert benötigt. »Der Q0-Wert beschreibt den Anteil eines Wirkstoffs, der extrarenal eliminiert wird. Bei einem Q0-Wert von 1 wird der Arzneistoff vollständig extrarenal eliminiert. Beträgt der Wert 0, wird der Arzneistoff zu 100 Prozent renal eliminiert«, erklärte Hug. Der Wert ist für viele Arzneimittel bekannt. Besonders wichtig ist eine Dosisanpassung bei einem Q0-Wert unter 0,5. Beispiele für Arzneistoffe, bei denen eine Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz nötig ist, sind Metformin, Methotrexat oder Glimepirid.
   

 

EU-Zulassung für Fedratinibn- Neuer Wirkstoff bei Myelofibrose
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 11.02.2021
Celgene, ein Tochterunternehmen von Bristol-Myers-Squibb (BMS), hat die EU-Zulassung für den neuen Kinasehemmer Fedratinib (Inrebic®) erhalten. Es sei die erste neue Therapieoption für Patienten mit Myelofibrose seit fast zehn Jahren. Indiziert ist Fedratinib zur Behandlung der krankheitsbedingten Splenomegalie (Milzvergrößerung) oder Symptomatik bei erwachsenen Patienten mit primärer Myelofibrose (MF), Post-Polycythaemia Vera-Myelofibrose (Post-PV-MF) oder Post-Essenzieller Thrombozythämie-Myelofibrose (Post-ET-MF), die noch keinen Januskinase (JAK)-Inhibitor erhalten haben oder bereits mit Ruxolitinib (Jakavi® von Novartis) vorbehandelt sind. »Myelofibrose ist eine schwere, oft stark beeinträchtigende Erkrankung des Knochenmarks, für die es fast zehn Jahre lang nur eine zugelassene Therapieoption gab«, erklärt Dr. Claire Harrison, Prüfärztin und Professorin für Hämatologie beim Guy's and St. Thomas' NHS Foundation Trust in London/UK, in einer Pressemitteilung des Herstellers. Jedes Jahr bekommen demnach etwa einer von 100.000 Menschen in der EU die Diagnose Myelofibrose – eine seltene, aber schwere Erkrankung. Einziges zugelassenes Medikament war bislang der JAK-1/2-Inhibitor Ruxolitinib, der seit 2012 in Deutschland auf dem Markt ist, doch nicht bei allen Patienten spricht die Therapie damit an oder sie vertragen das Medikament. Für sie kommt nun Fedratinib als Alternative in Betracht.

Protein schützt Niere vor Schäden durch Krebstherapie/Geförderte Nachwuchswissenschaftlerin stellt Ergebnisse vor

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 10.02,2021

 

Melbourne, Australien (chw) – Dr. Kerstin Brinkmann, ehemalige Stipendiatin des Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramms der Deutschen Krebshilfe, hat die Ergebnisse ihrer Arbeiten im Fachmagazin The EMBO Journal veröffentlicht. In Laborversuchen konnte Brinkmann zeigen, dass das Protein mit dem kryptischen Namen BCL-XL die Nieren vor Schädigungen durch eine Krebstherapie schützt. Mit ihrem Career Development Programm fördert die Deutsche Krebshilfe den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Onkologie. Dazu zählt auch das Mildred-Scheel-Postdoktorandenprogramm, an dem die Biologin Dr. Kerstin Brinkmann von 2015 bis 2017 teilgenommen hat. Bis heute forscht sie am „The Walter and Eliza Hall Institute of Medical Research“ (WEHI) in Melbourne, Australien, an Überlebensstrategien von Tumorzellen. Nun hat sie Ergebnisse ihrer Arbeiten zum Protein BCL-XL veröffentlicht.

 


COVID-19: Dialysepatienten haben deutlich erhöhtes Sterberisiko

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 05.02.2021

 

Infektionen mit SARS-CoV-2 führen bei Dialysepatienten häufig zu schweren Erkrankungen an COVID-19. In einer bevölkerungsbasierten Studie im Canadian Medical Association Journal (2021; DOI: 10.1503/cmaj.202601) endete jede 4. Infektion tödlich. Dialysepatienten haben oft mehrere Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19. Die meisten haben ein höheres Alter, bei vielen ist ein langjähriger Diabetes die Ursache für das chronische Nieren­versagen, zu dessen Folgen auch kardiale Erkrankungen gehören. Zugleich ist das Infektionsrisiko erhöht, da die Patienten bei den regelmäßigen Terminen mit anderen Risikopatienten zusammentreffen, oder sie wohnen in Pflegeheimen, in denen es häufiger zu Ausbrüchen kommt.


 

Neues RNAi-Therapeutikum - Lumasiran reduziert Oxalatüberschuss
Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 04.2021
Mit Lumasiran ist die erste Behandlungsoption für die seltene Erkrankung primäre Hyperoxalurie Typ 1 auf dem Markt. In den Studien erreichten mehr als die Hälfte der Patienten eine komplette Normalisierung ihrer Urin-Oxalat-Werte.  PH1 ist eine sehr seltene Erkrankung, die mit einer übermäßigen Oxalat-Produktion einhergeht. Ursache ist ein Defekt des peroxisomalen Enzyms Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT), das die Umwandlung von Glyoxylat zu Glycin in der Leber katalysiert. Beim Fehlen von AGT wird Glyoxylat in Oxalat umgewandelt, das sich als unlösliches Calciumsalz in der Niere und anderen Organen wie Knochen, Augen, Haut und Herz ablagert. Im Endstadium kann dies zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung und anderen systemischen Komplikationen führen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit begrenzt und umfassen Dialyse oder kombinierte Organtransplantationen von Leber und Nieren. Eine kleine Minderheit der Patienten spricht auf eine Vitamin B6-Therapie an.

Düstere Aussichten bei FMC wegen Corona - Gewinneinbruch erwartet

Quelle: Börse online, 02.02.2021

 

Die Corona-Krise wird beim Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) im laufenden Jahr für einen Gewinneinbruch sorgen. Für 2021 rechnet das Unternehmen mit einem Rückgang des Konzernergebnisses um bis zu 25 Prozent. Denn wegen der Pandemie sterben immer mehr Dialysepatienten von FMC an Covid-19. Diese Entwicklung habe sich im November und Dezember vor allem in Nordamerika und der Region EMEA - Europa, Mittlerer Osten und Afrika - signifikant beschleunigt "und zu einer Übersterblichkeit von 10.000 Patientinnen und Patienten im Vergleich zum Niveau vor Beginn der Pandemie geführt", teilte FMC am späten Montagabend mit. Belastend wirkten zudem höhere Kosten für Schutzausrüstung in den Dialysekliniken sowie eine höhere Bezahlung für die Mitarbeiter in Isolierstationen. 2020 hätten diese Kosten durch staatliche Unterstützung noch weitgehend kompensiert werden können.

 


Diastolische Herzschwäche: Diagnostik mit Echtzeit-MRT kann Alternative zur Herzkatheter-Untersuchung sein

Quelle: Informartionsdienst Wissenschaft, 20.01.2021

 

Die diastolische Herzschwäche kann mithilfe einer neu entwickelten Magnetresonanztomographie (MRT)-Technologie zuverlässig erkannt werden, zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Standort Göttingen. Bislang war das nur mit einer invasiven Herzkatheter-Untersuchung möglich, die für die Patienten sehr belastend ist. Bei einer diastolischen Herzschwäche, die auch Heart failure with preserved ejecton fraction (HFpEF) genannt wird, bleibt die Pumpkraft des Herzens erhalten, aber die linke Herzkammer ist steif und füllt sich nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut. Die Patienten leiden unter Atemnot, Wassereinlagerungen und sind körperlich zunehmend weniger leistungsfähig. Mit nicht-invasiven Methoden, wie einer Ultraschalluntersuchung, war die HFpEF bisher schwer zu diagnostizieren und wurde oft erst spät erkannt.

 


DGfN launcht Impfkampagne: Eine SARS-COV-2-Infektion stellt für Dialyepatienten ein besonders hohes Risiko dar

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.01.2021

 

Mit der Kampagne „Fair denken! Denn die Impfung schützt uns alle“ möchte die DGfN bei Dialysepatientinnen/-patienten, beim Pflegepersonal in nephrologischen Zentren sowie den behandelnden Ärztinnen/Ärzten für eine hohe Impfbereitschaft werben. Dialysepatienten sind wie kaum eine andere Patientengruppe durch die Viruserkrankung gefährdet und müssen an drei Tagen pro Woche zur Behandlung in ein Dialysezentrum kommen, können sich also nicht isolieren. Die DGfN hält es daher für dringend erforderlich, Dialysepatienten bei der Impfung zu priorisieren, und bittet die Gesundheitsministerien der Länder, die Öffnungsklausel in der „Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung“ entsprechend zu nutzen. Dialysepatientinnen/-patienten haben eine COVID-19-Sterblichkeit von über 25%. Das zeigten internationale Daten sowie die Zwischenauswertungen des COVID-19-Registers der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) [1]. „Das ist eine dramatisch hohe Sterblichkeit“, erklärt Professor Dr. Julia Weinmann-Menke, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN). „Da es derzeit keine wirksame COVID-19-Therapie gibt, ist die Impfung gegen SARS-CoV-2 für diese Hochrisikopatienten und ihr Umfeld von besonderer Wichtigkeit.“ Wie die Expertin ausführt, gibt es aber auch unter den Dialysepatienten sowie unter dem medizinischen Personal, das sie versorgt, einige, die durch die verschiedenen Narrative von Impfgegenern verunsichert sind und der Coronaimpfung skeptisch gegenüberstehen. „Wir nehmen diese Sorgen ernst und stellen auf unserer Internetseite www.fairdenken-impfen.de Informationen zur Verfügung. Besonders aufschlussreich ist ein Video, in dem Prof. Matthias Girndt, Halle/Saale, Leiter der Kommission Hygiene und Infektionsprävention der DGfN, erklärt, wie die Impfung funktioniert, und die gängigen Sorgen aufgreift und wissenschaftlich beleuchtet.“ Zudem bietet der Auftritt ein Kontaktformular, über das jeder Fragen zur Impfung an die Experten richten kann.

 


Infektionsrisiken nach einer Transplantation vermeiden

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 16.01.2021

 

Nach Organ- oder Stammzelltransplantation haben Patientinnen und Patienten ein hohes Risiko für schwere Infektionen. Die Zahl dieser Komplikationen ist groß, doch über die Zusammenhänge zwischen Transplantation und Infektionen ist bisher zu wenig bekannt. Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) wurde eine Kohorte etabliert, die eine exzellente Grundlage für Forschungen in diesem Problembereich bietet: Die Transplantationskohorte des DZIF stellt umfassende medizinische Daten und biologische Proben von transplantierten Patienten in ganz Deutschland zur Verfügung. Die DZIF-Transplantationskohorte, die seit 2014 eingerichtet wird, enthält derzeit 21.025 Blutproben und 6.605 weitere Bioproben; insgesamt konnten bisher 1.661 Patientinnen und Patienten in die Datenbank aufgenommen werden. Dazu gehören Empfänger von Organen wie Herz, Nieren, Leber, Bauchspeicheldrüse sowie von Stammzellen. Sie alle sind nach einer Transplantation durch Krankheitserreger hochgradig gefährdet, da ihre Immunabwehr unterdrückt wird, um das neue Organ vor Abstoßung zu schützen. Daten aus anderen Registerstudien wie der Swiss Transplant Cohort Study zeigen, dass Infektionen bei bis zu 52 Prozent aller Todesfälle nach einer Organtransplantation als ursächlich gelten.


Neue Mindestmengen gelten bei Eingriffen an der Speiseröhre und bei der Versorgung von untergewichtigen Frühgeborenen – Vorgabe bei Nierentransplantation bestätigt

Quelle: Pressemitteilung - Gemeinsamer Bundesausschuss gemäß § 91 SGB V Seite 1 von 4   Nr. 73/ 2020

 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat seine Mindestmengenregelungen für komplexe Eingriffe überarbeitet. Bei Nierentransplantationen (inkl. Lebendspende) bestätigte der G-BA die bisherige Vorgabe von mindestens 25 Eingriffen pro Jahr und Krankenhausstandort. Der G-BA berücksichtigt bei seinen Mindestmengenregelungen den wissenschaftlich nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Eingriffs. Um Patienten sicherer und risikoärmer zu behandeln, sollen besonders schwierige planbare Eingriffe nur in jenen Kliniken vorgenommen werden, die damit ausreichend Erfahrung haben. Konnten Krankenhäuser wegen der Corona-Pandemie nachweislich bestimmte planbare Eingriffe nicht vornehmen, können sie dies bei der Prüfung, ob für das Folgejahr die Mindestmenge erreicht werden kann, geltend machen: Um betroffenen Krankenhäusern Planungs- und Rechtssicherheit zu gewähren, bewertet der G-BA die Corona-Pandemie als „weiteren Umstand“ gemäß § 4 Absatz 2 Satz 3 und 4 der Mindestmengenregelungen, der im Rahmen einer Prognose der berechtigt zu erwartenden Eingriffe berücksichtigt wird. Die Änderungen der Mindestmengenregelungen treten nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 1. Januar 2021 in Kraft.


Zystennieren: Studie untersucht Ernährung als Schlüsselfaktor bei Nierenerkrankung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 12.01.2021

 

An der Kölner Universität und Uniklinik startet eine klinische Studie, die eine ketogene Diät bei Patienten mit polyzystischen Nieren untersucht / Unterstützt wird die Studie von der amerikanischen PKD Foundation (polycystic kidney disease) Ein Kölner Forschungsteam startet eine Studie zur ketogenen Ernährung bei Patienten, die von der vererbbaren polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD, Zystennieren) betroffen sind. Eine ketogene Diät zeichnet sich durch eine kohlenhydrat- und zuckerarme, aber fettreiche Ernährung aus. Unter der Leitung von Prof. Dr. Roman-Ulrich Müller, Oberarzt der Klinik II für Innere Medizin der Uniklinik Köln und Forschungsgruppenleiter am Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD sowie am Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), und Dr. Franziska Grundmann, Oberärztin und Leiterin des Studienzentrums der Klinik II für Innere Medizin, startet die „First in Men“ – Translationale Studie Keto-ADPKD mit 63 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern.


Zuteilung von COVID-19-Impfstoffen

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie 12.01.2021

 

Dialysepatienten können nun auch mit höchster Priorität geimpft werden! Die DGfN hat sich bei der STIKO und auf politischer Ebene dafür stark gemacht, dass Dialysepatientinnen und -patienten aufgrund ihrer Vulnerabilität bei der Impfung gegen SARS-CoV-2 zur Gruppe mit höchster Impfpriorisierung zählen. Am 8. Januar 2021 wurde lt. STIKO dank „Hinweisen der DGfN und weiterer Fachgesellschaften“ eine Öffnung der Priorisierungskategorien in die Empfehlungen zur Impfung gegen Covid19 aufgenommen. Im „Beschluss der STIKO zur 1. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung“/“STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung, Aktualisierung am 8. Januar 2021“ heißt es: Bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO können nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden. Deshalb sind Einzelfallentscheidungen möglich. Es obliegt den für die Impfung Verantwortlichen, Personen, die nicht explizit genannt sind, in die jeweilige Priorisierungskategorie einzuordnen. Dies betrifft z. B. Personen mit seltenen, schweren Vorerkrankungen, für die bisher zwar keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz bzgl. des Verlaufes einer COVID-19-Erkrankung vorliegt, für die aber ein erhöhtes Risiko angenommen werden kann.


Zahlen der Organspende 2020

Quelle: Deutsche Stitftung Organspende Pressemitteilung, 14.01.2021

 

Im Jahr 2020 haben in Deutschland 913 Menschen nach dem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. Das entspricht 11,0 Spendern pro eine Million Einwohner, meldet die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Damit liegen die Organspendezahlen trotz des von der Coronavirus-Pandemie geprägten Jahres in etwa auf dem Niveau von 2019 (932 Organspender; 11,2 Spender pro Million Einwohner). Im zurückliegenden Jahr konnten 2.941 hierzulande postmortal entnommene Organe durch die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) an Patienten auf den Wartelisten zugewiesen werden; nur ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr zuvor (2019: 2995 Organe). Dazu zählten 1.447 Nieren, 746 Lebern, 342 Lungen, 320 Herzen, 79 Bauchspeicheldrüsen sowie 7 Därme. Jeder der 913 Spender hat somit durchschnittlich mehr als drei schwerkranken Patienten die Chance auf ein neues Leben ermöglicht. Die Kontakte der Entnahmekrankenhäuser zur DSO haben 2020 im Vergleich zu 2019 um 2,5 Prozent weiter zugenommen und lagen bei 3.099 (2019: 3.023). In den 46 deutschen Transplantationszentren wurden im vergangenen Jahr 3.016 Organe nach postmortaler Spende übertragen, das sind 176 Organe weniger als in 2019. Ingesamt erhielten hierzulande 2.845 Empfänger ein oder mehrere Organe. Zum Vergleich: Die Zahl der Patienten, die in Deutschland Ende 2020 auf der Warteliste für eine Transplantation standen, lag bei rund 9.200. Saarland Standort der Homepage:  2020 haben insgesamt 22 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. 2019 hatte die DSO 19 Organspender im Saarland registriert. Nach den vorläufigen Zahlen wurden 65 Organe übertragen, 2019 waren es 71 Organe gewesen. Im zurückliegenden Jahr konnten den vorläufigen Zahlen zufolge 73 nach dem Tod der Spender („postmortal“) entnommene Organe aus dem Saarland der internationalen Vermittlungsstelle Eurotransplant zugewiesen werden. Laut DSO waren das mehr als 2019, wo 64 Organe aus dem Saarland weitergegeben wurden. Am häufigsten wurden Nieren gespendet, gefolgt von Lebern, Lungen, Herzen und weiteren Organen.

 

Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) veröffentlicht Jahreszahlen 2020: 3.029 Mal stimmten Spender:innen bzw. Angehörige im vergangenen Jahr der Spende von Geweben, wie Augenhornhaut, Herzklappen und Blutgefäßen und Amnion (Plazenta) zu. Insgesamt vermittelte die DGFG 6.268 Gewebetransplantate an Patient:innen deutschlandweit. Die Zustimmungsquote zu einer Gewebespende lag bei rund 41 Prozent. 41.327 Meldungen über potenzielle Spender:innen prüften Gewebespende Koordinator:innen der DGFG auf medizinische Kontraindikationen und andere Ausschlussgründe. 7.441 Gespräche mit Angehörigen (bzw. Lebendspender:innen) gingen daraus hervor, in denen die Koordinator:innen über die Möglichkeit der Gewebespende informierten. 3.029 Mal wurde einer Spende von Geweben zugestimmt (2019: 3.007). 5.938 Gewebepräparate konnten aus den realisierten Spenden für die Versorgung von Patient:innen in ganz Deutschland gewonnen werden. Am Spende stärksten zeigten sich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (471 Spender:innen), Mecklenburg-Vorpommern (340 Spender:innen) und Sachsen (320 Spender:innen). nsgesamt wurden 537 Herzklappen und Blutgefäße (kardiovaskuläres Gewebe) in 2020 gespendet; in 2019 waren es 584. Erfolgreich zur Transplantation vermittelt wurden in diesem Jahr 164 Herzklappen und 102 Gefäße. 3.962 Patient:innen konnte die DGFG in 2020 mit einem Augenhornhauttransplantat zur Wiederherstellung oder dem Erhalt ihrer Sehkraft versorgen. Im Durchschnitt werden pro Jahr rund 7.000 Hornhauttransplantationen in Deutschland durchgeführt. 


Subtypen bei Vorstufe des Diabetes entdeckt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 04.01.2021

Prädiabetes ist nicht gleich Prädiabetes: Bei Menschen im Vorstadium des Typ-2-Diabetes gibt es sechs klar abgrenzbare Subtypen, die sich in der Krankheitsentstehung, dem Risiko für Diabetes und der Entwicklung von Folgeerkrankungen unterschieden. Das zeigt eine Studie des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen, des Universitätsklinikums Tübingen und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). Die Ergebnisse sind jetzt in ´Nature Medicine´ erschienen.


Steckbrief Hydrochlorothiazid

Quelle: Pharmarzeutische Zeitung, 16.12.2020

Der Prototyp und immer noch die Nummer 1 unter den Thiazid-Diuretika ist Hydrochlorothiazid (HCT). Es ist der klassische Kombipartner für ACE-Hemmer und Sartane in der Hypertonie-Therapie – trotz zahlreicher Risiken und Wechselwirkungen.  Wofür wird Hydrochlorothiazid eingesetzt? Einsatzgebiete von HCT sind die arterielle Hypertonie, kardiale, hepatische und renale Ödeme und in Kombination mit ACE-Hemmern die chronische Herzinsuffizienz. Nur noch selten wird das Diuretikum als Monotherapie genutzt. In der Regel wird es kombiniert mit ACE-Hemmern, Betablockern, Calciumkanalblockern, kaliumsparenden Diuretika, Sartanen oder Renin-Inhibitoren. Die notierten 27 Fälle zeigen, dass Reinfektionen mit dem neuen Coronavirus tatsächlich sehr selten sind. Schließlich zählt die Johns-Hopkins-Universität aktuell weltweit mehr als 73 Millionen Infektionen mit dem Erreger. Und alles andere hätte auch überrascht. Denn unter normalen Umständen induziert das Virus eine stabile Immunantwort, die denjenigen, der einmal infiziert wurde, in der Regel vor einer Reinfektion schützt.

 


Spezielle Beschichtung von Venenkathetern könnte eine Infektion mit Staphylococcus aureus verringern

Quelle: Informationsdienst Wissenshaft, 14.12.2020

 

Bakterien wie Staphylococcus aureus, einem häufigen Verursacher von Krankenhausinfektionen, gelten als eines der größten Gesundheitsrisiken der Zukunft. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes ist es gelungen, eine spezielle Beschichtung für Zentrale Venenkatheter zu finden, die die Anhaftung solcher Bakterien reduzieren. Ihre wegweisenden Erkenntnisse haben sie in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht. Zentrale Venenkatheter (ZVK) werden häufig zur Verabreichung von Medikamenten am Patienten angewandt und sind einer der häufigsten Infektionsherde für eine Staphylokokken-Infektion, insbesondere auf Intensivstationen. Verbreiten sich die Bakterien von hier aus im gesamten Blutkreislauf, kann es vielerorts zu Entzündungsreaktionen im Körper kommen, die lebensbedrohlich sein können.  „Medikamentös sind diese Infektionen schwierig zu behandeln und erfordern in der Regel die Entfernung des ZVKs. Damit wird aber auch die Medikamenten- und Nährstoffversorgung des Intensivpatienten deutlich erschwert“, erklärt Prof. Dr. Dr. Sören Becker, Institutsdirektor am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene (IMMH) und einer der Autoren des Fachartikels, der nun erschienen ist. Beschichtet man die Katheteroberfläche allerdings mit Blutplasma-Proteinen, können sich die Bakterien schwieriger an der Oberfläche halten, haben Gubesh Gunaratnam, Doktorand am IMMH, und seine Kolleginnen und Kollegen festgestellt. Dies könnte eine Grundlage sein, um bereits speziell beschichtete Katheter herzustellen und somit das Infektionsrisiko vorab zu reduzieren.


Neue Genfunktion - Stammzelldifferenzierung und Organerhalt wird über Fettstoffwechsel gesteuert

Quelle: Informationsdienst Wissenscaft, 14.12.2020

 

 

Der Erhalt und die Regeneration von Geweben lässt im Alter nach. Am Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena werden Gene gesucht, die diese Prozesse steuern. Hierzu werden Plattwürmer genutzt, da sie eine unsterbliche Regenerationsfähigkeit besitzen. Jüngste Arbeiten zeigen eine neue Funktion des Tnfaip2-Gens, das die Stammzellen zur Bildung von differenzierten Organzellen befähigt, indem es den Fettstoffwechsel aktiviert. Bei Verlust des Gens verlieren Plattwürmer ihre unsterblichen Fähigkeiten des Organerhalts und der Regeneration. Störungen des Fettstoffwechsels könnten auch zum Verlust des Organerhalts im Alter und zur Entstehung von Krebs beitragen.Jena. Als Fettstoffwechsel (Lipidstoffwechsel) wird der Auf- und Abbau sowie die Verdauung und der Transport von Fetten in einem Organismus bezeichnet. Dieser Prozess wird mehr und mehr als ein wichtiger Schlüsselprozess erkannt, der auch den Erhalt und die Differenzierung von Stammzellen beeinflussen könnte. So wurde bereits gezeigt, dass der Fettstoffwechsel für den Erhalt von Stammzellen des Blutes wichtig ist.  Man geht davon aus, dass Zwischenprodukte des Fettstoffwechsels, sogenannte Lipidmetabolite, zur Differenzierung von Stammzellen beitragen. Die Differenzierung von Stammzellen ist von grundlegender Bedeutung, um differenzierte Organzellen zu produzieren (z.B. Haut-, Blut- und Nervenzellen). Doch welche genetischen Faktoren zur Differenzierung von Stammzellen über eine Kontrolle des Fettstoffwechsels beitragen, ist noch nicht ausreichend bekannt. Dies könnte aber von grundlegender Bedeutung sein, um zu verstehen, wie Veränderungen im Fettstoffwechsel zur Krankheitsentstehung führen, z.B. zum Verlust des Organerhalts während des Alterns oder zur Entstehung von Krebs.


Herztransplantation in Zeiten der COVID 19-Pandemie

Quelle: informationsdienst Wissenschaft, 10.12.2020

Trotz Corona: Bis dato kein deutlicher Rückgang bei der Organspende. Erfreulicherweise ist die Organspende im Zusammenhang mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie in Deutschland nicht massiv zurückgegangen. Lagen die Spenderzahlen im Januar und Februar noch um fast 30 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2019, reduzierte sich dieser Zuwachs auf 1,7 Prozent bis Ende September. Wie dieser Trend sich bis zum Ende des Jahres 2020 fortsetzen wird, kann erst am Ende des Jahres beurteilt werden. Nach aktuellen Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wurden bis November 2020 bereits insgesamt 278 Herzen postmortal in Deutschland gespendet. „Nach dem Negativrekordjahr 2017 mit nur 257 transplantierten Herzen konnte im Jahr 2019 ein Anstieg auf 333 Herztransplantationen verzeichnet werden. Nach jetzigem Stand ist davon auszugehen, dass trotz der aktuellen Umstände kein gravierender Rückgang für 2020 zu erwarten ist“, erklärt Prof. Dr. Jan Gummert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG).


Herztransplantationen: Erfolgsaussichten steigen mit höheren Fallzahlen

Quelle: Informationsdient Wissenschaft, 10.11.2020

 

Herztransplantationen: Erfolgsaussichten steigen mit höheren Fallzahlen. In Kliniken, in denen Herzen häufiger transplantiert werden, stehen die Überlebenschancen für die Operierten besser. In Kliniken, in denen Herzen häufiger transplantiert werden, stehen die Überlebenschancen für die Operierten besser. In einer Reihe von Prüfaufträgen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erteilt hat, geht es um die Frage, ob bei bestimmten Operationen ein Zusammenhang zwischen der Menge der pro Krankenhaus erbrachten Leistung und der Qualität des Behandlungsergebnisses nachweisbar ist. Für Herztransplantationen liegt nun der Rapid Report des IQWiG vor. Danach ist bei Herztransplantationen bei Erwachsenen ein positiver Zusammenhang zwischen der Leistungsmenge und der Qualität des Behandlungsergebnisses ableitbar: In Krankenhäusern mit höheren Fallzahlen versterben sowohl im direkten Zusammenhang mit dem Eingriff als auch insgesamt weniger der Transplantierten. Jedoch weisen die in die Untersuchung eingeschlossenen drei Beobachtungsstudien nur eine niedrige Aussagekraft der Ergebnisse auf.

 


Aus dem COVID-19 Vaccine FAQ Sheet der American Society of Transplantation (AST)

Quelle:  American Society of Transplantation – AST, 08.12.2020

Bevor hierzulande in den kommenden Tagen über die Empfehlungen  der STIKO des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den Corona-Impfungen abgestimmt wird, möchten wir hier schon einmal auszugsweise als Übersetzung wiedergeben, welche Antworten die American Society of Transplantation (AST) für die Transplantationsexperten in den USA bereitgestellt hat.


Immunsupprimierte Patienten und SARS-CoV-2-Impfung

Quelle: Deutsche Transplantationsgesellschaft, 05.12.2020

 

“Nachdem die offiziellen Ergebnisse der SARS-CoV-2 Impfstudien noch nicht publiziert sind, aber auch organtransplantierte Probanden explizit von diesen Studien ausgeschlossen waren, kann in Ermangelung von Erfahrungen eine bisherige Einschätzung ausschließlich auf theoretischen Überlegungen beruhen (Prof. Schulz, Virologie MHH): Immunsupprimierte Patienten sollen aus Sicherheitsgründen voraussichtlich mit einem Impfstoff, der kein replikationsfähiges Virus enthält, geimpft werden. Die auf viraler mRNA basierenden Impfstoffe (BioNTech/Pfizer, Moderna, Curevac) sollten deshalb für einen Immunsupprimierten kein Problem darstellen, sie enthalten oder produzieren kein replikationsfähiges Virus. Ob das Spektrum an Nebenwirkungen bei immunsupprimierten Patienten anders sein wird als bei Immungesunden, ist für die RNA-basierten Impfstoffe nicht zu erwarten, aber derzeit unklar. Anders sieht dies bei Impfstoffen aus, die einen viralen Vektor benutzen, wie z.B. der in Oxford entwickelte, von AstraZeneca vertriebene Impfstoff, der auf einem Schimpansen Adenovirus (ChADV) beruht, der von Johnson & Johnson entwickelte auf dem ADV26 basierende Impfstoff oder der durch die Presse gegangene in Russland entwickelte Impfstoff, welcher ebenfalls auf einem rekombinanten Adenovirus beruht und damit für transplantierte Patienten eher nicht geeignet erscheint. Unklar ist weiterhin, wie gut die Wirksamkeit der Impfstoffe bei immunsupprimierten Patienten sein wird. Aufgrund der starken Immunschwächung in der frühen Phase nach Transplantation empfehlen die meisten Transplantationszentren ihren Patienten eine erste Influenzaimpfung frühestens 6 Monate nach Transplantationsbeginn. Ob man dieses Zeitfenster jetzt aufgrund der Pandemie für eine SARS-CoV-2 Impfung verkürzen soll, ist unklar. Hierbei ist wie unter 4 ausgeführt zu berücksichtigen, dass offensichtlich nicht die Transplantation und Immunsuppression selbst einen unabhängigen Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf einer COVID-19-Infektion darstellt, sondern die gleichen Risikofaktoren wie in der Normalbevölkerung (Alter, Komorbiditäten etc.). Diese charakterisieren aber aufgrund ihrer Häufigkeit unter Organtransplantierten diese als Risikogruppe für einen ungünstigen Verlauf einer COVID-19-Erkrankung.

 


Mit neuem Biomarker zur zielgerichteten Nieren-Therapie: Forschergruppe gewinnt 1. Platz beim DIVI-Forschungspreis

Quelle: Informationsdient Wissenschaft, 03.12.2020

 

Der mit 4.000 Euro dotierte 1. Platz beim Forschungspreis „Experimentelle Forschung“ der DIVI-Stiftung geht im Jahr 2020 an ein internationales und interdisziplinäres Forschungsteam um Dr. med. Christian Nußhag, Nierenzentrum Heidelberg des Universitätsklinikums Heidelberg. Mit Unterstützung unter anderem von Prof. Dr. med. Martin Zeier sowie Prof. Dr. med. Christian Morath (Nierenzentrum Heidelberg am Universitätsklinikum Heidelberg), Prof. Dr. med. Markus Weigand (Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Heidelberg), Prof. Dr. med. Thorsten Brenner (Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen) und Prof. Dr. med. Jochen Reiser (Internal Medicine, Rush University Chicago) hat der junge Forscher einen neuen Biomarker getestet, mit dem sich der Krankheitsverlauf einer durch Blutvergiftung (Sepsis) ausgelösten akuten Nierenverletzung (AKI) besser prognostizieren lässt. Auch Angriffspunkte für eine Nieren-gerichtete Therapie könnten sich daraus ergeben. „Bisher gibt es keine ursächliche Therapie für die AKI, eine der häufigsten Komplikationen bei kritisch kranken Patienten überhaupt. Die Forschungsarbeit von Doktor Christian Nußhag bringt hier wichtige neue Erkenntnisse und wir freuen uns, seine Forschung dabei weiter unterstützen zu können“, sagte DIVI-Präsident Prof. Dr. med. Uwe Janssens bei der Preisverleihung im Rahmen des Online-Jahreskongresses DIVI20 virtuell der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).


Bempedoinsäure - Neuer oraler Lipidsenker
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 03.12.2020
Bempedoinsäure ist ein neuer Cholesterolsenker mit einem neuartigen Wirkmechanismus. Da er an einer anderen Stelle als die Statine in die Biosynthese von Cholesterol eingreift, soll er keine muskelbezogenen Nebenwirkungen haben. Seit November ist ein neuer Cholesterol-Synthesehemmer auf dem Markt: Bempedoinsäure ist als Monopräparat (Nilemdo® 180 mg Filmtabletten) sowie als Kombinationspräparat mit Ezetimib (Nustendi® 180 mg/10 mg Filmtabletten, beides Daiichi Sankyo) erhältlich. Die Präparate kommen bei erwachsenen Patienten mit primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie zum Einsatz, adjuvant zu einer Diät. Dabei können sie in Kombination mit einem Statin allein oder einem Statin plus anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten angewendet werden, deren LDL-Cholesterol-Zielwerte mit der maximal verträglichen Statin-Dosis nicht erreicht werden. Zudem können die Präparate als Monotherapie oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten eingesetzt werden, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen Statine kontraindiziert sind. Der Wirkmechanismus ist neu: Im Gegensatz zu Statinen ist Bempedoinsäure ein Prodrug, das in der Leber durch die langkettige Acyl-CoA-Synthetase-1 (ACSVL1) aktiviert wird. Der aktive Metabolit ETC-1002-CoA hemmt das Enzym Adenosintriphosphat-Citrat-Lyase (ACL). Dieses wandelt im Zytosol Citrat in Acetyl-CoA um, was wiederum eine zentrale Ausgangssubstanz für die Cholesterol-Biosynthese ist. Ähnlich wie bei den Statinen führt die Hemmung von ACL zu einer Hochregulation der hepatischen LDL-Rezeptoren; infolgedessen sinkt der LDL-C-Plasmaspiegel. Zusätzlich führt die ACL-Inhibition zu einer Suppression der Biosynthese von Fettsäuren in der Leber.

 

Hyperoxalurie - RNAi-Therapeutikum beseitigt Oxalat-Überschuss
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 02.12.2020
Die Europäische Kommission hat das RNA-Interferenz-Therapeutikum Lumasiran bei der seltenen Erbkrankheit Hyperoxalurie Typ 1 zugelassen. Es darf in allen Altersgruppen angewendet werden. Die primäre Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) ist eine sehr seltene Erkrankung, die mit einer übermäßigen Oxalat-Produktion einhergeht. Ursache ist ein Defekt des peroxisomalen Enzyms Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT), das die Umwandlung von Glyoxylat zu Glycin in der Leber katalysiert. Beim Fehlen von AGT wird Glyoxylat in Oxalat umgewandelt, das sich als unlösliches Calciumsalz in der Niere und anderen Organen wie Knochen, Augen, Haut und Herz ablagert. Im Endstadium kann dies zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung und anderen systemischen Komplikationen führen.  Die Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit begrenzt und umfassen Dialyse oder kombinierte Organtransplantationen von Leber und Nieren. Eine kleine Minderheit der Patienten spricht auf eine Vitamin B6-Therapie an. Zugelassene pharmakologische Therapien gab es bislang nicht.

Restless-Legs-Syndrom - Welche Medikamente helfen, welche verschlimmern?
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 27.11.2020
Über- und zugleich unterdiagnostiziert: Ein Restless-Legs-Syndrom ist nicht immer einfach zu erkennen. Zumal es Arzneistoffe gibt, die ähnliche Symptome auslösen können, und indizierte Dopaminergika bei zu hoher Dosierung ein RLS verschlimmern können. Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist gekennzeichnet durch Bewegungsdrang und-unruhe der Beine, oft begleitet von Spannungsgefühl und Kribbeln bis hin zum Schmerz. Die Symptome treten meist abends auf und lassen sich nur durch Bewegung lindern. 80 Prozent der Betroffenen haben Beinbewegungen im Schlaf (PLMD). »Bei den meisten ist das Syndrom so unterschwellig, dass sie es dem Arzt nicht sagen«, berichtete Dr. Markus Zieglmeier von der Apotheke des Klinikums München-Bogenhausen beim Heidelberger Web-Kongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Auch einige Erkrankungen können RLS-Symptome auslösen. Dazu zählen schwerer Eisenmangel und eine Eisenverteilungsstörung – diese ist möglichweise der Grund für die klare genetische Disposition beim idiopathischen RLS – sowie eine Urämie und dialysepflichtige Niereninsuffizienz. Nach einer Nierentransplantation verschwindet das Syndrom. RLS kann auch in der Schwangerschaft, bei Depression und Angststörungen auftreten.

Nieren-Puzzle für Fortgeschrittene

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.11.2020

 

Aus der Genexpression von Einzelzellen können Algorithmen nicht nur deren Ursprungsort im Gewebe rekonstruieren, sondern auch funktionelle Details ablesen. Das berichten die Teams um Kai Schmidt-Ott und Nikolaus Rajewsky im Fachjournal „JASN“ am Beispiel der Niere. Um herausfinden, was wann genau in einer bestimmten Zelle passiert, sehen sich Wissenschaftler*innen deren Transkriptom an – die Gesamtheit aller Gene, die zu einem konkreten Zeitpunkt abgelesen und in RNA umgeschrieben werden. Mit Hilfe der Einzelzell-RNA-Sequenzierung lassen sich heute die Expressionsprofile vieler Tausend Zellen parallel analysieren. Doch dazu müssen sie aus dem Zellverband herausgelöst werden. Die Information wo eine Zelle vorher im Gewebe saß, geht dabei verloren. Anhand der Genexpression lässt sich dies jedoch bioinformatisch rekonstruieren. „Wir wollten wissen, ob man Algorithmen nutzen kann, um neben einer Rekonstruktion der räumlichen Anordnung auch funktionelle Informationen aus den Einzelzellsequenzierungen zu gewinnen. Zum Beispiel über die Umgebungsbedingungen von Nierenzellen“, sagt Dr. Christian Hinze von der Arbeitsgruppe Molekulare und translationale Nierenforschung am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er ist Erstautor der Studie, die nun im „Journal of the American Society of Nephrology“ (JASN) erschienen ist.

 

 


Auf Hirn und Nieren: Zwei Sonderforschungsbereiche bewilligt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.11.2020

 

Neuer Sonderforschungsbereich zu Nierenerkrankungen am Universitätsklinikum Freiburg bewilligt / Verlängerung eines Sonderforschungsbereichs zur Hirnforschung / Insgesamt rund 24 Millionen Euro Förderung Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 26. November 2020 die Förderung eines neuen und eines bereits bestehenden Sonderforschungsbereichs (SFB) unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg bekannt gegeben. Neu bewilligt wurde der SFB 1453 „Nephrogenetik (NephGen)”, in dem Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen anhand genetischer Informationen nach Mechanismen für Nierenerkrankungen suchen. NephGen erhält für die kommenden vier Jahre 13,5 Millionen Euro. Für weitere vier Jahre gefördert wird der Sonderforschungsbereich/Transregio 167 „Entwicklung, Funktion und Potenzial von myeloiden Zellen im zentralen Nervensystem“ (NeuroMac), in dem die Immunzellen des menschlichen Gehirns untersucht werden. Hierfür werden rund 10,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wissenschaftler*innen des Universitätsklinikums Freiburg sind an ingesamt elf Sonderforschungsbereichen und Transregios beteiligt, in sechs davon stellen sie die Sprecher*innen.

 


Organspende: Kein Einbruch – trotz Pandemie

Quelle: Dtsch Arztebl 2020; 117(46): A-2220 / B-1883

 

Die Jahrestagung der Deutschen Stiftung Organtransplantation stand im Zeichen der gesetzlichen Novellierungen vom vergangenen Jahr, die durch strukturelle Änderungen die Erkennung von Spendern verbessern sollen. Es zeigte sich: Auch während der Krise denken die Kliniken an die Organspende. Trotz der COVID-19-Pandemie konnten in Deutschland bislang Organspende und Transplantationen ohne größere Einbrüche fortgeführt werden. Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern sind wir sehr gut durch die erste Welle gekommen“, sagte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel, beim 16. Jahreskongress der DSO, der aufgrund der Pandemie vom 3. bis 5. November virtuell stattfand.


Herzbericht: Weniger Sterbefälle durch Herzinfarkt und Herzschwäche – keine Entwarnung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.11.2020

 

Herzmedizinische Versorgung zeigt Wirkung, aber Gesamtsterblichkeit durch Herzkrankheiten anhaltend hoch. Die Sterblichkeit durch Herzkrankheiten insgesamt ist in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht gestiegen, wohingegen leichte Rückgänge bei Todesfällen durch Herzinfarkt und Herzschwäche zu verzeichnen sind. Die Anstiege zeigen sich bei den Herzklappenerkrankungen mit einer Zunahme um mehr als 1.500 auf 19.757 Sterbefälle (2018) und bei den Herzrhythmusstörungen um mehr als 800 auf 30.208 (2018) Gestorbene. Die Herzkrankheit mit der häufigsten Diagnose für eine Krankenhauseinweisung, die koronare Herzkrankheit (KHK), setzt nach einem Rückgang um über 1.600 Sterbefälle auf insgesamt 123.975 (2018) ihren positiven Trend fort und mit ihr der Herzinfarkt mit einer Abnahme um rund 760 Sterbefälle auf 46.207 Gestorbene (2018). „Dieser Rückgang ist erfreulich und lässt auf eine Verbesserung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung, verbesserte Präventionsmaßnahmen und mehr Kenntnisse der Bevölkerung über Herzkrankheiten schließen. Diese Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die koronare Herzkrankheit, die Grunderkrankung des Herzinfarkts, jährlich mit fast 626.000 Krankenhausaufnahmen und einer weiterhin hohen Sterblichkeit verbunden ist“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der Vorstellung des Deutschen Herzberichts 2019 (www.herzstiftung.de/herzbericht). Der Herzspezialist sieht dabei eine Verlagerung der KHK-Sterblichkeit mehr in die erkrankungskritischen älteren Bevölkerungsanteile bei Männern ab 55 Jahren und älter und bei Frauen ab 70 Jahren und älter: „Über die zweifelsohne erfolgreiche Apparatemedizin hinaus muss viel mehr in die kardiovaskuläre Vorsorge investiert werden.“ Neben Alter und Genetik verursachen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Übergewicht die KHK und den Herzinfarkt. Diese Risikofaktoren sind mit Lebensstiländerungen auch zusätzlich zur Therapie gut beeinflussbar. „Diesen Hebel müssen wir mit Hilfe von Präventionsprogrammen noch stärker nutzen. Prävention braucht aber auch mehr Gewicht in der Politik“, fordert Herzstiftungs-Vorstand Voigtländer.


Bessere Diagnose von chronischer Niereninsuffizienz - Cystatin C bei risikoarmen Patienten genauer als Kreatinin

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 09.11.2020

 

 

Chronische Nierenerkrankungen (chronic kidney disease) gelten als weltweites Gesundheitsproblem und betreffen einen großen Teil der erwachsenen Bevölkerung. Die Erkrankung ist häufig Folge von Diabetes oder Bluthochdruck und gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt oder Schlaganfall. In einer Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ulmer Universitätsmedizin und dem Deutschen Herzzentrum der Technischen Universität München gezeigt, dass eine auf dem Marker Cystatin C-basierende Messmethode unter bestimmten Umständen genauer sein kann, als die bislang verwendete Messung mittels Kreatinin. Veröffentlicht wurde die Arbeit im Fachjournal BMC Medicine. Bislang gilt das Stoffwechselprodukt Kreatinin als Hauptmarker für die Nierenfunktion. Reichert sich die Substanz, die normalerweise über den Urin ausgeschieden wird, im Blut an, kann eine chronische Nierenerkrankung vorliegen. Jedoch variiert die Genauigkeit der Messmethode mit dem Alter, dem Geschlecht und der Muskelmasse der Testpersonen. Vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten ist die Methode mit Einschränkungen verbunden und in den Diagnose-Grenzbereichen einer chronischen Nierenfunktion sehr fehleranfällig.