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Letzte aktuallisierung des des Presseschau: 04.12.2020


Archiv


Mit neuem Biomarker zur zielgerichteten Nieren-Therapie: Forschergruppe gewinnt 1. Platz beim DIVI-Forschungspreis

Quelle: Informationsdient Wissenschaft, 03.12.2020

 

Der mit 4.000 Euro dotierte 1. Platz beim Forschungspreis „Experimentelle Forschung“ der DIVI-Stiftung geht im Jahr 2020 an ein internationales und interdisziplinäres Forschungsteam um Dr. med. Christian Nußhag, Nierenzentrum Heidelberg des Universitätsklinikums Heidelberg. Mit Unterstützung unter anderem von Prof. Dr. med. Martin Zeier sowie Prof. Dr. med. Christian Morath (Nierenzentrum Heidelberg am Universitätsklinikum Heidelberg), Prof. Dr. med. Markus Weigand (Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Heidelberg), Prof. Dr. med. Thorsten Brenner (Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen) und Prof. Dr. med. Jochen Reiser (Internal Medicine, Rush University Chicago) hat der junge Forscher einen neuen Biomarker getestet, mit dem sich der Krankheitsverlauf einer durch Blutvergiftung (Sepsis) ausgelösten akuten Nierenverletzung (AKI) besser prognostizieren lässt. Auch Angriffspunkte für eine Nieren-gerichtete Therapie könnten sich daraus ergeben. „Bisher gibt es keine ursächliche Therapie für die AKI, eine der häufigsten Komplikationen bei kritisch kranken Patienten überhaupt. Die Forschungsarbeit von Doktor Christian Nußhag bringt hier wichtige neue Erkenntnisse und wir freuen uns, seine Forschung dabei weiter unterstützen zu können“, sagte DIVI-Präsident Prof. Dr. med. Uwe Janssens bei der Preisverleihung im Rahmen des Online-Jahreskongresses DIVI20 virtuell der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).


Bempedoinsäure - Neuer oraler Lipidsenker
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 03.12.2020
Bempedoinsäure ist ein neuer Cholesterolsenker mit einem neuartigen Wirkmechanismus. Da er an einer anderen Stelle als die Statine in die Biosynthese von Cholesterol eingreift, soll er keine muskelbezogenen Nebenwirkungen haben. Seit November ist ein neuer Cholesterol-Synthesehemmer auf dem Markt: Bempedoinsäure ist als Monopräparat (Nilemdo® 180 mg Filmtabletten) sowie als Kombinationspräparat mit Ezetimib (Nustendi® 180 mg/10 mg Filmtabletten, beides Daiichi Sankyo) erhältlich. Die Präparate kommen bei erwachsenen Patienten mit primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie zum Einsatz, adjuvant zu einer Diät. Dabei können sie in Kombination mit einem Statin allein oder einem Statin plus anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten angewendet werden, deren LDL-Cholesterol-Zielwerte mit der maximal verträglichen Statin-Dosis nicht erreicht werden. Zudem können die Präparate als Monotherapie oder in Kombination mit anderen lipidsenkenden Therapien bei Patienten eingesetzt werden, die eine Statin-Intoleranz aufweisen oder bei denen Statine kontraindiziert sind. Der Wirkmechanismus ist neu: Im Gegensatz zu Statinen ist Bempedoinsäure ein Prodrug, das in der Leber durch die langkettige Acyl-CoA-Synthetase-1 (ACSVL1) aktiviert wird. Der aktive Metabolit ETC-1002-CoA hemmt das Enzym Adenosintriphosphat-Citrat-Lyase (ACL). Dieses wandelt im Zytosol Citrat in Acetyl-CoA um, was wiederum eine zentrale Ausgangssubstanz für die Cholesterol-Biosynthese ist. Ähnlich wie bei den Statinen führt die Hemmung von ACL zu einer Hochregulation der hepatischen LDL-Rezeptoren; infolgedessen sinkt der LDL-C-Plasmaspiegel. Zusätzlich führt die ACL-Inhibition zu einer Suppression der Biosynthese von Fettsäuren in der Leber.

 

Hyperoxalurie - RNAi-Therapeutikum beseitigt Oxalat-Überschuss
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 02.12.2020
Die Europäische Kommission hat das RNA-Interferenz-Therapeutikum Lumasiran bei der seltenen Erbkrankheit Hyperoxalurie Typ 1 zugelassen. Es darf in allen Altersgruppen angewendet werden. Die primäre Hyperoxalurie Typ 1 (PH1) ist eine sehr seltene Erkrankung, die mit einer übermäßigen Oxalat-Produktion einhergeht. Ursache ist ein Defekt des peroxisomalen Enzyms Alanin-Glyoxylat-Aminotransferase (AGT), das die Umwandlung von Glyoxylat zu Glycin in der Leber katalysiert. Beim Fehlen von AGT wird Glyoxylat in Oxalat umgewandelt, das sich als unlösliches Calciumsalz in der Niere und anderen Organen wie Knochen, Augen, Haut und Herz ablagert. Im Endstadium kann dies zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung und anderen systemischen Komplikationen führen.  Die Behandlungsmöglichkeiten sind derzeit begrenzt und umfassen Dialyse oder kombinierte Organtransplantationen von Leber und Nieren. Eine kleine Minderheit der Patienten spricht auf eine Vitamin B6-Therapie an. Zugelassene pharmakologische Therapien gab es bislang nicht.

Restless-Legs-Syndrom - Welche Medikamente helfen, welche verschlimmern?
Quelle: Pharmazeutische Zeitung, 27.11.2020
Über- und zugleich unterdiagnostiziert: Ein Restless-Legs-Syndrom ist nicht immer einfach zu erkennen. Zumal es Arzneistoffe gibt, die ähnliche Symptome auslösen können, und indizierte Dopaminergika bei zu hoher Dosierung ein RLS verschlimmern können. Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist gekennzeichnet durch Bewegungsdrang und-unruhe der Beine, oft begleitet von Spannungsgefühl und Kribbeln bis hin zum Schmerz. Die Symptome treten meist abends auf und lassen sich nur durch Bewegung lindern. 80 Prozent der Betroffenen haben Beinbewegungen im Schlaf (PLMD). »Bei den meisten ist das Syndrom so unterschwellig, dass sie es dem Arzt nicht sagen«, berichtete Dr. Markus Zieglmeier von der Apotheke des Klinikums München-Bogenhausen beim Heidelberger Web-Kongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Auch einige Erkrankungen können RLS-Symptome auslösen. Dazu zählen schwerer Eisenmangel und eine Eisenverteilungsstörung – diese ist möglichweise der Grund für die klare genetische Disposition beim idiopathischen RLS – sowie eine Urämie und dialysepflichtige Niereninsuffizienz. Nach einer Nierentransplantation verschwindet das Syndrom. RLS kann auch in der Schwangerschaft, bei Depression und Angststörungen auftreten.

Nieren-Puzzle für Fortgeschrittene

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.11.2020

 

Aus der Genexpression von Einzelzellen können Algorithmen nicht nur deren Ursprungsort im Gewebe rekonstruieren, sondern auch funktionelle Details ablesen. Das berichten die Teams um Kai Schmidt-Ott und Nikolaus Rajewsky im Fachjournal „JASN“ am Beispiel der Niere. Um herausfinden, was wann genau in einer bestimmten Zelle passiert, sehen sich Wissenschaftler*innen deren Transkriptom an – die Gesamtheit aller Gene, die zu einem konkreten Zeitpunkt abgelesen und in RNA umgeschrieben werden. Mit Hilfe der Einzelzell-RNA-Sequenzierung lassen sich heute die Expressionsprofile vieler Tausend Zellen parallel analysieren. Doch dazu müssen sie aus dem Zellverband herausgelöst werden. Die Information wo eine Zelle vorher im Gewebe saß, geht dabei verloren. Anhand der Genexpression lässt sich dies jedoch bioinformatisch rekonstruieren. „Wir wollten wissen, ob man Algorithmen nutzen kann, um neben einer Rekonstruktion der räumlichen Anordnung auch funktionelle Informationen aus den Einzelzellsequenzierungen zu gewinnen. Zum Beispiel über die Umgebungsbedingungen von Nierenzellen“, sagt Dr. Christian Hinze von der Arbeitsgruppe Molekulare und translationale Nierenforschung am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und von der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Er ist Erstautor der Studie, die nun im „Journal of the American Society of Nephrology“ (JASN) erschienen ist.

 

 


Auf Hirn und Nieren: Zwei Sonderforschungsbereiche bewilligt

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 27.11.2020

 

Neuer Sonderforschungsbereich zu Nierenerkrankungen am Universitätsklinikum Freiburg bewilligt / Verlängerung eines Sonderforschungsbereichs zur Hirnforschung / Insgesamt rund 24 Millionen Euro Förderung Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 26. November 2020 die Förderung eines neuen und eines bereits bestehenden Sonderforschungsbereichs (SFB) unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg bekannt gegeben. Neu bewilligt wurde der SFB 1453 „Nephrogenetik (NephGen)”, in dem Ärzt*innen und Wissenschaftler*innen anhand genetischer Informationen nach Mechanismen für Nierenerkrankungen suchen. NephGen erhält für die kommenden vier Jahre 13,5 Millionen Euro. Für weitere vier Jahre gefördert wird der Sonderforschungsbereich/Transregio 167 „Entwicklung, Funktion und Potenzial von myeloiden Zellen im zentralen Nervensystem“ (NeuroMac), in dem die Immunzellen des menschlichen Gehirns untersucht werden. Hierfür werden rund 10,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wissenschaftler*innen des Universitätsklinikums Freiburg sind an ingesamt elf Sonderforschungsbereichen und Transregios beteiligt, in sechs davon stellen sie die Sprecher*innen.

 


Organspende: Kein Einbruch – trotz Pandemie

Quelle: Dtsch Arztebl 2020; 117(46): A-2220 / B-1883

 

Die Jahrestagung der Deutschen Stiftung Organtransplantation stand im Zeichen der gesetzlichen Novellierungen vom vergangenen Jahr, die durch strukturelle Änderungen die Erkennung von Spendern verbessern sollen. Es zeigte sich: Auch während der Krise denken die Kliniken an die Organspende. Trotz der COVID-19-Pandemie konnten in Deutschland bislang Organspende und Transplantationen ohne größere Einbrüche fortgeführt werden. Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern sind wir sehr gut durch die erste Welle gekommen“, sagte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel, beim 16. Jahreskongress der DSO, der aufgrund der Pandemie vom 3. bis 5. November virtuell stattfand.


Herzbericht: Weniger Sterbefälle durch Herzinfarkt und Herzschwäche – keine Entwarnung

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 13.11.2020

 

Herzmedizinische Versorgung zeigt Wirkung, aber Gesamtsterblichkeit durch Herzkrankheiten anhaltend hoch. Die Sterblichkeit durch Herzkrankheiten insgesamt ist in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren wieder leicht gestiegen, wohingegen leichte Rückgänge bei Todesfällen durch Herzinfarkt und Herzschwäche zu verzeichnen sind. Die Anstiege zeigen sich bei den Herzklappenerkrankungen mit einer Zunahme um mehr als 1.500 auf 19.757 Sterbefälle (2018) und bei den Herzrhythmusstörungen um mehr als 800 auf 30.208 (2018) Gestorbene. Die Herzkrankheit mit der häufigsten Diagnose für eine Krankenhauseinweisung, die koronare Herzkrankheit (KHK), setzt nach einem Rückgang um über 1.600 Sterbefälle auf insgesamt 123.975 (2018) ihren positiven Trend fort und mit ihr der Herzinfarkt mit einer Abnahme um rund 760 Sterbefälle auf 46.207 Gestorbene (2018). „Dieser Rückgang ist erfreulich und lässt auf eine Verbesserung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung, verbesserte Präventionsmaßnahmen und mehr Kenntnisse der Bevölkerung über Herzkrankheiten schließen. Diese Entwicklung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die koronare Herzkrankheit, die Grunderkrankung des Herzinfarkts, jährlich mit fast 626.000 Krankenhausaufnahmen und einer weiterhin hohen Sterblichkeit verbunden ist“, betont Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der Vorstellung des Deutschen Herzberichts 2019 (www.herzstiftung.de/herzbericht). Der Herzspezialist sieht dabei eine Verlagerung der KHK-Sterblichkeit mehr in die erkrankungskritischen älteren Bevölkerungsanteile bei Männern ab 55 Jahren und älter und bei Frauen ab 70 Jahren und älter: „Über die zweifelsohne erfolgreiche Apparatemedizin hinaus muss viel mehr in die kardiovaskuläre Vorsorge investiert werden.“ Neben Alter und Genetik verursachen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Übergewicht die KHK und den Herzinfarkt. Diese Risikofaktoren sind mit Lebensstiländerungen auch zusätzlich zur Therapie gut beeinflussbar. „Diesen Hebel müssen wir mit Hilfe von Präventionsprogrammen noch stärker nutzen. Prävention braucht aber auch mehr Gewicht in der Politik“, fordert Herzstiftungs-Vorstand Voigtländer.


Bessere Diagnose von chronischer Niereninsuffizienz - Cystatin C bei risikoarmen Patienten genauer als Kreatinin

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, 09.11.2020

 

 

Chronische Nierenerkrankungen (chronic kidney disease) gelten als weltweites Gesundheitsproblem und betreffen einen großen Teil der erwachsenen Bevölkerung. Die Erkrankung ist häufig Folge von Diabetes oder Bluthochdruck und gilt als eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt oder Schlaganfall. In einer Studie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Ulmer Universitätsmedizin und dem Deutschen Herzzentrum der Technischen Universität München gezeigt, dass eine auf dem Marker Cystatin C-basierende Messmethode unter bestimmten Umständen genauer sein kann, als die bislang verwendete Messung mittels Kreatinin. Veröffentlicht wurde die Arbeit im Fachjournal BMC Medicine. Bislang gilt das Stoffwechselprodukt Kreatinin als Hauptmarker für die Nierenfunktion. Reichert sich die Substanz, die normalerweise über den Urin ausgeschieden wird, im Blut an, kann eine chronische Nierenerkrankung vorliegen. Jedoch variiert die Genauigkeit der Messmethode mit dem Alter, dem Geschlecht und der Muskelmasse der Testpersonen. Vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten ist die Methode mit Einschränkungen verbunden und in den Diagnose-Grenzbereichen einer chronischen Nierenfunktion sehr fehleranfällig.